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·3. Januar 2026
Vom Neuer-Erben zur Randnotiz: Das Nübel-Problem des FC Bayern

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·3. Januar 2026

Das Kapitel Alexander Nübel steht vor dem Ende beim FC Bayern. Was einst als langfristige Torwartlösung gedacht war, hat sich zu einer Konstellation entwickelt, die für beide Seiten kaum noch Sinn ergibt.
Als Nübel im Sommer 2020 ablösefrei vom FC Schalke 04 nach München wechselte, galt er als strategischer Coup. Der FC Bayern wollte frühzeitig für die Zeit nach Manuel Neuer vorsorgen, der Keeper selbst sprach offen davon, den Konkurrenzkampf anzunehmen. Heute, sechs Jahre später, wirkt dieser Plan wie ein Relikt aus einer anderen Fußball-Ära.
Alexander Nübel kam als Perspektivspieler, ist inzwischen aber 29 Jahre alt. Eine Entwicklungsoption stellt er für den Rekordmeister nicht mehr dar. Entscheidend ist dabei weniger sein Leistungsvermögen als vielmehr die veränderte Gemengelage im Bayern-Tor. Manuel Neuer hat Jonas Urbig öffentlich als seinen Nachfolger positioniert – ein Signal, das intern wie extern deutlich wahrgenommen wurde.
Der 22-jährige Urbig ist Nübel in der Hierarchie inzwischen klar voraus. Selbst das direkte Duell beim Bundesliga-Spiel in Stuttgart unterstrich diese Entwicklung. Während Urbig im Bayern-Tor einen souveränen Eindruck hinterließ, stand Nübel sinnbildlich für all jene Unsicherheiten, die seine Zeit beim FC Bayern geprägt haben. Es war ein Nachmittag mit Symbolkraft – und einer klaren Rollenverteilung.
Sportlich betrachtet passt Nübel damit nicht mehr in das Münchner Konstrukt. Für die Rolle hinter Neuer ist er zu erfahren und zu teuer, für die Rolle danach nicht mehr vorgesehen. Ein klassischer Zwischenzustand, der auf Dauer nicht tragfähig ist.
Noch schwerer wiegt die wirtschaftliche Dimension. Nübel kam zwar ablösefrei, entwickelte sich aber zu einem der kostenintensivsten Leihspieler der Klubgeschichte. Sein Jahresgehalt soll Gerüchten zufolge bei 12 Millionen Euro pro Jahr liegen, während der FC Bayern während der Leihstationen in Monaco und Stuttgart einen Großteil davon selbst getragen haben soll.
Demgegenüber stehen gerade einmal vier Pflichtspiele im Bayern-Trikot. Vier Einsätze in sechs Jahren – eine Bilanz, die bei einem Klub wie dem FC Bayern zwangsläufig Fragen aufwirft. Die Verlängerung seines Vertrags bis 2029 hat die Situation zusätzlich verkompliziert, statt sie zu stabilisieren.
Zwar betonen die Verantwortlichen öffentlich immer wieder Nübels Qualität und Entwicklung, doch hinter den Kulissen spricht vieles für einen Strategiewechsel. Mit Jonas Urbig ist die Zukunft definiert, mit Manuel Neuer die Gegenwart noch einmal verlängert. Für Nübel bleibt in diesem Konstrukt kein Platz mehr.
Ein Verkauf wäre für beide Seiten der logische Schritt. Für Nübel die Chance auf einen echten Neustart ohne Leihkonstrukt und Erwartungsschleifen, für den FC Bayern die Möglichkeit, zumindest einen Teil der Investition zu kompensieren und einen der letzten offenen Posten im Kader zu bereinigen.
Das Problem: Die Bayern müssen zunächst einen Abnehmer finden. Dem Vernehmen nach hofft man an der Säbener Straße auf eine Ablöse im Bereich von 15 Millionen Euro. Klar ist zudem auch: Für einen dauerhaften Abschied von der Isar muss Nübel beim Gehalt deutlich Einbußen akzeptieren.









































