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·5. August 2026

Viktoria-Stürmerin Christin Meyer: "Gemeinsam etwas Großes erreichen"

Artikelbild: Viktoria-Stürmerin Christin Meyer: "Gemeinsam etwas Großes erreichen"

Mit dem FC Carl Zeiss Jena und ihrem bisherigen Verein Hamburger SV schaffte Christin Meyer schon zweimal den Aufstieg in die Google Pixel Frauen-Bundesliga. Dieses Kunststück möchte die 25 Jahre alte Angreiferin jetzt auch mit Viktoria Berlin wiederholen. Im DFB.de-Interview spricht Meyer mit Mitarbeiter Ralf Debat über ihren Wechsel in die Hauptstadt und Perspektiven des aufstrebenden Klubs.

DFB.de: Erstes Ligaspiel, erster Sieg, erstes Tor! Einen noch besseren Einstand bei Ihrem neuen Verein hätten Sie sich kaum wünschen können, Frau Meyer!


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Christin Meyer: Das stimmt wohl. (lacht) Wir haben einen guten Start hingelegt, das Wichtigste dabei waren die drei Punkte.

DFB.de: Nach der Vorbereitung wissen alle Mannschaften noch nicht so recht, wo sie stehen. Wie groß war nach dem gelungenen Start die Erleichterung?

Meyer: Es war in der Tat schwierig vorherzusehen, wie es läuft, zumal wir mit der TSG Hoffenheim II direkt gegen einen Aufsteiger antreten mussten. Wie sind auf eine junge und dynamische Mannschaft getroffen, haben die Aufgabe aber gut gelöst.

DFB.de: Was war entscheidend, um die drei Punkte mit nach Berlin zu nehmen?

Meyer: Wir waren taktisch gut eingestellt, haben die Partie über weite Strecken kontrolliert. Am Ende haben sich unsere Erfahrung und Athletik verdient durchgesetzt.

DFB.de: In welchen Bereichen lief es schon sehr gut und wo sehen Sie noch Luft nach oben?

Meyer: Dass im ersten Saisonspiel noch nicht alles perfekt läuft, liegt auf der Hand. Es war unter dem Strich schon eine sehr solide Leistung, auf der wir aufbauen können. Das Gegentor war sicherlich vermeidbar, wir haben dann aber eine gute Reaktion gezeigt.

DFB.de: Nach zwei Jahren haben Sie Ihren Heimatklub Hamburger SV wieder verlassen. Was hat den Ausschlag für den Wechsel zu Viktoria Berlin gegeben?

Meyer: Die Gespräche haben mich schnell überzeugt. Die Viktoria ist ein sehr ambitionierter und aufstrebender Klub, der ehrgeizige Ziele verfolgt. Ich mag solche Herausforderungen sehr und möchte mit meinen Qualitäten und meiner Erfahrung zum Erfolg beitragen.

DFB.de: Wie würden Sie Ihre ersten Eindrücke vom neuen Team, vom Verein und vom Umfeld des Klubs beschreiben?

Meyer: Man merkt sofort, dass der Klub sehr gut aufgestellt ist und wir jegliche Unterstützung bekommen. Einige Spielerinnen wie Sarah-Vanessa Stöckmann, Jolina Zamorano oder Hannah Etzold kannte ich schon von früheren Stationen, andere als regelmäßige Gegenspielerinnen. Grundsätzlich wurden alle Zugänge sehr gut aufgenommen, das Teamgefüge passt. Der Zusammenhalt macht uns stark.

DFB.de: Sie haben es bereits angesprochen: Die Viktoria verfolgt seit dem Einstieg von sechs Gründerinnen 2022 ein ehrgeiziges Projekt. Wie macht sich das bemerkbar?

Meyer: Der Verein investiert viel, um den Frauenfußball weiter voranzubringen, und ist auch schon zu einem Vorbild für andere Klubs, aber auch gesellschaftliche Bereiche geworden. Dadurch strahlen alle Beteiligten auch ein gewisses Selbstbewusstsein und eine Überzeugung aus, dass wir gemeinsam etwas Großes erreichen können. Damit kann ich mich persönlich sehr gut identifizieren.

DFB.de: Nach dem ursprünglichen Plan wäre in dieser Saison der Sprung in die Google Pixel Frauen-Bundesliga vorgesehen. Wurde diese Vorgabe intern klar kommuniziert?

Meyer: Nicht nur intern. (lacht) Es ist ganz klar, dass wir den Aufstieg schaffen wollen. Allerdings wissen wir auch, dass es kein Selbstläufer wird, sondern viel Arbeit erfordert.

DFB.de: Sehen Sie die Mannschaft schon auf dem Niveau, dass der Aufstieg eine realistische Zielsetzung ist?

Meyer: Auf jeden Fall. Das Team ist sehr gut aufgestellt, auch außerhalb des Platzes arbeiten alle Hand in Hand. Das sind gute Voraussetzungen für Erfolg.

DFB.de: Welche Vereine sehen Sie als stärkste Konkurrenten an?

Meyer: Unser nächster Gegner VfL Bochum gehört sicherlich dazu. Auch die beiden Absteiger SGS Essen und FC Carl Zeiss Jena werden das Ziel verfolgen, wieder aufzusteigen.

DFB.de: Ihnen es mit dem FC Carl Zeiss Jena und dem HSV schon zweimal gelungen, in die Bundesliga aufzusteigen. Wie sehr helfen Ihnen diese Erfahrungen?

Meyer: Ich sage es mal so: Es ist sicherlich kein Nachteil. Zu Beginn einer Saison ist es aus meiner Sicht vor allem wichtig, den Fokus auf die eigene Leistung zu legen und nicht so sehr nach anderen zu schauen. Wenn später aber die entscheidenden Spiele anstehen, dann kommt es nicht zuletzt darauf an, die Ruhe zu bewahren. Da ist es sicherlich hilfreich, solche Situationen schon das eine oder andere Mal erlebt zu haben.

DFB.de: Sehen Sie sich bei der Viktoria gleich in einer Führungsrolle?

Meyer: Ich bin ein Typ, der gerne Verantwortung übernimmt. Von daher ist es logisch, zu den Führungsfiguren im Team zu gehören. Ich möchten die jüngeren Spielerinnen an die Hand nehmen und unterstützen.

DFB.de: Durch den Aufstieg von Hertha BSC kommt es in der 2. Bundesliga auch zu Berliner Derbys. Wie empfinden Sie die Konkurrenzsituation in der Stadt?

Meyer: Zunächst einmal darf man nicht vergessen, dass noch vor etwas mehr als zwei Jahren einziges Berliner Team in den obersten zwei Ligen spielte. Jetzt ist Union erstklassig, Hertha und wir sind in der 2. Bundesliga. Diese Entwicklung ist schon beachtlich und kann sich gerne so fortsetzen. (lacht) Grundsätzlich liebe ich Derbys sehr, habe beispielsweise zwischen dem HSV und Werder Bremen schon einige erlebt. Vor der Saison haben wir bereits ein Testspiel gegen Hertha bestritten und knapp 1:0 gewonnen. Da hat man schon gespürt, dass viel Feuer drin war. Ich freue mich sehr auf diese Duelle.

DFB.de: Am Sonntag geht es im ersten Heimspiel gegen den VfL Bochum, der mit einem 3:0 gegen Hertha BSC ebenfalls gut gestartet ist. Was erwarten Sie?

Meyer: Wir wollen an unseren guten Start anknüpfen, aber es wird mit Sicherheit ein ganz anderes Spiel. Der VfL ist ein herausfordernder Gegner, der ebenfalls über zahlreiche erfahrene Spielerinnen verfügt. Ich bin sehr gespannt auf mein erstes Heimspiel im Stadion Lichterfelde und freue mich sehr auf die Atmosphäre. Wir wollen die Energie des ersten Spiels mitnehmen und unseren Heimvorteil nutzen.

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