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·15. Februar 2026
Union, Gladbach, Werder: Drei Traditionsklubs steuern auf den Absturz zu

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Drei Traditionsklubs in der Krise: Union Berlin, Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen stecken tief im Abstiegskampf. Eine Analyse der strukturellen Probleme.
Sieben Spiele ohne Sieg, zehn Gegentore in vier Partien, eine Defensive, die löchrig ist wie ein Schweizer Käse – und Steffen Baumgart spricht von einer „Spirale nach unten". Der Union-Trainer hat recht, wenn er die Lage als gefährlich einstuft. Aber er steht mit dieser Diagnose nicht allein.
Was mich an diesem Bundesliga-Wochenende irritiert, ist die Gleichzeitigkeit des Niedergangs. Union Berlin, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen – drei Traditionsklubs, die sich in einer Abwärtsbewegung befinden, die nicht mehr mit Formtiefs zu erklären ist. Hier geht es um strukturelle Probleme, um fehlende Qualität, um Trainer, die mit dem arbeiten müssen, was da ist.
Bei Union sind sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz kein Polster, sondern eine Warnung. Kapitän Christopher Trimmel hat das erkannt, als er nach dem 2:3 in Hamburg sagte, man müsse „schnell raus" aus dieser Phase. Nur: Wie soll das gelingen, wenn als nächstes Bayer Leverkusen kommt? Baumgart versucht, Ruhe zu bewahren, spricht davon, dass die Situation „nicht unlösbar" sei. Das stimmt rechnerisch. Aber wer sieben Spiele nicht gewinnt, hat ein Problem, das über Pech hinausgeht.
Gladbach zeigt ein ähnliches Muster. Sechs Spiele ohne Sieg, nur drei Punkte Vorsprung auf Platz 16. Gegen Frankfurt verlor die Mannschaft von Trainer Polanski 0:3, obwohl sie 20:12 Torschüsse hatte. Das ist die Statistik eines Teams, das sich selbst im Weg steht. Die Qualitätsfrage drängt sich auf: Reicht das, was dieser Kader bietet, überhaupt für den Klassenerhalt? Ich habe da meine Zweifel.
Und dann Werder Bremen. Zwölf Spiele ohne Sieg, aktuell auf dem Relegationsplatz. Neu-Trainer Daniel Thioune hat den Turnaround noch nicht geschafft, versprüht aber Optimismus. Das ist sein Job. Doch Optimismus ersetzt keine Punkte. Die Realität in Bremen ist brutal: Ein Klub, der sich nach dem Wiederaufstieg stabilisieren wollte, kämpft erneut ums Überleben.
Was diese drei Fälle verbindet, ist die Frage nach Verantwortung. Trainer können nur bedingt reparieren, was in der Kaderplanung versäumt wurde. Sportdirektoren und Vorstände müssen sich fragen lassen, ob sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Die Spieler müssen liefern, wenn es darauf ankommt.
Der Abstiegskampf in dieser Saison wird nicht durch Mut entschieden, sondern durch Substanz. Wer die nicht hat, wird fallen. Die Frage ist nicht mehr, ob Union, Gladbach oder Werder in Gefahr sind – sondern ob einer von ihnen noch rechtzeitig begreift, dass Durchhalteparolen keine Punkte bringen.









































