Vom Bundestrainer übersehen? Dieser deutsche Abwehrstar trumpft im Ausland groß auf | OneFootball

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·15. April 2026

Vom Bundestrainer übersehen? Dieser deutsche Abwehrstar trumpft im Ausland groß auf

Artikelbild:Vom Bundestrainer übersehen? Dieser deutsche Abwehrstar trumpft im Ausland groß auf

Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nähert sich mit großen Schritten und noch lässt sich nicht vollends sagen, welche deutschen Fußballstars sich die Gunst von Bundestrainer Julian Nagelsmann zuziehen konnten und auf ein WM-Ticket hoffen dürfen. Neben den offensichtlichen Stammkräften ist der Bereich der großen Fragezeichen zum aktuellen Zeitpunkt allerdings größer, als so manchem deutschen Fußballfan lieb ist und während sich andere Nationen bereits einspielen und auf das Turnier im kommenden Sommer einstimmen können, wirkt die DFB-Auswahl für viele in weiten Teilen noch immer wie ein Experiment.

So manche Nominierung sorgte zuletzt auch abermals für Kopfschütteln, so etwa bei Real-Star Antonio Rüdiger, der immer wieder durch Entgleisungen auffällt. Einige fragten sich, ob dessen Berufung noch nachvollziehbar sein kann, und da stellt sich die Frage, ob es gerade in der Abwehrzentrale keine Alternativen gibt oder ob man vielleicht nicht weit genug über den Tellerrand hinausblickt?


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Kempf trumpft in der Serie A auf

Das große Wort "Leistungsprinzip“, das sich bei vielen eingebrannt hat, war auch gerade das vom Bundestrainer ausgerufene Schlagwort, das ihn zuletzt so angreifbar machte und bei vielen Personalien für große Debatten sorgte. Doch neben den offensichtlichen Nominierungskritiken an Nagelsmann gibt es vielleicht auch im Bereich der versteckten Leistungsträger einen Namen, der sich allein aufgrund seiner gezeigten Leistungen im aktuellen Saisonverlauf eine Chance verdient hätte, mal im DFB-Team vorspielen zu dürfen.

Die Rede ist hierbei von Marc-Oliver Kempf der auf deutschem Fußballboden bei Eintracht Frankfurt, dem SC Freiburg, dem VfB Stuttgart und zuletzt bei Hertha BSC von sich reden machen ließ.

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Marc-Oliver Kempf | Nicolò Campo/GettyImages

Seit Sommer 2024 steht der mittlerweile 31-jährige Innenverteidiger beim italienischen Klub Como Calcio unter Vertrag und weiß in der Serie A von sich Reden zu machen. Unter dem spanischen Cheftrainer Cesc Fàbregas gehört Kempf nicht nur zum absoluten Stamm der Leistungsträger seines Teams, sondern hat sich inzwischen auch zu einem der solidesten Innenverteidiger der italienischen Liga gemausert. In den bisherigen 29 Saisonspielen hat Kempf zudem selbst bereits vier Tore erzielt und weist eine Passquote von 90 Prozent auf. Zusammen mit dem Brasilianer Diego Carlos bildet er das stabilste Abwehrzentrum der Serie A und wird in manchen Rankings sogar zu den Top40-Verteidigern der europäischen Topligen gezählt. Mit nur 26 Gegentreffern stellt Como zudem die beste Defensive im Oberhaus.

Zwar kann der Ex-Bundesligastar den angestammten Kräften wie Jonathan Tah oder Nico Schlotterbeck nicht das Wasser reichen, aber eine Chance für Kempf wäre für die DFB-Elf vermutlich dennoch eine spannende Alternative gewesen – gerade aufgrund des ausgerufenen Leistungsprinzips und aufgrund seiner großen Qualität bei Luftduellen. Mit 70,5 Prozent gewonnenen Luftzweikämpfen ist Kempf in dieser speziellen Statistik beispielsweise sogar besser als BVB-Star Nico Schlotterbeck (64 Prozent) und Bayern-Star Jonathan Tah (69 Prozent).

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Herr der Lüfte: Marc-Oliver Kempf (Nummer 2) | NurPhoto/GettyImages

Allein die große Gefahr, die Kempf bei Standards ausstrahlt und auch die Defensive Stabilität bei hohen Bällen, wäre sicherlich ein spannender Faktor, wenn es am Ende eines Spiels Spitz auf Knopf steht, man selbst dringend noch einen Treffer benötigt oder aber mit knapper Führung das eigene Tor gegen Flanken des Gegners verteidigen muss. Dass Kempf eine Einladung vom Bundestrainer erhält, ist zwar eher unrealistisch - dafür ist die Konkurrenz auf dieser Position einfach zu groß, seine Leistungen sprechen aber dennoch für sich und verdienen einen Schulterklopfer. Qualitativ ist Kempf sicherlich keine erstklassige Lösung, aber die gibt es ja in Sachen Startformation ohnehin schon im Kader. Als taktische Ergänzung für die angesprochenen Luftduelle und spezielle Spielsituationen wäre Linksfuß Kempf aber durchaus eine interessante Überlegung wert gewesen.

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