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·27. Februar 2026
VfL Wolfsburgs Trainer redet von Familienleid – statt von Lösungen im Abstiegskampf

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·27. Februar 2026

Daniel Bauer spricht von Familienleid statt Lösungen. Der VfL steht auf Platz 15, am Sonntag wartet Stuttgart. Die Rückendeckung hat ein Verfallsdatum.
Sechs Spiele ohne Sieg, Platz 15, und Daniel Bauer spricht davon, dass seine Familie leidet. Ich verstehe die emotionale Dimension, die ein Trainer in solchen Momenten transportieren will. Aber ich frage mich: Ist das die richtige Botschaft in einer Situation, in der der VfL Wolfsburg um seine Bundesliga-Zugehörigkeit kämpft? Bauer hat den Job erst im November von Paul Simonis übernommen. Seitdem ist die erhoffte Wende ausgeblieben. Die Wölfe stecken tief im Abstiegskampf, und der Trainer reagiert mit einer bemerkenswerten Mischung aus Selbstmitleid und Selbstgewissheit. Er macht sich keine Sorgen um seine Position, obwohl die Ergebnisse eine andere Sprache sprechen. Er ist überzeugt, gut gearbeitet zu haben, obwohl die Mannschaft gegen Augsburg 2:3 verlor und er selbst seine Spieler öffentlich als Schülermannschaft bezeichnete. Diese Widersprüche irritieren mich. Wer seine Profis öffentlich so hart kritisiert, muss sich fragen lassen, warum diese Profis überhaupt Fehler machen, die in der Bundesliga brutal bestraft werden. Ist das ein Spielerproblem? Ein Systemproblem? Oder ein Trainerproblem? Bauer behauptet, die Wortwahl habe ihm keiner krummgenommen. Das mag stimmen. Aber ob das Verhältnis wirklich intakt ist, zeigt sich nicht in Pressekonferenzen, sondern auf dem Platz. Die Personalsituation verschärft die Lage. Kapitän Maximilian Arnold fehlt weiterhin, Patrick Wimmer steht nicht zur Verfügung, Kevin Paredes und Pavao Pervan fallen ebenfalls aus. Bauer muss improvisieren, während er gleichzeitig Konstanz einfordert. Das ist ein Widerspruch, den er nicht auflösen kann, solange die Ergebnisse ausbleiben. Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen hat Bauer zuletzt Rückendeckung gegeben. Doch diese Rückendeckung hat ein Verfallsdatum. In Wolfsburg, einem Klub mit VW-Millionen im Rücken, ist Geduld keine unbegrenzte Ressource. Die Verantwortlichen werden sich fragen müssen, ob Bauers Überzeugung, gut gearbeitet zu haben, mit der Realität übereinstimmt. Am Sonntag wartet der VfB Stuttgart, der Tabellenierte. Bauer will Paroli bieten. Das klingt kämpferisch, aber Kämpfersprüche ersetzen keine Punkte. Die Mannschaft brennt, sagt der Trainer. Doch Feuer ohne Richtung ist nur Chaos. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Bauer seinen Job behält. Die Frage ist, ob der VfL Wolfsburg unter seiner Führung die Klasse hält. Wer nach sechs sieglosen Spielen von Familienleide spricht statt von konkreten Lösungen, hat entweder den Ernst der Lage nicht verstanden – oder keine Antworten mehr.
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