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·19. September 2026

Vom Zulieferer zum Konkurrenten: Wie der VfB den BVB einholt

Artikelbild:Vom Zulieferer zum Konkurrenten: Wie der VfB den BVB einholt

Bild: Alex Grimm/Getty Images

Der VfB ist Borussia Dortmund sportlich so nah wie lange nicht. Inzwischen schrumpft auch der wirtschaftliche Abstand zwischen den Klubs.


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Wenn der VfB Stuttgart am Samstagabend Borussia Dortmund empfängt, treffen zwei Klubs aufeinander, deren Verhältnis sich in wenigen Jahren grundlegend verändert hat. Noch im Frühjahr 2023 kämpften die Schwaben um den Klassenerhalt. Inzwischen konkurrieren sie mit dem BVB um die Champions-League-Plätze.

Nur eine Niederlage in acht Duellen

Lange war Dortmund für Stuttgart vor allem Abnehmer seiner besten Spieler. Gregor Kobel, Waldemar Anton und Serhou Guirassy wechselten allesamt vom VfB zum BVB. Die Transfers verschärften nicht nur das Verhältnis zwischen den Fanlagern, sondern verdeutlichten auch die damalige Rollenverteilung. Mittlerweile sind die Schwaben mehr als ein Zulieferer für den finanziell stärkeren Konkurrenten.

„Ein großer Punkt ist der, dass wir in den letzten Jahren einfach viel näher gekommen sind“, erklärte Sebastian Hoeneß vor dem direkten Duell. Aufgrund dieser Entwicklung und der jüngsten Ergebnisse werde Stuttgart inzwischen auch in Dortmund anders wahrgenommen. Niko Kovač bestätigte diesen Eindruck. Der BVB-Trainer bezeichnete den VfB als „sehr gut ausbalancierte Mannschaft“, die über zahlreiche starke Individualisten verfüge. Stuttgart sei für ihn eine „Top-Mannschaft der Bundesliga“, wie Kovac von Welt zitiert wird.

Die Bilanz untermauert diese Einschätzung. Seit Hoeneß im April 2023 das Traineramt übernahm, verlor der VfB lediglich eines von acht Pflichtspielen gegen Dortmund. Selbst das 0:2 im vergangenen April ändert wenig daran, dass sich die frühere Rollenverteilung verschoben hat. Der BVB bleibt der größere Klub, ein Angstgegner ist er für Stuttgart jedoch längst nicht mehr.

Auch wirtschaftlich schrumpft der Abstand

Parallel zum sportlichen Aufschwung ist der VfB wirtschaftlich gewachsen. Die VfB Stuttgart AG meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtertrag von 383,6 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 22,5 Millionen Euro Gewinn, das Eigenkapital stieg auf 83,4 Millionen Euro.

Borussia Dortmund erzielte im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 460,5 Millionen Euro, verbuchte allerdings einen Verlust von 21,7 Millionen Euro. Aufgrund der unterschiedlichen Berichtszeiträume und Bilanzbegriffe sind die Zahlen nicht unmittelbar vergleichbar. Die Größenordnung zeigt dennoch, wie stark Stuttgart wirtschaftlich aufgeholt hat.

In der aktuellen Tabelle besitzt Dortmund mit neun Punkten aus drei Spielen noch einen deutlichen Vorsprung. Der VfB gewann bislang nur eine Partie. Kovač will sich davon jedoch „nicht blenden lassen“. Das direkte Duell bietet den Schwaben nun die nächste Gelegenheit zu zeigen, dass ihre Annäherung an den BVB mehr als eine Momentaufnahme ist.

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