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·10. September 2026
Unterschätztes Genie: Warum Aubameyang einfach nicht aufhört, Tore zu schießen

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·10. September 2026

37 Jahre alt, siebter Klub in acht Jahren, und trotzdem: vier Spiele, vier Tore, zwei Vorlagen. Während andere Stürmer in seinem Alter längst als TV-Experten oder Influencer unterwegs sind, jagt Pierre-Emerick Aubameyang bei einem spanischen Aufsteiger gerade Ligarekorde. Ernsthaft, kann der Mann einfach nicht aufhören, Tore zu schießen? 🐆⚽
Fangen wir mit dem aktuellen Wahnsinn an: Aubameyang wechselte im Sommer für eine überschaubare Ablöse von 1,6 Millionen Euro von Olympique Marseille zum frisch aufgestiegenen Deportivo La Coruña – ein Schnäppchen, wie sich mittlerweile herausstellt – und legte direkt los, als hätte er nie eine Alterspause eingelegt. Vier Spiele, jedes Mal mindestens eine Torbeteiligung – damit ist er seit der Jahrtausendwende der älteste Spieler der LaLiga-Geschichte mit einem derartigen Start und löste damit Fernando Morientes ab. „Marca“ urteilte schlicht: „Auba kommt aus einer anderen Galaxie“ – und kürte ihn nebenbei zum bislang besten Transfer der gesamten Liga.
Was diesen aktuellen Höhenflug so besonders macht: Aubameyangs Karriere verlief alles andere als geradlinig. Über Umwege bei Milan, Lille, Monaco und Saint-Étienne kam er 2013 zu Borussia Dortmund, wo er gemeinsam mit Marco Reus zum Toptorjäger avancierte – legendär bleiben seine Masken- und Salto-Jubel sowie die eine oder andere kuriose Nebengeschichte, etwa ein ungenehmigter Privatjet-Ausflug nach Mailand. 2018 ging’s für rund 60 Millionen Euro zum FC Arsenal, wo er in vier Jahren sensationelle 92 Tore in 163 Spielen erzielte, 2020 den FA Cup gewann und sich den Golden Boot der Premier League teilte.
Danach wurde es turbulenter: Halbes Jahr Barcelona, dann Chelsea unter seinem alten Dortmunder Trainer Thomas Tuchel – der aber nur wenige Tage nach Aubameyangs Ankunft entlassen wurde. Nur drei Tore in 21 Spielen später war auch dieses Kapitel beendet. Es folgten Marseille, ein Jahr Saudi-Arabien bei Al-Qadsiah, zurück nach Marseille – und jetzt eben Spanien.
Wer in Dortmund oder London über Aubameyang sprach, tat das oft mit einem Augenzwinkern: exzentrisch, extravagant, manchmal auch einfach unzuverlässig. Noch letztes Jahr in Marseille sorgte er für Schlagzeilen, als er im Trainingslager einen Feuerlöscher gegen einen Teamkollegen einsetzte und prompt suspendiert wurde. Doch genau diese Seite scheint inzwischen komplett verblasst zu sein. Sein neuer Trainer Antonio Hidalgo gerät regelrecht ins Schwärmen: „Er verpasst kein Training, arbeitet wie kaum ein anderer.“ Und Aubameyang selbst schiebt Komplimente lieber auf die Mannschaft: Nach dem Sieg in Villarreal stellte er trotz eigener Torbeteiligung erstmal die Gruppe in den Vordergrund. Der einstige Paradiesvogel ist offenbar zum bodenständigen Vollprofi gereift.
Wer denkt, das sei nur ein kurzer Ausreißer, irrt gewaltig: Bereits letzte Saison in Marseille kam Aubameyang wettbewerbsübergreifend auf beachtliche Torbeteiligungen, in der Europa League ist er mit inzwischen 34 Treffern sogar alleiniger Rekordtorschütze der Wettbewerbsgeschichte – vor Radamel Falcao. Und auch beim Marktwert spielt er trotz seines Alters noch in einer erlesenen Liga: Unter allen Profis ab 37 Jahren liegen nur wenige Spieler vor ihm – illustrere Gesellschaft geht kaum.
„Unterschätztes Genie“ mag hart klingen für einen Spieler mit Arsenal-Kapitänsbinde und Bundesliga-Torjägerkrone im Lebenslauf – aber genau das trifft es ziemlich gut. Aubameyang wurde über Jahre eher für seine Extravaganz als für seine tatsächliche fußballerische Klasse wahrgenommen, während er nebenbei bei praktisch jedem Klub, für den er spielte, konstant Tore am Fließband produzierte.
Mit 37 Jahren, bei einem Aufsteiger, in einer für ihn neuen Liga, direkt wieder ligaweite Rekorde zu jagen – das schafft nicht irgendein auslaufender Söldner, sondern nur jemand, der tatsächlich eine der unterschätztesten Torjäger-Karrieren des europäischen Fußballs der letzten 15 Jahre hingelegt hat. Opa Auba, wie ihn seine neuen Fans liebevoll nennen, ist eben einfach noch nicht fertig.







































