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·9. Juli 2026
Von Watutinki bis Winston-Salem: Wann endet Deutschlands Misere in Sachen WM-Camps?

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Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Dreimal in Folge hat Deutschland offenbar bei der Auswahl eines WM-Basis-Camps daneben gegriffen. Sollten die Spieler sich das Camp künftig selber aussuchen?
Auch zwölf Jahre später schwärmen Beteiligte noch vom WM-Basiscamp „Campo Bahia“ bei der WM 2014.
Deutschland wurde 2014 Weltmeister, und viele Spieler sowie Funktionäre beschwören den Geist des „Campo Bahia“. Das Ressort wurde von einem Münchner Architekten errichtet, und die Luxusvillen fügten sich zauberhaft in die tropische Landschaft ein. Die Nationalspieler waren damals jeweils mit drei bis vier Spielern einer Villa zugeteilt und sollen so noch besser zueinander gefunden haben.
Ob das in Gänze so stimmt, lässt sich schwer überprüfen. Fest steht: Die deutsche Mannschaft hatte damals großen Erfolg. Deshalb wird auch die komplette Turnier-Organisation gelobt. Doch seitdem ist viel passiert.
Bei der WM 2018 im russischen Watutinki, rund 30 Kilometer außerhalb von Moskau, sollen sich die Spieler extrem gelangweilt und sehr lange Playstation und Co. gespielt haben. Es habe an Atmosphäre und Flair gefehlt, zudem sei das Camp weit abgelegen gewesen vom Trubel in der Stadt. Auch die schlechte Organisation habe dazu geführt, dass Deutschland erstmals in der Gruppenphase der WM ausschied – so die spätere Lesart.
Bei der WM 2022 gab es für die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick dann viele Probleme – und offenbar hatte man sich auch beim Camp in Katar verzockt.
Während zahlreiche Teams über die kurzen Wege in Doha jubelten und Hotels mitten in der Stadt buchten, weil man trotzdem relativ ungestört war, gab der DFB einem Camp deutlich außerhalb der Stadt den Zuschlag.
Dieses Mal entstand nicht nur Langeweile, sondern auch Orga-Stress. Denn für die offiziellen Pressekonferenzen vor Spielen mussten Flick und Co. rund zwei Stunden fahren, um den Termin wahrzunehmen. Während der intensiven Spielvorbereitung eine Katastrophe für die deutsche Delegation. Deutschland schied übrigens wieder in der Vorrunde aus.
Und nun in den USA passte es offenbar wieder kaum einem Spieler. Das abgelegene Graylyn Estate in Winston-Salem, North Carolina, war eine eindrucksvolle Anlage, doch für die Spieler muss es so langweilig gewesen sein, dass sie sogar verstecken spielten. Während sie zwischenzeitlich zu Spielen abreisten, so berichtet die Bild-Zeitung, kamen sogar Kammerjäger, um Ungeziefer zu vertreiben.
Ein Basiscamp bei einem großen Turnier ist natürlich nicht der ausschlaggebende Punkt für den Erfolg oder Misserfolg einer Mannschaft. Dennoch kann man atmosphärisch noch ein paar Prozent für die Spieler herausholen.
Da der DFB nun dreimal in Folge offenbar den Großteil seiner Spieler nicht zufriedenstellen konnte, wäre es im Zuge aller Reformen angebracht, sich auch Gedanken zu machen, was bei der Auswahl eines WM-Camps womöglich zu ändern ist.
Wie wäre es zum Beispiel mit moderner Teilhabe der Spieler? Zumindest fünf, sechs Führungsspieler könnten den Verantwortlichen mitteilen, was für sie bei einem WM-Camp wichtig erscheint. Soll es doch mal wieder direkt in der Stadt sein? Und warum dürfen sie nicht die Optionen vorab ansehen und Empfehlungen abgeben? So wird es auch ihre Verantwortung, dass das WM-Camp eine Wohlfühloase wird.
Jedenfalls sollte der DFB eine Lösung finden, damit die Nationalspieler nicht wieder von Langeweile geplagt werden und der Bundestrainer nicht unter Stress gerät.







































