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Moritz Oppermann·29. März 2026
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Moritz Oppermann·29. März 2026
In Deutschland wurden in der vergangenen Saison laut offiziellen Zahlen des DFB über 3000 Amateurspiele aufgrund von Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen abgebrochen. Nicht selten richten sich die verbalen oder körperlichen Handlungen dabei gegen die Unparteiischen. So auch im Jahr 2015 in Brasilien.
Als das Team der Amantes da Bola auf Schiri Gabriel Murta losging, wussten sie jedoch nicht, mit wem sie sich da anlegten.
Hauptberuflich war der Unparteiische, der das Spiel zwischen den Amantes und Gastgeber Brumadinho leitete, nämlich Polizist – und machte sich das im Spiel kurzerhand zunutze. Nach mehreren körperlichen Angriffen wollte Murta auf einen der Spieler losgehen. Seine Assistenten konnten ihn jedoch beruhigen und überreden, gemeinsam in die Kabine zu gehen.
Angekommen in den Katakomben hatte es sich Murta allerdings anders überlegt. Nach einem Griff in sein Schließfach ging es zurück. Anschließend spielten sich unfassbare Szenen ab.
Der Schiedsrichter lief mit seiner Dienstwaffe in der Hand zurück aufs Feld. Während einige Gästespieler schlagartig flüchteten, musste Murta von seinen Assistenten zurückgehalten werden.
"Ich wurde ins Gesicht geschlagen und gegen das Schienbein getreten. Mehrere Spieler bedrängten mich, und ich ging in die Umkleidekabine, um meine Waffe zu holen und einen Spieler festzunehmen", erklärte der damals 27-Jährige anschließend gegenüber brasilianischen Medien.
Auch wenn es zum Glück nicht zum Schusswaffengebrauch kam, stellte ihn der Fußballverband des Bundesstaates Minas Gerais frei und ordnete eine psychologische Untersuchung an. Wochen später folgte ein überraschendes Statement.
"Er handelte in Notwehr. Jeder weiß, wie schwierig Amateurmeisterschaften sind. Schiedsrichter haben schon oft brenzlige Situationen erlebt. Es gab bereits mehrere Fälle, in denen Schiedsrichter angegriffen und sogar beschossen wurden", erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Giuliano Bozzano.
Gabriel Murta durfte weiter pfeifen und stieg anschließend sogar als Schiedsrichter bis in die vierte brasilianische Liga – die Série D – auf. Hier leitete der heute 37-Jährige allerdings zuletzt 2021 ein Spiel. Zum Glück ohne weitere Vorfälle.
📸 Wagner Meier - 2025 Getty Images








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