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·24. September 2026
Van der Vaart tobt gegen den VAR – und nimmt beim deutschen Tor ausgerechnet die eigenen Spieler in die Pflicht

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Es gab an diesem Abend zwei Szenen, über die in den Niederlanden gestritten wurde, und Rafael van der Vaart hat zu beiden etwas gesagt. Bei der einen war er außer sich. Bei der anderen – jener, über die sich seine Landsleute am lautesten aufregten – nahm er die eigene Mannschaft auseinander.
Nach einer Ecke stieg Virgil van Dijk im Zentrum am höchsten und drückte den Ball über die Linie. Marc-André ter Stegen sah dabei unglücklich aus. Schiedsrichter Alejandro Hernández gab den Treffer zunächst, dann meldete sich der Videoassistent: Brian Brobbey habe den Torhüter behindert. Das Tor zählte nicht.
In der Halbzeitpause schimpfte van der Vaart beim niederländischen Sender NOS: „Das ist eine Schande. Unglaublich. Brobbey macht doch kaum etwas. Man darf ihn doch wohl berühren. Es ist nicht so, dass der Torhüter machen kann, was er will.“
Und dann der Teil, der in Deutschland aufhorchen lässt: „Das war einfach eine schwache Torwartleistung. Ich finde, er spielt heute generell schlecht. Vor allem mit dem Fuß, was normalerweise seine Stärke ist. Aber das ist eine andere Geschichte. Das Tor hätte niemals aberkannt werden dürfen.“ Ronald de Boer stimmte im Studio zu: Brobbey spüre ter Stegens Arm und mache sich „mit dem Hintern ein bisschen größer. Aber überhaupt nicht wild. Völlig unverdient.“
Die Kritik am Fußspiel deckt sich mit dem, was auch deutsche Beobachter notierten. SPOX zählte im Liveticker zwei schwere Aufbaufehler: In der 42. Minute spielte ter Stegen Cody Gakpo den Ball direkt in den Fuß und musste den anschließenden Schuss selbst parieren – „schon der zweite Bock im Aufbauspiel des erfahrenen Keepers“. Der Tagesspiegel schrieb, Probleme bereite ihm „eher das Spiel mit dem Fuß“, zwei Pässe seien direkt beim Gegner gelandet.
Dagegen steht: Ter Stegen parierte mehrfach stark, zuletzt in der 89. Minute gegen van Dijk. Es war sein erstes Länderspiel seit Juni 2025 – ausgerechnet in dem Stadion, in dem er seit seiner Leihe von Barcelona zu Ajax jede Woche steht. Jürgen Klopp hatte ihn vergangene Woche zur Nummer eins „für den Moment“ erklärt.
Die zweite Szene war die, die das Spiel entschied – und die in Amsterdam für Empörung sorgte. Brobbey ging ohne Gegnereinwirkung in Höhe der Mittellinie zu Boden, Deutschland hatte den Ball und spielte weiter. Joshua Kimmich verlagerte auf Philipp Treu, der Debütant flankte flach, Karim Adeyemi verpasste, Felix Nmecha staubte ab. Denzel Dumfries sprintete danach zur deutschen Jubeltraube, van Dijk war laut Goal „absolutely indignant“.
Van der Vaart sah es anders. Sein Vorwurf ging an die eigene Mannschaft: „Es ist bitter für Brobbey, aber was ich wirklich schlimm finde, ist, dass sie aufhören zu spielen. Amiri tut so, als ob er ihn ins Aus kicken wollte, und hört dann auf. Dadurch hören alle auf zu spielen.“
Und dann der Satz, der die Debatte beendet, bevor sie richtig begann: „Ich glaube, die Niederländer haben die Situation verschlafen. Das ist natürlich unsportlich, aber es steht ja schließlich etwas auf dem Spiel, oder? Das sind die Regeln.“
Es ist eine bemerkenswerte Einordnung. Van der Vaart nennt das deutsche Verhalten unsportlich – und verteidigt es im selben Atemzug als regelkonform. Der Schiedsrichter sah keinen Grund zur Unterbrechung: kein Foul, keine Kopfverletzung. Auch der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe hat sich zu der Szene geäußert; laut Bild mit dem Hinweis, dass man sich damit keine Freunde mache.
Dass van der Vaart bei Oranje schärfer urteilt als bei anderen, ist bekannt. Im vergangenen Jahr sagte er nach einem mühsamen Sieg gegen Litauen, die Elftal solle sich „wirklich schämen“, und nannte das Verhalten eines Mitspielers „fast Arbeitsverweigerung“. Über Ajax sagte er einmal, er sehe „eine scheiß Mannschaft mit scheiß Spielern“. Nach dem Spiel gegen Deutschland zweifelte er laut Voetbalprimeur auch daran, ob alle Personalentscheidungen zur Spielidee des neuen Bondscoachs Xavi passen – obwohl er den Spanier nach dessen Nominierungs-Shitstorm zuvor noch verteidigt hatte.
Am Ende stand es 1:1. Cody Gakpo traf in der 92. Minute, nachdem Serge Gnabry im Mittelfeld den Ball verloren hatte. Über die Schiedsrichterleistung dürfte van der Vaart dadurch nicht milder denken. Über die Leistung seiner Mannschaft, die sich den Ausgleich laut SPOX „erarbeitet und verdient“ hatte, vermutlich schon.







































