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·29. November 2025
Voll im Titelrennen: Trabzonspor schlägt Konya 3:1 und schließt zur Tabellenspitze auf

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Am 14. Spieltag der Trendyol Süper Lig hat Trabzonspor ein kraftvolles Ausrufezeichen im Titelkampf gesetzt. Die Bordeauxrot-Blauen bezwangen TÜMOSAN Konyaspor vor den eigenen Fans mit 3:1, drehten dabei einen frühen Rückstand und feierten bereits den neunten Saisonsieg. Mit nun 31 Punkten schließt der Schwarzmeer-Klub zur Spitzengruppe auf und sitzt dem Führungsduo Galatasaray (32) und Fenerbahce (31) direkt im Nacken – kurz bevor sich die beiden Istanbuler Giganten im großen Stadt-Derby gegenüberstehen und einander Punkte wegnehmen.
Die Partie begann mit einer kalten Dusche für Trabzonspor. Nach einem unaufmerksamen Moment in der Hintermannschaft nutzte Konyaspor bereits in der 17. Minute eine ihrer ersten klaren Möglichkeiten. Nach Zuspiel von Jackson Muleka kam Yhoan Andzouana im Strafraum zum Abschluss, sein flacher Schuss wurde noch von Okay Yokuslu abgefälscht und landete unhaltbar in den Maschen – das 0:1 aus Sicht der Gastgeber. Zuvor hatten die zentralanatolischen Gäste allerdings schon angedeutet, wie gefährlich sie im Offensivspiel sein können. In der sechsten Minute war Enis Bardhi nach einem tiefen Zuspiel von Morten Björlo plötzlich frei durch, scheiterte im Eins-gegen-Eins aber an Trabzon-Torhüter Andre Onana, der stark reagierte. Auch Konyaspor meldete sich in der zehnten Minute mit einem Abschluss von Melih Ibrahimoglu zu Wort, doch Onana blieb erneut Sieger und hielt sein Team im Spiel.
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Der frühe Rückstand wirkte für Trabzonspor wie ein Weckruf. Die Mannschaft von der Schwarzmeerküste erhöhte Schritt für Schritt den Druck und suchte immer wieder Paul Onuachu als zentrale Zielstation im Strafraum. Nach einer Flanke von Oleksandr Zubkov verfehlte der nigerianische Angreifer in der 24. Minute mit einem wuchtigen Kopfball das Tor noch knapp. Kurz vor dem Seitenwechsel kippte die Dynamik des Spiels dann endgültig. In der 40. Minute tauchte Ernest Muci auf der rechten Strafraumseite auf, scheiterte zunächst am gut reagierenden Konya-Keeper Bahadir Güngördü, doch der VAR griff ein. Nach Sichtung der Bilder entschied Schiedsrichter Alper Akarsu auf Strafstoß für Trabzonspor. Verantwortung übernahm in der 43. Minute Onuachu, der die Kugel trocken und entschlossen auf die rechte Seite setzte und Güngördü damit keine Chance ließ. Mit dem 1:1-Ausgleich unmittelbar vor dem Pausenpfiff war das Spiel wieder völlig offen und das Stadion endgültig entfacht.
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: mit einem aggressiv nach vorne spielenden Trabzonspor. Schon in der 46. Minute setzte Muleka nach Ballverlust von Benjamin Bouchouari zu einem Solo an, zog Richtung Strafraum und zwang Torhüter Onana zu einem beherzten Eingreifen, um die Situation zu entschärfen. Nur wenige Minuten später wurde der Sturmlauf der Hausherren dann belohnt. In der 51. Minute drang Kazeem Olaigbe über die rechte Seite in den Strafraum ein, sein abgewehrter Ball landete vor den Füßen von Mustafa Eskihellac, der den zweiten Ball behauptete und wieder in den Gefahrenbereich brachte. Dort stand erneut Onuachu goldrichtig, nahm den Ball auf und netzte zur 2:1-Führung ein. Die Wucht des Schwarzmeer-Klubs war nun deutlich zu spüren.
Nur vier Minuten später fiel bereits die Vorentscheidung. Nach einem Freistoß von der linken Strafraumkante trat Muci an und zirkelte den Ball scharf in Richtung lange Ecke, wo die Flugbahn noch leicht abgefälscht wurde und unhaltbar im Tor einschlug – das 3:1 in der 55. Minute. Konyaspor wirkte nach diesem Doppelschlag sichtbar angeschlagen, während Trabzonspor die Partie nun kontrollierte, geduldig kombinierte und kaum noch gefährliche Konter zuließ. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Begegnung klar auf die Seite der Gastgeber gekippt.
In der Schlussphase versuchte TÜMOSAN Konyaspor noch einmal, den Anschluss herzustellen. Immer wieder suchte der Gast nach hohen Bällen und Distanzschüssen, doch Trabzonspor verteidigte konzentriert und kam selbst weiter zu Chancen. In der 79. Minute tauchte erneut Muci als Schütze aus der zweiten Reihe auf, sein Flachschuss aus der Distanz wurde jedoch von Güngördü entschärft. Auf der Gegenseite verpasste Ibrahimoglu in der 84. Minute den möglichen Anschluss, als er nach einer Hereingabe von Pedrinho den Ball mit einem wuchtigen Versuch an die Oberkante der Latte setzte. Statt Spannung bis zur letzten Sekunde blieb es bei einigen Halbchancen, weil die Hausherren im Verbund diszipliniert verteidigten, die Räume eng machten und immer wieder Ruhe am Ball fanden.
Mit dem 3:1-Heimerfolg gegen Konyaspor festigt Trabzonspor nicht nur den Platz in der Spitzengruppe, sondern sendet auch ein deutliches Signal an Galatasaray und Fenerbahce. Der Schwarzmeer-Klub steht nun bei 31 Punkten, nur einen Zähler hinter dem Spitzenreiter und punktgleich mit Fenerbahce, das im direkten Duell mit Galatasaray am Montag ebenfalls unter Druck steht. Aus Sicht von Trabzonspor ist die Konstellation perfekt: Egal wie das Derby endet – entweder lässt einer der Titelrivalen Federn oder im Idealfall beide. Zugleich war die Art und Weise des Auftritts ein Statement. Nach frühem Rückstand zeigte die Mannschaft Moral, drehte das Spiel mit hoher Intensität und offensiver Durchschlagskraft und konnte sich auf einen dominanten Onuachu sowie einen spielfreudigen Muci verlassen. Mit dieser Mischung aus Mentalität, individueller Klasse und breiter Brust meldet sich Trabzonspor endgültig im Titelrennen an.
Trabzonspor: Onana – Pina, Yokuslu, Batagov, Eskihellac (85. Baniya) – Oulai, Bouchouari (72. Sikan), Zubkov (90. Canak), Muci (85. Tufan), Olaigbe (72. Bosluk) – Onuachu
TÜMOSAN Konyaspor: Güngördü – Andzouana, Yazgili, Eris (58. Subasi), Guilherme – Jo Jin-Ho, Ibrahimoglu (87. Akyazi), Bjorlo (87. Buga), Muleka, Enis Bardhi (58. Pedrinho) – Nayir (81. Bostan)









































