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·12. August 2026

VfL-Verteidigerin Camilla Küver: "Wichtige Standortbestimmung"

Artikelbild: VfL-Verteidigerin Camilla Küver: "Wichtige Standortbestimmung"

Mit Vizemeister VfL Wolfsburg trifft Nationalspielerin Camilla Küver am Samstag (ab 19.30 Uhr, live bei DF1, MagentaTV und DFB.TV) im Duell um den Google Pixel Supercup der Frauen im Audi Sportpark in Ingolstadt auf Doublesieger FC Bayern München. Im DFB.de-Interview spricht die 23 Jahre alte Innenverteidigerin mit Mitarbeiter Ralf Debat über die Chance auf den ersten Titel der neuen Saison.

DFB.de: In vier Testspielen fuhr der VfL Wolfsburg vier Siege ein. Wie gut ist das Team auf den Google Pixel Frauen-Supercup und den Saisonstart vorbereitet, Frau Küver?


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Camilla Küver: Die Vorbereitungsspiele waren in der Tat vielversprechend. Besonders positiv ist, das wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert haben. Das zeigt, dass wir sehr lernfähig sind und unsere Idee vom Fußball immer besser verinnerlichen.

DFB.de: Worauf lag in den zurückliegenden Wochen vor allem der Fokus?

Küver: Da es einige Veränderungen im Kader gab, ging es zunächst darum, alle so schnell wie möglich in unser gemeinsames Boot zu holen. Da haben wir besonders während des sehr positiven Trainingslagers gute Schritte nach vorne gemacht. Wir wollen einen sehr intensiven Fußball spielen und den Gegner möglichst in allen Spielphasen stressen. Dafür ist Fitness eine wichtige Voraussetzung. Ich sehe uns da auf einem sehr guten Weg.

DFB.de: Sie haben es angesprochen: Einige Stammspielerinnen, darunter die langjährige Anführerin Alexandra Popp, haben den Verein verlassen. Wie macht sich das innerhalb des Teams bemerkbar?

Küver: Ich muss sagen, dass die Stimmung im Team sehr positiv ist. Alle sind sehr offen, alle haben Bock, hart zu arbeiten.

DFB.de: Können die verpflichteten Zugänge die Lücken schließen?

Küver: Das werden wir sehen. Wenn jetzt beispielsweise von Poppi die Rede ist, dann ist klar, dass sie nicht 1:1 ersetzt werden kann. Dennoch haben wir eine sehr spannende Gruppe zusammen. Es sind einige junge und sehr wissbegierige Spielerinnen dabei.

DFB.de: Zählen Sie sich auch zu den Spielerinnen, die künftig noch mehr vorangehen und Verantwortung übernehmen wollen?

Küver: Ja, auf jeden Fall. Eine solche Rolle liegt mir auch. Meine Position in der Innenverteidigung ist dafür auch eine gute Grundlage.

DFB.de: In den abschließenden Testspielen wurden die ambitionierten Ligakonkurrenten RB Leipzig und SV Werder Bremen bezwungen. Werten Sie das als Zeichen dafür, dass der VfL seine Stellung als Spitzenteam weiterhin behaupten kann?

Küver: Nichts anderes ist unser Anspruch, der sich gegenüber den Vorjahren auch nicht verändert hat. Wir wollen definitiv Bayern-Verfolger Nummer eins sein.

DFB.de: Seit der Saison 2011/2012 war der VfL nie schlechter als auf Rang zwei platziert. Zuletzt waren es vier Vizemeisterschaften nacheinander. Wären Sie damit erneut zufrieden?

Küver: Wirklich zufrieden wären wir mit Sicherheit nur, wenn wir wieder ganz oben stehen. Dennoch muss man berücksichtigen, dass Bayern München über eine extrem starke Mannschaft verfügt und uns aktuell ein Stück weit voraus ist. Von daher wäre auch ein zweiter Platz positiv zu bewerten. Auf jeden Fall wollen wir unbedingt auch weiterhin in der Champions League mitmischen.

DFB.de: Das erste Pflichtspiel ist der Supercup am Samstagabend in Ingolstadt gegen den FC Bayern. Welchen Stellenwert besitzt dieses Duell zwischen Doublesieger und Vizemeister für das Team und für Sie persönlich?

Küver: Es ist die erste Chance, einen Titel zu gewinnen. Dabei treffen wir auf den bestmöglichen Gegner. Es wird spannend zu sehen sein, auf welchem Stand sich beide Teams bereits befinden. Es wird mit Sicherheit eine wichtige Standortbestimmung.

DFB.de: Wäre ein Erfolgserlebnis ein wichtiges Zeichen dafür, dass der VfL nach wie vor Titel gewinnen kann?

Küver: Definitiv. Klar, es geht noch nicht um die Deutsche Meisterschaft. Aber es ist ein Finale und wir wollen jede Chance nutzen, einen Titel zu holen. Das wäre auch ein Signal.

DFB.de: In der abgelaufenen Saison war der Abstand zum FC Bayern schon sehr groß, unter anderem auch dokumentiert in beiden Meisterschaftspartien und vor allem durch das 0:4 im DFB-Pokalfinale. Was haben die Münchnerinnen dem VfL aktuell voraus?

Küver: Der größte Unterschied ist aus meiner Sicht die krasse Konstanz, mit der die Bayern ihr Potenzial auf den Platz bringen und dadurch jederzeit Dominanz ausstrahlen. Es ist eine sehr erwachsene Art des Fußballs, die es jedem Gegner schwer macht. Um ebenfalls dorthin zu kommen, müssen wir noch einige Schritte machen.

DFB.de: Trauen Sie dem Team dennoch zu, dem FC Bayern auch über die gesamte Saison auf Augenhöhe zu begegnen?

Küver: Warum nicht? Wenn es uns gelingt, speziell in den Topspielen konstanter aufzutreten und vor allem auch physisch mitzuhalten, dann können wir durchaus bestehen.

DFB.de: Welche weiteren Vereine halten Sie für die stärksten Konkurrenten im Rennen um die internationalen Plätze?

Küver: Da möchte ich niemanden hervorheben, da die noch laufende Transferphase sehr spannend ist und sich viele Klubs neu aufgestellt haben. Fakt ist, dass die Konkurrenz von Jahr zu Jahr größer und die Leistungsdichte höher wird. Dem müssen wir uns stellen.

DFB.de: Sie haben sich während der abgelaufenen Saison in der Nationalmannschaft etabliert. Wäre es Ihr nächster Schritt, auch beim DFB Stammspielerin in der Innenverteidigung zu werden?

Küver: Da mache ich mir keinen Stress. Im Nachhinein ist es völlig verrückt, wie rasant die Entwicklung verlaufen ist und wie schnell alles ging. Ich bin natürlich ehrgeizig genug, dass ich auch künftig weiter dabei sein und dem Team helfen möchte. Gute Leistungen in der Liga wären dafür die beste Voraussetzung.

DFB.de: Haben Sie Lust, den nächsten Sommer bei der WM in Brasilien zu verbringen?

Küver: Grundsätzlich habe ich im Fußball - unter anderem auch durch meine Verletzungen - gelernt, nicht zu weit in die Zukunft zu blicken, sondern mich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren. Aber klar: Da wäre ich schon sehr gerne dabei.

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