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·22. Juni 2026

Von Lausanne bis Lusail: Die größten WM-Spiele aller Zeiten

Artikelbild:Von Lausanne bis Lusail: Die größten WM-Spiele aller Zeiten

2026 erlebt die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ihre größte Ausgabe aller Zeiten. 48 Teams, 104 Spiele und Millionen Fans hoffen auf den nächsten WM-Klassiker. Doch welche Partien haben die Geschichte des Turniers wirklich geprägt? Seit der ersten Weltmeisterschaft 1930 wurden beinahe tausend WM-Spiele ausgetragen. Nur wenige davon schafften es jedoch, Generationen von Fußballfans über Jahrzehnte hinweg zu begleiten. Sie erzählen von Helden und Tragödien, von Sensationen und Zusammenbrüchen, von Mannschaften, die unsterblich wurden, obwohl sie den Pokal nie gewannen.

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LUSAIL CITY, KATAR – 18. Dezember: Lionel Messi aus Argentinien feiert nach dem Sieg im Finale der FIFA-Weltmeisterschaft Katar 2022 gegen Frankreich mit der Sieger-Trophäe auf den Schultern von Sergio „Kun“ Agüero im Lusail Stadium am 18. Dezember 2022 in Lusail City, Katar. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)


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1954: Die Hitzeschlacht von Lausanne

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat in 96 Jahren viele legendäre Spiele hervorgebracht. Doch kaum eine Partie war so verrückt wie das Viertelfinale zwischen Österreich und der Schweiz am 26. Juni 1954 in Lausanne.

Fast 40 Grad Celsius zeigte das Thermometer an diesem Nachmittag. Die sengende Hitze verwandelte das Stadion in einen Backofen und sorgte für ein Spiel, das bis heute als torreichstes WM-Match aller Zeiten gilt.

Dabei schien zunächst alles für die Gastgeber zu laufen. Die Schweiz führte nach nur 18 Minuten bereits mit 3:0. Doch dann verlor die Partie jeden Bezug zur Normalität. Innerhalb von nur 23 Minuten fielen neun Tore. Österreich drehte den Rückstand in eine 5:3-Führung, die Schweizer schlugen zurück und hielten das Spektakel am Leben.

Während auf dem Rasen ein Torfestival tobte, kämpfte Österreichs Torhüter Kurt Schmied längst gegen seinen eigenen Körper. Der Keeper erlitt einen Hitzschlag, musste in der Kabine behandelt werden und konnte das Spiel nur unter größten Schwierigkeiten fortsetzen. Auswechslungen waren damals noch nicht erlaubt.

Was dann geschah, gehört zu den kuriosesten Geschichten der WM-Historie: Masseur Josef Ullrich positionierte sich hinter dem Tor und versorgte Schmied nicht nur mit Wasser und Schwämmen, sondern gab ihm auch Hinweise, wenn sich Angriffe näherten. Der österreichische Schlussmann wirkte zeitweise wie ein ferngesteuerter Torwart.

Am Ende gewann Österreich das historische Duell mit 7:5. Die zwölf Treffer sind bis heute WM-Rekord. Für Kurt Schmied selbst blieb die Partie allerdings ein Rätsel. Nach dem Spiel musste er ins Krankenhaus gebracht werden. Als er wieder zu sich kam, wusste er nicht einmal, wer gewonnen hatte.

Später sagte er über seinen berühmtesten Einsatz nur trocken: „Ihr könnt’s mir eh alles erzählen, ich weiß ja nichts mehr.“

Vielleicht macht genau das die Hitzeschlacht von Lausanne bis heute so einzigartig. Das torreichste WM-Spiel aller Zeiten wurde ausgerechnet von einem Mann bestritten, der sich an fast nichts davon erinnern konnte.

1970: Das Jahrhundertspiel

ItalienDeutschland 4:3 n.V.

Es gibt große Fußballspiele. Es gibt legendäre Fußballspiele. Und dann gibt es Partien, die nur noch einen Namen brauchen. Das „Jahrhundertspiel“. Als Deutschland und Italien am 17. Juni 1970 im Halbfinale der Weltmeisterschaft im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt aufeinandertrafen, ahnte niemand, dass daraus der wohl berühmteste WM-Klassiker aller Zeiten werden würde.

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GUADALAJARA, MEXIKO – 1970: Die Mannschaft von Westdeutschland stellt sich vor dem WM-Viertelfinale gegen England in Guadalajara auf. Zu sehen sind unter anderem Uwe Seeler, Sepp Maier, Karl-Heinz Schnellinger, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sigfried Held, Klaus Fichtel, Reinhard Libuda, Wolfgang Overath und Berti Vogts. Westdeutschland gewann die Partie nach Verlängerung mit 3:2. (Foto: Express/Express/Getty Images)

Zunächst schien alles nach italienischem Plan zu laufen. Bereits in der achten Minute brachte Roberto Boninsegna die Azzurri in Führung. Deutschland rannte an, kämpfte, drängte, doch Italien verteidigte seinen Vorsprung bis tief in die Nachspielzeit. Die Finaltickets schienen längst vergeben.

Dann kam Karl-Heinz Schnellinger. Der Verteidiger spielte damals für den AC Mailand und war in Italien längst heimisch geworden. Ausgerechnet er traf in der letzten Minute zum 1:1. ARD-Kommentator Ernst Huberty schrie den Satz, der bis heute untrennbar mit diesem Spiel verbunden ist: „Ausgerechnet Schnellinger!“

Was folgte, war eine der spektakulärsten Verlängerungen der Fußballgeschichte. Gerd Müller brachte Deutschland in Führung. Italien antwortete. Luigi Riva drehte das Spiel erneut zugunsten der Azzurri. Müller glich wieder aus. Kaum hatten die deutschen Spieler gejubelt, schlug Italien ein weiteres Mal zurück. Gianni Rivera erzielte das 4:3.

Innerhalb von nur 30 Minuten fielen fünf Tore. Bis heute wurden in einer WM-Verlängerung nie mehr Treffer erzielt.

Als Schiedsrichter Arturo Yamasaki schließlich abpfiff, waren die Italiener Finalisten und die Deutschen geschlagen. Doch das Ergebnis rückte beinahe in den Hintergrund. Die Zuschauer hatten etwas erlebt, das größer war als Sieg oder Niederlage.

Deutschland verlor das Spiel, gewann aber die Herzen vieler neutraler Fans. Die Mannschaft um Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und Gerd Müller hatte Fußballgeschichte geschrieben. Noch heute erinnert eine Gedenktafel im Aztekenstadion an diesen Abend. Kaum ein anderes WM-Spiel wird selbst Jahrzehnte später so oft erwähnt, analysiert und erzählt.

Vielleicht weil es alles hatte, was Fußball ausmacht: Hoffnung, Verzweiflung, Helden, Wendungen und Drama bis zur letzten Sekunde. Oder weil Gerd Müller recht behielt, als er Jahre später sagte: „Das kriegt man nie mehr aus dem Kopf.“

Das Jahrhundertspiel von Mexiko 1970 tat genau das. Es brannte sich für immer ins Gedächtnis des Fußballs ein.

1982: Die Tragödie von Sarrià

Brasilien – Italien 2:3

Manche Mannschaften werden Weltmeister. Andere werden Legenden. Die brasilianische Nationalmannschaft von 1982 gehört zur zweiten Kategorie.

Als Brasilien am 5. Juli 1982 im Estadio Sarrià von Barcelona auf Italien traf, galt die Seleção als das vielleicht beste Team des Turniers. Zico, Sócrates, Falcão, Cerezo und Júnior begeisterten die Fußballwelt mit einem Spielstil, der später als „Jogo Bonito“ verklärt werden sollte. Viele Fans und Experten halten diese Mannschaft bis heute für eine der stärksten, die niemals Weltmeister wurde.

Im entscheidenden Spiel der Zwischenrunde hätte Brasilien bereits ein Unentschieden zum Einzug ins Halbfinale gereicht. Doch auf der anderen Seite stand ein Mann, der seinen großen Moment gefunden hatte: Paolo Rossi.

Der italienische Stürmer traf früh zur Führung, Brasilien antwortete durch Sócrates. Rossi schlug erneut zu. Wieder kämpfte sich Brasilien zurück, diesmal durch Falcão. Das Spiel schien in Richtung der Südamerikaner zu kippen.

Doch dann kam die 74. Minute. Nach einem Durcheinander im Strafraum reagierte Rossi am schnellsten und erzielte sein drittes Tor des Tages. Italien führte 3:2. Brasilien war geschockt. Die Künstler des Turniers warfen in den Schlussminuten alles nach vorne. Sie kombinierten, dribbelten und attackierten unermüdlich. Doch der Ausgleich fiel nicht mehr.

Als der Schlusspfiff ertönte, versanken die brasilianischen Spieler in Fassungslosigkeit. Nicht weil sie gegen irgendeinen Gegner verloren hatten. Sondern weil mit einem einzigen Spiel ein Traum zerplatzte, den viele bereits als vollendet angesehen hatten.

Für Italien war der Sieg der Wendepunkt eines Turniers, das wenige Wochen später mit dem WM-Titel enden sollte. Paolo Rossi wurde Torschützenkönig und zum Helden einer ganzen Nation. Für Brasilien begann dagegen ein Mythos.

Die Niederlage von Sarrià wurde im eigenen Land lange als nationale Tragödie betrachtet. Gleichzeitig wuchs die Verehrung für jene Mannschaft von Jahr zu Jahr. Während andere Teams für ihre Titel gefeiert werden, wird Brasiliens Auswahl von 1982 für die Schönheit ihres Fußballs bewundert.

Noch heute fragen sich viele Fans, ob jemals eine bessere Mannschaft ohne Weltmeistertitel existiert hat. Vielleicht liegt genau darin die besondere Magie der Tragödie von Sarrià. Brasilien verlor an diesem Nachmittag das Spiel. Doch die Mannschaft gewann einen Platz in der Fußball-Ewigkeit.

1982: Die Nacht von Sevilla

Deutschland – Frankreich 3:3 n.V. (5:4 i.E.)

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat viele große Spiele hervorgebracht. Doch nur wenige vereinen Drama, Kontroversen, Helden und Tragik so vollkommen wie die Nacht von Sevilla. Am 8. Juli 1982 trafen Deutschland und Frankreich im Halbfinale der WM in Spanien aufeinander. Was folgte, ging als eines der dramatischsten Spiele der Fußballgeschichte in die Annalen ein.

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SEVILLA, SPANIEN – 1982: Frankreichs Mittelfeldspieler Jean Tigana (rechts) streckt sich im WM-Halbfinale gegen Westdeutschland nach dem Ball und attackiert Paul Breitner. Die Partie im Estadio Sánchez Pizjuán gilt als eines der dramatischsten Spiele der WM-Geschichte und endete nach Elfmeterschießen mit dem Einzug der Deutschen ins Finale. (Foto: Keystone/Getty Images)

Zunächst sah alles nach einem engen Duell zweier europäischer Spitzenmannschaften aus. Pierre Littbarski brachte Deutschland in Führung, Michel Platini glich per Elfmeter aus. Mit dem 1:1 ging es in die Verlängerung. Dort nahm das Spiel endgültig seinen legendären Lauf.

Kurz zuvor hatte sich bereits die Szene ereignet, die bis heute für Diskussionen sorgt. Frankreichs Patrick Battiston lief allein auf das deutsche Tor zu. Torhüter Harald Schumacher stürmte aus seinem Strafraum und prallte mit voller Wucht mit dem Franzosen zusammen. Battiston blieb regungslos liegen, verlor mehrere Zähne und musste verletzt vom Platz getragen werden.

Einen Elfmeter gab es nicht. Während die französischen Spieler noch unter Schock standen, ging das Spiel weiter. In der Verlängerung schien Frankreich dennoch den entscheidenden Schlag zu setzen. Marius Trésor traf zum 2:1, Alain Giresse erhöhte wenig später sogar auf 3:1. Die Équipe Tricolore hatte eine Hand am Finalticket.

Doch Deutschland war noch nicht besiegt. Karl-Heinz Rummenigge verkürzte auf 2:3. Wenig später erzielte Klaus Fischer mit einem spektakulären Fallrückzieher den Ausgleich. Plötzlich war aus einer französischen Siegesfeier wieder ein offener Schlagabtausch geworden. Nach 120 Minuten stand es 3:3.

Zum ersten Mal in der Geschichte einer Weltmeisterschaft musste ein Spiel im Elfmeterschießen entschieden werden. Auch dort blieb das Drama erhalten. Uli Stielike verschoss zunächst für Deutschland und brach weinend zusammen. Doch Frankreich konnte den Vorteil nicht nutzen. Schumacher hielt gegen Didier Six, Horst Hrubesch verwandelte den entscheidenden Elfmeter.

Deutschland stand im Finale. Frankreich blieb nur Fassungslosigkeit. Bis heute wird die Nacht von Sevilla in beiden Ländern unterschiedlich erinnert. In Deutschland gilt sie als eines der größten Comebacks der WM-Geschichte. In Frankreich als eine der schmerzhaftesten Niederlagen überhaupt.

Einigkeit herrscht nur in einem Punkt: Wer dieses Spiel gesehen hat, hat es nie wieder vergessen, denn die Nacht von Sevilla war weit mehr als ein Fußballspiel. Sie war ein Drama in 120 Minuten.

1986: Das schönste WM-Spiel aller Zeiten?

Brasilien – Frankreich 1:1 n.V. (3:4 i.E.)

Manche Spiele werden wegen ihrer Dramatik berühmt, andere wegen ihrer Schönheit. Das Viertelfinale zwischen Brasilien und Frankreich bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko vereinte beides.

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GUADALAJARA, MEXIKO – 21. Juni 1986: Sócrates aus Brasilien während des WM-Viertelfinals zwischen Brasilien und Frankreich im Estadio Jalisco in Guadalajara. Die Partie endete nach Verlängerung 1:1, Frankreich setzte sich anschließend mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. (Foto: Bongarts/Getty Images)

Als die beiden Mannschaften am 21. Juni 1986 im Estadio Jalisco von Guadalajara aufeinandertrafen, standen sich zwei der besten Teams ihrer Zeit gegenüber. Auf der einen Seite Brasilien mit Zico, Sócrates, Careca und Júnior. Auf der anderen Frankreich mit Michel Platini, Alain Giresse, Jean Tigana und Luis Fernández.

Schon vor dem Anpfiff wirkte die Partie wie ein vorgezogenes Finale. Brasilien erwischte den besseren Start. Careca brachte die Seleção bereits in der 17. Minute in Führung. Die Südamerikaner spielten mutig, technisch brillant und mit jener Leichtigkeit, die ihren Fußball weltweit berühmt gemacht hatte.

Doch Frankreich antwortete. Kurz vor der Pause traf Michel Platini zum 1:1 und stellte das Gleichgewicht wieder her. Was folgte, war ein offener Schlagabtausch zweier Mannschaften, die gewinnen wollten, ohne ihre Fußballphilosophie zu verraten.

Chancen gab es auf beiden Seiten. Die Latte rettete für Frankreich. Brasilien vergab weitere Möglichkeiten. Dann kam die vielleicht entscheidende Szene des Spiels: Zico, gerade erst eingewechselt, bekam die Chance, seine Mannschaft per Elfmeter ins Halbfinale zu schießen. Doch Frankreichs Torhüter Joël Bats parierte.

Das Spiel ging in die Verlängerung. Auch dort schenkten sich beide Teams nichts. Frankreich drängte, Brasilien antwortete. Die Kräfte schwanden, doch die Qualität blieb außergewöhnlich hoch. Als schließlich das Elfmeterschießen entscheiden musste, erreichte das Drama seinen Höhepunkt.

Ausgerechnet einige der größten Stars des Spiels scheiterten vom Punkt. Sócrates verschoss für Brasilien, Michel Platini für Frankreich. Schließlich setzte Júlio César seinen Versuch neben das Tor. Luis Fernández trat an und verwandelte. Frankreich gewann das Elfmeterschießen mit 4:3 und zog ins Halbfinale ein.

Für Brasilien bedeutete die Niederlage weit mehr als das Ausscheiden aus einem Turnier. Für viele Helden der berühmten Generation um Zico, Sócrates und Júnior war es der letzte große Auftritt auf der WM-Bühne. Der Traum vom Weltmeistertitel blieb unerfüllt.

Doch anders als vier Jahre zuvor bei der Tragödie von Sarrià blieb vor allem die Erinnerung an ein außergewöhnliches Fußballspiel. Bis heute wird Brasilien gegen Frankreich von 1986 regelmäßig genannt, wenn Fans, Spieler und Experten nach den besten WM-Partien aller Zeiten gefragt werden. Nicht wegen eines einzelnen Moments, nicht wegen einer Kontroverse, sondern weil an diesem Nachmittag zwei großartige Mannschaften zeigten, wie schön Fußball sein kann. Manchmal gibt es keine Verlierer. Nur ein Spiel, das die Zeit überdauert.

2022: Das größte WM-Finale des 21. Jahrhunderts

Argentinien gegen Frankreich 4:2 i.E. (3:3 n.V.)

Weltmeisterschaften haben viele große Endspiele hervorgebracht. Doch nur wenige vereinen so viele Geschichten in einem einzigen Spiel wie das Finale der WM 2022 zwischen Argentinien und Frankreich. m 18. Dezember 2022 blickte die Fußballwelt nach Lusail in Katar. Im Mittelpunkt stand vor allem ein Mann: Lionel Messi.

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LUSAIL CITY, KATAR – 18. Dezember: Lionel Messi und seine Teamkollegen aus Argentinien jubeln nach dem entscheidenden verwandelten Elfmeter von Gonzalo Montiel im Elfmeterschießen des Finales der FIFA-Weltmeisterschaft Katar 2022 gegen Frankreich im Lusail Stadium am 18. Dezember 2022 in Lusail City, Katar. Während die Argentinier ihren WM-Triumph feiern, reagieren die französischen Spieler enttäuscht. (Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Nach vier WM-Teilnahmen, zahllosen Rekorden und einer Karriere voller Titel fehlte dem Argentinier nur noch die wichtigste Trophäe des Fußballs. Viele sahen darin seine letzte Chance, endgültig auf eine Stufe mit Diego Maradona zu steigen. Und zunächst schien alles nach einem perfekten Abschied zu verlaufen.

Messi brachte Argentinien per Elfmeter in Führung. Kurz darauf vollendete Ángel Di María einen traumhaften Konter zum 2:0. Frankreich wirkte überrascht, ideenlos und lange Zeit nahezu chancenlos. Bis zur 80. Minute. Dann begann Kylian Mbappé, das Spiel an sich zu reißen.

Innerhalb von nur zwei Minuten verwandelte der französische Superstar zunächst einen Elfmeter und erzielte wenig später den Ausgleich. Plötzlich war ein Finale, das entschieden schien, wieder völlig offen. Die Verlängerung brachte das nächste Kapitel.

Messi traf zum 3:2 und schien seinem großen Traum endgültig nahe zu sein. Doch Frankreich bekam noch eine letzte Chance. Wieder trat Mbappé an. Wieder traf er vom Elfmeterpunkt. 3:3. Das vielleicht spektakulärste WM-Finale der modernen Fußballgeschichte musste im Elfmeterschießen entschieden werden.

Dort hatte Argentinien die besseren Nerven. Torhüter Emiliano Martínez wurde zum Helden, während Messi seinen Versuch sicher verwandelte. Als Gonzalo Montiel den entscheidenden Elfmeter im Tor unterbrachte, brachen bei Spielern und Fans alle Dämme.

Argentinien war zum dritten Mal Weltmeister. Messi hatte endlich den Titel gewonnen, der seiner außergewöhnlichen Karriere noch gefehlt hatte. Doch das Finale wird nicht nur wegen seines Siegers in Erinnerung bleiben. Es war das Duell zweier Generationen. Der größte Spieler seiner Zeit gegen den vielleicht größten Spieler der nächsten. Messi erzielte zwei Tore. Mbappé traf dreimal und wurde erst der zweite Spieler der WM-Geschichte mit einem Hattrick in einem Finale.

Die Partie bot Wendungen, Dramatik, große Persönlichkeiten und Momente für die Ewigkeit. Viele Endspiele krönen eine Weltmeisterschaft. Dieses Finale wurde selbst zur Legende. Wenn über die größten WM-Spiele aller Zeiten gesprochen wird, fällt inzwischen fast immer auch ein Duell aus Katar. Argentinien gegen Frankreich. Das Finale, das alles hatte.

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