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Philipp Overhoff·5. Juli 2026

Vom "Betrunkenen" zum Volkshelden: ER ist schon jetzt größter WM-Gewinner

Artikelbild:Vom "Betrunkenen" zum Volkshelden: ER ist schon jetzt größter WM-Gewinner

Noch vor wenigen Jahren sorgte Julian Quinones vor allem abseits des Fußballfeldes für Aufsehen. Heute aber ist er der Mann, der eine ganze Nation träumen lässt. Der 29-Jährige mauserte sich bei Mexikos Heim-WM zum Gesicht der Mannschaft und kann mit Fug und Recht als der bislang größte Gewinner dieses Turniers bezeichnet werden.

Alleine die Zahlen sprechen für sich: Beim 2:0-Erfolg im Eröffnungsspiel gegen Südafrika erzielte Quinones das erste Tor dieser WM. Im finalen Gruppenspiel gegen Tschechien legte er direkt nach und traf erneut.


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Doch den vorläufigen Höhepunkt der Quinones-Show setzte es im Sechszehntelfinale gegen Ecuador. Der Linksaußen steuerte zum hochverdienten 2:0-Sieg einen Treffer sowie eine Vorlage bei und war der mit Abstand beste Mann auf dem Rasen. Mit vier Scorern in vier Spielen verkörpert kein anderer Spieler den mexikanischen Höhenflug so sehr wie er.

Eine Party endete sogar im Krankenhaus

Dabei verlief die Karriere des gebürtigen Kolumbianers alles andere als geradlinig. Lange Zeit galt Quinones als großes Talent, das sich vor allem selbst im Weg stand. Der Tiefpunkt folgte 2017 während seiner Leihe zum mexikanischen Klub Lobos BUAP. Nach einer durchzechten Nacht geriet er mit seinem Mitspieler William Palacios aneinander. Die Auseinandersetzung eskalierte so heftig, dass Quinones mit Stich- und Schnittverletzungen im Krankenhaus landete. Die genauen Hintergründe wurden damals unterschiedlich dargestellt. Fest steht jedoch: Der Vorfall beschädigte seinen Ruf nachhaltig.

Und auch in den folgenden Jahren sorgte der Angreifer immer wieder für Negativschlagzeilen. Während seiner Zeit bei Tigres UANL fiel er regelmäßig durch exzessive Partynächte auf und wurde deshalb mehrfach von seinem Trainer aus dem Kader gestrichen. Gegnerische Fans verspotteten ihn sogar öffentlich als den "Betrunkenen".

Knackt Quinones auch England?

Erst in den letzten Jahren gelang die Wende. Seine Hochzeit und die Geburt einer Tochter brachten offenbar die nötige Stabilität in sein Leben. Zudem erhielt Quinones 2023 die mexikanische Staatsbürgerschaft. Seitdem entwickelte er sich zum wichtigsten Offensivspieler des Landes. Darüber hinaus steht er seit 2024 beim saudischen Klub Al Qadsiah unter Vertrag.

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📸 ALFREDO ESTRELLA - AFP or licensors

Nun schreibt Quinones auf der größtmöglichen Bühne des Fußballs an seinem ganz persönlichen Märchen weiter. Mexiko träumt nicht zuletzt seinetwegen vom ersten Viertelfinal-Einzug seit 40 Jahren.

Dafür braucht es im anstehenden Achtelfinale gegen Titelfavorit England allerdings die nächste Glanzleistung. Doch wenn aktuell jemand für eine Überraschung sorgen kann, dann ist das Julian Quinones. Aus dem einstigen Skandalvogel ist nicht ohne Grund der Volksheld Mexikos geworden.


📸 CARL DE SOUZA - AFP or licensors

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