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·4. Oktober 2026

Von Zwei bis Fünf alles dabei: Die DFB-Noten gegen Griechenland

Artikelbild:Von Zwei bis Fünf alles dabei: Die DFB-Noten gegen Griechenland

Auch mit dem zweiten Kader gelang Jürgen Klopp als Bundestrainer kein Sieg gegen die defensiv ausgerichteten Greichen. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 0:0 auf der Anzeigetafel. Fussballdaten.de mit der Einzelkritik.

Nach dem ersten Sieg am Donnerstag gegen Serbien folgte in Thessaloniki ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften. Während die deutsche Offensive gegen tiefstehende Griechen unermüdlich auf die Führung drängte, wirkte die Partie im zweiten Durchgang zunehmend zerfahren. Bundestrainer Jürgen Klopp hatte seine Startelf im Vergleich zum Premierenerfolg auf drei Positionen verändert. Die neu in die Mannschaft geholten David Raum, Lennart Karl und Jonathan Burkardt konnten jedoch keine entscheidenden Akzente setzen.


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Dabei war die DFB-Auswahl nach hektischen Anfangsminuten spielbestimmend. Die Griechen überließen Klopps Mannschaft den Ball und standen extrem defensiv. Anders als im Hinspiel hatte die deutsche Elf mit dem tiefen Block weniger Probleme. Wieder stachen die starken Protagonisten aus dem Serbien-Spiel hervor. Neuling Derry Scherhant machte im Gegensatz zu Karl und dem eingewechselten Said El Mala mit Eins-gegen-Eins-Duellen und gefährlichen Einzelaktionen auf sich aufmerksam.

In der 33. Minute schien der Knoten geplatzt: Nach einem schnellen Konter schob Burkardt nach überragendem Zuspiel von Scherhant zum vermeintlichen 1:0 ein. Der Treffer wurde jedoch wegen eines Handspiels von Tom Bischof an der Mittellinie aberkannt. Hochkarätige Torchancen blieben in der Folge Mangelware. Trotz einer dominanten ersten Halbzeit konnte Deutschland kein Kapital schlagen. In der zweiten Hälfte fielen die deutschen Chancen dem strukturierten Chaos der Griechen zum Opfer, die kaum mehr etwas zuließen. Nach einer letzten Drangphase des DFB-Teams konnten die tapferen Gastgeber das torlose Remis über die Zeit bringen.

Noten: Deutschland in Griechenland in der Einzelkritik

Jonas Urbig: Der Münchner kam zu seinem zweiten Länderspiel und war deutlich mehr gefordert als gegen Serbien. Mit einer Glanztat gegen Masouras verhinderte er einen frühen Rückstand (2. Minute). Ansonsten selten geprüft, aber stets hellwach und scheute auch Wortgefechte mit den Gegnern nicht (61.). Note 2.

Philipp Treu: Obwohl er am Donnerstag 90 Minuten spielte, bekam er erneut den Vorzug vor Ridle Baku und auch Felix Keidel. Gab auch in seinem dritten Länderspiel eine gute Figur ab, kreierte Offensivaktionen und arbeitete fleißig nach hinten mit. Seine einzigen Mankos waren die Zweikampfquote (laut "Sofascore" gewann er nur drei von neun am Boden) und fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor (56., 86.). Im Gegensatz zu Raum sehr offensiv, was den Griechen jedoch manchmal zu viele Räume ließ. Aber eines ist klar: Er ist Klopps Rechtsverteidiger Nummer eins. Note 2.

Malick Thiaw: Auch der Innenverteidiger stand zum zweiten Mal in dieser Woche über die volle Distanz auf dem Platz. Konnte Bälle festmachen, bevor es brenzlig wurde und behielt in Zweikämpfen und Laufduellen die Oberhand. Ließ wie schon gegen Serbien nichts anbrennen. Nach 59 Minuten kam er plötzlich frei vor dem griechischen Tor an den Ball, war aber selbst zu überrascht und konnte die Chance nicht nutzen. Note 2,5.

Waldemar Anton: Bei der frühen Masouras-Chance wäre er beinahe der Pechvogel gewesen, als er ihn zum Kopfball kommen ließ. Ansonsten ebenfalls souverän, wenn auch nicht herausragend. Seine Ruhe am Ball nahm dem Spiel zeitweise die aufgekommene Hektik. Note 2,5.

David Raum: Stand anstelle von Maximilian Mittelstädt in der Startelf und durfte sich erstmals unter Klopp zeigen. Anders als sein Herausforderer blieb er weitgehend unauffällig. Kam nach einer einstudierten Freistoßvariante mit einem strammen Abschluss zur Geltung, der Griechenlands Keeper Tzolakis zu einer starken Parade zwang (25.). Wirkte vor allem in der zweiten Halbzeit größtenteils abgemeldet und hatte auch in der Defensive einige Schwierigkeiten. Note 4.

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Erstes Spiel unter Klopp für David Raum. Foto: Maja Hitij/Getty Images

Aleksandar Pavlovic: Knüpfte an seine gute Leistung gegen Serbien (Fussballdaten.de-Note 2,5) an und war erneut das Metronom im Mittelfeld. 94 % seiner Pässe (Quelle "Sofascore") kamen bei einem Mitspieler an, ebenso alle vier seiner langen Bälle. Auch defensiv stets zur Stelle, abgesehen von einem unüblichen Fehlpass. Note 2.

Florian Wirtz: In seinem 48. Länderspiel erstmals DFB-Kapitän von Beginn an. Wirkte nicht ganz so befreit wie gegen Serbien, konnte trotz der engen Räume aber gelegentlich glänzen, etwa bei einer Aktion gegen drei Griechen, die leider nicht zu einem Tor führte (8.). Wurde ständig von seinen Mitspielern gesucht, konnte gegen den tiefen Block der Gegner jedoch nicht viel ausrichten. Trotzdem erneut ein Aktivposten. Note 2,5.

Tom Bischof (bis 83. Minute): Der Münchner, direkt von der U21 angereist, fügte sich gegen Serbien nahtlos ein, erzielte ein Tor und wurde zum Spieler des Spiels gewählt. In Thessaloniki konnte er dieser hohen Messlatte verständlicherweise nicht gerecht werden, hinterließ dennoch einen soliden Eindruck. In der Anfangsphase fiel er mit cleveren Zuspielen auf, hatte aber Pech mit seinem Handspiel beim vermeintlichen Führungstreffer. Stach nach dem Seitenwechsel selten hervor. Wich nach 83 Minuten für Bambasé Conté. Note 3.

Lennart Karl (bis 63. Minute): Der Jüngste in Klopps 43-Mann-XXL-Kader kam in Griechenland erstmals zum Zug, nachdem er gegen Serbien die vollen 90 Minuten auf der Bank verbracht hatte. Es war ein unglückliches Spiel für den 18-Jährigen. Selten mit den Aktionen, die ihn und seine Spielfreude sonst auszeichnen. Brachte sich immerhin defensiv ein, indem er eine Hereingabe des eingewechselten Karetsas abfing (50.). Ging nach 63 glücklosen Minuten für Said El Mala vom Feld – schade, dass das Duo keine Sekunde zusammen auf dem Platz stand. Note 4.

Jonathan Burkardt (bis 63. Minute): Stets engagiert, aber selten wirklich gut eingebunden. Das vermeintliche Führungstor (33.) wäre sein erstes im DFB-Trikot gewesen. Sinnbildlich für seine Leistung im ersten Spiel unter Klopp von Anfang an: Er konnte sich nicht auszeichnen. Exemplarisch war eine Szene aus der 27. Minute, als er sich elegant aus dem Pressing zweier Griechen löste und den Ball seelenruhig über die gesamte Breite des Feldes ins Seitenaus beförderte. Wie bereits im Hinspiel wurde er getunnelt und entschärfte unfreiwillig einen Wirtz-Kopfball für die Griechen (20.). Ansonsten ohne nennenswerte Szenen, wurde nach einer guten Stunde durch Nick Woltemade ersetzt. Note 4,5.

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Burkardts Freude über das erste Länderspieltor währte nur kurz. Foto: Maja Hitij/Getty Images

Derry Scherhant (bis 83. Minute): Zweimal überraschend in der Startelf, zweimal einer der auffälligsten Deutschen. Ein klarer Gewinner von Klopps umfangreichem Casting. Wie schon gegen Serbien brachte der Freiburger frischen Schwung in die Offensive und belebte das deutsche Spiel über die linke Seite. Fiel immer wieder durch gute Aktionen auf, auch beim aberkannten 1:0, als er einen Griechen aussteigen ließ und perfekt für Burkardt auflegte. Pech für ihn, dass das Tor nicht zählte. Nach 83 Minuten wurde der Neuling von Mika Baur in den verdienten Feierabend geschickt. Sollte er seine starke Form in Freiburg beibehalten, ist Scherhant definitiv ein heißer Kandidat für Klopps November-Kader. Einer, der Lust auf mehr macht. Note 2.

Einwechselspieler:

Said El Mala (ab 63. Minute): Die Freude war groß, als der Kölner gegen Serbien sein lang ersehntes Nationalmannschaftsdebüt feierte. Doch der 999. Nationalspieler der DFB-Geschichte blieb in seinen beiden Jokereinsätzen gegen tiefstehende Gegner blass. Wie schon am Donnerstag (Fussballdaten.de-Note 4) ohne bemerkenswerte Akzente. Auch in Griechenland bei seinen Aktionen entweder unglücklich (68.) oder bei angesetzten Sololäufen schon früh entscheidend gestoppt (90+3.). RTL-Experte Lothar Matthäus betonte, dass dem Youngster der nötige Raum fehlte, um seine Qualitäten zu zeigen. Absolut richtig. Dennoch bleibt für diesen Abend nur eine harte Note 5.

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Said El Mala: Die Griechen liefen ihm hinterher, er selbst seinen Leistungen beim FC. Foto: Maja Hitij/Getty Images

Nick Woltemade (ab 63. Minute): Für seinen Startelf-Auftritt gegen Serbien bekam er die Fussballdaten.de-Note 5, die viele Nutzer als zu kritisch empfanden. Über diese kam er mit seinem rund halbstündigen Einsatz gegen Griechenland aber nicht hinaus. Gegen Serbien war er teilweise noch gut ins Spiel eingebunden und hatte immerhin, wenn auch vergebene, Torchancen. Spielte in seinen ersten Minuten zwar mit, ansonsten aber, abgesehen von seiner Körpergröße, selten präsent in Erscheinung getreten. Note 5.

Bambasé Conté (ab 83. Minute): Klopp scheint etwas in dem jungen Hoffenheimer zu sehen: Setzte ihn in allen drei Partien ein, in denen er zum Spieltagskader gehörte. Im letzten Spiel ließ er sein Können zweimal aufblitzen, gegen die Griechen aber ohne Impulse. Hatte Glück, dass ein Fehlpass den Gastgeber nicht mehr Möglichkeiten eröffnete. Keine Note.

Mika Baur (ab 83. Minute): Kam für den wohl besten DFB-Akteur, Derry Scherhant. Zehn Ballkontakte, immerhin nur einer von acht gespielten Pässen erreichte sein Ziel nicht. Für eine Bewertung aber zu wenig. Keine Note.

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Die DFB-Noten gegen Griechenland in der Übersicht. Fotos: imago. Grafik: Maximilian Dymel / Fussballdaten.de

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