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·4. August 2026

Van Gaal wurde ausgerufen, nicht gefragt

Artikelbild:Van Gaal wurde ausgerufen, nicht gefragt

Vier Wunschkandidaten haben abgesagt. Gespräche mit Louis van Gaal hat es nie gegeben. Und trotzdem stand am Montag der Name eines Mannes in allen niederländischen Schlagzeilen, der am kommenden Samstag 75 wird.

Was er tatsächlich gesagt hat

Der Reihe nach: De Telegraaf berichtete, Van Gaal sei bereit, mit dem KNVB über eine vierte Amtszeit zu sprechen. Daraus wurde binnen Stunden ein Comeback. Van Gaal selbst hat dieser Lesart noch am selben Tag widersprochen – ohne die Tür zuzuschlagen.


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Gegenüber Voetbal International erklärte Van Gaal, er wolle dem KNVB immer helfen, so wie er das auch bei Ajax gewollt habe. Zugleich betonte er, dass es bislang keinerlei Gespräche gegeben habe und der Verband nicht auf ihn zugekommen sei.

Der interessantere Teil kam danach. Sinngemäß: Das Einzige, was gerade passiere, sei, dass man niemanden bekomme – und dann tauche eben sein Name wieder auf. Er finde das schon irgendwie unglaublich. Dazu die Erinnerung daran, dass man vor vier Jahren nach dem Viertelfinal-Aus in Katar seinen Fußball nicht gut genug gefunden habe.

Das ist keine Bewerbung. Das ist eine höfliche Ohrfeige.

Seine Frau Truus legte bei RTL Boulevard nach: Es gebe keinen Kontakt, die Sache habe ein Eigenleben entwickelt, „Louis steht herrlich auf dem Golfplatz“.

Die Absagenliste ist das eigentliche Thema

Ronald Koeman trat Anfang Juli zurück, unmittelbar nach dem WM-Aus gegen Marokko. Nigel de Jong, Direktor Spitzenfußball, sagte damals, man wisse um die Eile, wolle sich aber die nötige Zeit nehmen. Fünf Wochen später ist das Ergebnis dieser Sorgfalt: kein Trainer, dafür ein Kandidat, der laut eigener Aussage nie angefragt wurde.

Reiziger hat mittlerweile ausführlich mit De Jong und Clarence Seedorf gesprochen und gilt als konkreteste Option. Seine Bilanz mit Jong Oranje in der EM-Qualifikation ist allerdings dünn: ein Sieg, zwei Remis, zwei Niederlagen.

Sein Argument sitzt trotzdem

Van Gaals inhaltliche Einschätzung ist der beste Teil des ganzen Vorgangs. Mit dieser Auswahl gebe es Möglichkeiten, sagte er, Europa- oder sogar Weltmeister sei nicht ausgeschlossen – 95 Prozent des Kaders spielten im Ausland, und zwar häufig bei guten Klubs.

Die WM stützt das eher, als sie es widerlegt. Oranje gewann seine Gruppe, erzielte in drei Spielen zehn Tore und wirkte vor der K.-o.-Phase wie ein Team mit Tempo und Tiefe. Am 29. Juni war trotzdem Schluss: 1:1 gegen Marokko, 2:3 im Elfmeterschießen. Nicht ein Formtief, sondern der immer gleiche Moment.

Genau deshalb ist die Trainerfrage in Zeist keine Randnotiz. Wer diese Mannschaft übernimmt, übernimmt keinen Umbau. Er übernimmt ein Kontrollproblem in entscheidenden Minuten.

Warum die Idee trotzdem nicht trägt

Van Gaals Vita spricht für ihn: drei Amtszeiten, 63 Länderspiele, WM-Platz drei 2014, in seiner letzten Periode 20 Länderspiele ohne Niederlage. Gesundheitlich soll die Prostatakrebs-Erkrankung überstanden sein, er wird vierteljährlich kontrolliert und fühlt sich nach eigener Darstellung fitter denn je. Ein Bondscoach muss nicht täglich auf dem Platz stehen – das Argument ist nicht albern.

Nur passt es nicht zur Richtung, die der Verband selbst eingeschlagen hat. Der KNVB spricht mit einem 53-jährigen Nachwuchstrainer über einen Neuanfang bis zur EM 2028. Van Gaal wäre das Gegenteil davon: eine Rückversicherung, ein Griff ins Archiv, ein Trainer, der in zwei Jahren 77 wäre. Und einer, der es sich, das hat er unmissverständlich klargemacht, nicht antun wird, als vierte Wahl den Feuerlöscher zu spielen.

24. September, Amsterdam, Deutschland

In 51 Tagen beginnt in der Johan Cruijff ArenA die neue Nations-League-Runde, Gegner ist der Nachbar. Voetbal International erwartet die KNVB-Entscheidung in diesen Tagen. Sie wird höchstwahrscheinlich nicht Van Gaal heißen.

Bleibt eine unbequeme Beobachtung: Wenn der prominenteste Name in einer Trainersuche jemand ist, mit dem niemand gesprochen hat, sagt das mehr über die Suchenden als über den

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