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·15. März 2026

Von Witten nach Dortmund: Die Karriere von Alex Popp

Artikelbild:Von Witten nach Dortmund: Die Karriere von Alex Popp

Es hat anfangs etwas gedauert, bis „Poppi“, wie sie liebevoll genannt wird, ihr die Möglichkeiten in ihrem Sport klar wurden: „Bis ich 14 oder 15 Jahre alt war, wusste ich gar nicht, dass es auch eine Frauen-Bundesliga gab. Mein Blick über den Tellerrand endete beim Teller“, so die ehemalige Nationalspielerin, die immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat. So war ihr fußballerisches Vorbild auch keine Frau, sondern ein Mann: Pavel Nedved. „Ein begnadeter Fußballer, dessen Art Fußball zu spielen mich inspiriert hat“, so Popp.

Geboren in Witten, begann sie ihre fußballerische Laufbahn beim Gevelsberger Vorortverein FC Schwarz-Weiß Silschede. Über den 1. FFC Recklinghausen ging es dann mit 17 Jahren zum FCR 2001 Duisburg, wo sie am 7. September 2008 auch ihr Bundesliga-Debüt feierte. Parallel dazu wurde sie ab 2006 in die jeweiligen U-Nationalmannschaften des DFB berufen und feierte im Mai 2008 bei der U17-Europameisterschaft ihren ersten Titel auf internationalem Niveau.


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Um auch die schulische Laufbahn nicht zu vernachlässigen, besuchte Popp die Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen, eine Eliteschule des Fußballs – eigentlich nur für Jungs. Doch für Popp wurde eine Ausnahme gemacht. Gleichzeitig trainierte sie mit den Jugendmannschaften des FC Schalke 04. Und das als Borussin. „Ich habe es eigentlich immer verschwiegen, bis ich eines Tages eine Tasche meines Bruders mitgenommen habe, auf die er mit Edding „BVB“ geschrieben hatte. Da bin ich aufgeflogen – durfte aber trotzdem weiter mitmachen“, so die Erinnerung von Popp.

Prominente Mitspielerinnen

Am Ende der Saison 2008/09 folgten an der Seite von prominenten Namen wie Inka Grings, Annike Krahn oder Simone Laudehr die ersten Titel im Profibereich die ersten Titel im Profi-Bereich: Beim 7:0-Finalerfolg im DFB-Pokal gegen Turbine Potsdam gelang ihr in der Schlussminute der Treffer zum Endstand, eine Woche zuvor hatte sie den Gewinn des UEFA Women’s Cup (heute UEFA Women’s Champions League) gefeiert. Alles noch auf der Position der linken Außenverteidigerin.

Im Februar 2010 wurde Popp erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert und absolvierte gegen Nordkorea ihr erstes von insgesamt 145 Länderspielen (67 Tore).

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Im Sommer 2012 wechselte Popp nach 80 Spielen, in denen sie insgesamt 31 Tore erzielte, auch aufgrund einer drohenden Insolvenz in Duisburg, zum VfL Wolfsburg und entwickelte sich in den kommenden Jahren zur absoluten Führungsspielerin und Kapitänin der Niedersachsen.

Ein Wechsel, der Ralf Kellermann, damals noch Trainer beim VfL, abseits des Rasens durchaus vor Probleme stellte. Denn Liebe auf den ersten Blick gibt es bei Popp nicht nur beim Fußball: Der tiefe Blick in die Augen eines Gorillas hat sie am ersten Tag eines Praktikums im Zoo Duisburg für den Job der Tierpflegerin begeistert. „Das hat mich sofort gecatcht“, so die 34-Jährige. Deswegen ist sie nicht nur die bekannte Fußballerin, sondern auch ausgebildete Tierpflegerin. Kellermann organisierte im Tierpark Essehof eine Möglichkeit, eine Lehre zu absolvieren – zum Glück für Popp und den VfL.

Erstmals Deutsche Meisterin

Bereits in der ersten Saison gelang der Gewinn des Triples und machte Popp somit nicht nur zur mehrfachen Champions-League- und DFB-Pokalsiegerin, sondern auch erstmals zur Deutschen Meisterin. Und doch gab es auch Rückschläge auf diesem Weg: Durch eine Außenbandverletzung, die sie sich im Champions-League-Finale zuzog, fiel sie für die Europameisterschaft 2013 aus und musste am Fernseher verfolgen, wie ihre Teamkolleginnen in Schweden den Titel holten.

Im Folgejahr gelang es den Wolfsburgerinnen, den Titel in der Champions League und in der Bundesliga zu verteidigen – mit entscheidendem Anteil von Popp: Am letzten Spieltag der Saison kam es zu einem echten Endspiel in Wolfsburg, wo die bis dato ungeschlagenen Frankfurterinnen empfingen, denen ein Unentschieden zur Meisterschaft gereicht hätte.

In der 89. Minute war es Popp, die zur Meisterschaft einköpfte. „Danach war pure Ekstase, wir sind kreuz und quer über den Platz gelaufen und haben gejubelt“, so die Siegtorschützin, die die Feierlichkeiten nach Abpfiff größtenteils verpasste. „Es waren 40 Grad, wir hatten rund um den Platz zu wenig Wasser und nach dem Spiel hatte ich einen Sonnenstich.“

Der größte Triumph gelang der Wittenerin allerdings mit der Nationalmannschaft: Am 19. August 2016 gewann Popp im berühmten Maracana-Stadion in Rio de Janeiro mit 2:1 gegen Schweden das olympische Fußballturnier. „Das war ein Moment, wo ich wusste, an den wirst du dich gerne erinnern“, so Popp, die nur diese Medaille und die Auszeichnung für ihr 100. Länderspiel im Wohnzimmerregal immer in Sichtweite hat.

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Im Jahr 2019 wurde Popp, die auf dem Platz immer durch ihren Siegeswillen beeindruckt und ihre Mannschaft mitzieht, zur Kapitänin der DFB-Elf ernannt und behielt diese Position bis zu ihrem Rücktritt 2024 nach den Olympischen Spielen in Paris, bei denen sie die Bronzemedaille gewann. Besonders bemerkenswert war ihr Auftritt bei ihrer einzigen Europameisterschaft 2022: Nachdem sie aufgrund eines Knorpelschadens im Knie ein Jahr lang nicht spielen konnte und schon die Turniere 2013 und 2017 jeweils verletzungsbedingt verpasste, traf sie in jeder Partie bis zum Finale und war damit entscheidend am Erfolg der deutschen Mannschaft beteiligt. Der Wermutstropfen: Das Endspiel verpasste sie wegen Wadenproblemen und konnte die Niederlage gegen England somit nicht verhindern.

Nach 14 Jahren beim VfL Wolfsburg (380 Pflichtspiele, 190 Tore) folgt jetzt der Schritt zu Borussia Dortmund. Im Frauenfußball auf den ersten Blick vielleicht ein Schritt zurück. Aber wer Poppi kennt, der weiß: Sie wird alles geben, um mit ihrer neuen Mannschaft so schnell wie möglich die höchsten Ziele zu erreichen. Und wenn man sie fragen würde, spielt sie aktuell noch nicht ihre letzte Bundesliga-Saison.

Alexandra Popp

6.4.1991 7-mal Deutsche Meisterin, 13 DFB-Pokalsiege, 3 Champions-League-Titel, Vize-Europameisterin (2022), Olympiagold (2016) und Olympiabronze (2024), 3-mal Fußballerin des Jahres, Torschützenkönigin 2023 Vorbild: Pavel Nedved 145 A-Länderspiele, 67 Tore 482 Pflichtspiele, 234 Tore

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