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·26. Juni 2026

Vor Abstimmung über RL-Reform: Initiative greift Verbände an

Artikelbild:Vor Abstimmung über RL-Reform: Initiative greift Verbände an

Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung über die Zukunft der Regionalligen und den Aufstieg zur 3. Liga verschärft sich die Debatte um das sogenannte Kompassmodell. Die Initiative "Aufstiegsreform2025" wirft den Regional- und Landesverbänden vor, die Vereine kurzfristig mit grundlegenden Änderungen am Reformvorschlag konfrontiert zu haben und kritisiert den Ablauf des Entscheidungsprozesses scharf.

18 statt 20 Teams pro Staffel?

Konkret kritisiert die Initiative zwei Punkte. Zum einen sei die ursprünglich vorgesehene Einführung von 20er-Staffeln zugunsten von 18er-Ligen aufgegeben worden. Zum anderen könne eine Reform künftig offenbar nur umgesetzt werden, wenn sämtliche Regionen zustimmen. Bislang war davon ausgegangen worden, dass eine bundesweite Mehrheit der beteiligten Vereine ausreichen würde. "Viele Vereine haben sich über Monate intensiv mit dem Kompassmodell beschäftigt und ihre Positionen auf Basis der ursprünglich vorgestellten Inhalte entwickelt", erklärt Sprecher Tommy Haeder. Wenn wenige Tage vor der Abstimmung am 29. Juni zentrale Bestandteile verändert würden, sei das "weder transparent noch vertrauensbildend". Aus Sicht der Initiative seien die Klubs damit "faktisch vor vollendete Tatsachen gestellt" worden.


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Die Initiative fordert deshalb eine stärkere Einbindung der Vereine in den Reformprozess. Haeder erklärt, viele Klubs hätten derzeit das Gefühl, dass über ihre sportliche und wirtschaftliche Zukunft entschieden werde, ohne sie ausreichend einzubeziehen. Ein solches Vorgehen schade dem Vertrauen in die Verbandsarbeit. Kritik kommt auch von mehreren Vereinsvertretern. Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiß Oberhausen, bezeichnete die Abkehr von den ursprünglich geplanten 20er-Staffeln als irritierend. "Die Aufstockung um zwei Heimspiele pro Saison ist ein wesentlicher Pluspunkt für die Attraktivität des Modells."

Auch Meppens Geschäftsführer Florian Egbers sieht die kurzfristigen Änderungen kritisch. Aus seiner Sicht werde über eine Version des Kompassmodells abgestimmt, die sich in wesentlichen Punkten von den ursprünglichen Überlegungen der DFB-Arbeitsgruppe unterscheide. Die Reduzierung auf 18 Vereine pro Staffel führe dazu, dass vier direkte Absteiger mehr als 20 Prozent der Liga ausmachten. Zudem seien viele Vereine bis heute nicht ausreichend informiert. "Wer über die Zukunft des Wettbewerbs abstimmen soll, muss die Fakten kennen – genau daran fehlt es aktuell an vielen Stellen", so Egbers.

Abstimmungsregel in der Kritik

Scharfe Kritik übt die Initiative zudem an der vorgesehenen Abstimmungsregel. Sollte eine Reform tatsächlich nur mit Zustimmung aller Regionen möglich sein, käme dies nach Auffassung Haeders einem Vetorecht einzelner Minderheiten gleich. "Wenn eine bundesweite Mehrheit der Vereine eine Reform unterstützt, diese aber an einzelnen Regionen scheitern kann, wird aus einem demokratischen Verfahren faktisch eine Abstimmung mit Vetorecht für eine Minderheit."

Trotz der Kritik ruft die Initiative die Vereine dazu auf, sich an der Abstimmung zu beteiligen und ihre Interessen aktiv zu vertreten. "Ich appelliere an alle Vereine, am Montag ihre Stimme zu erheben und sich klar für die ursprünglich diskutierten Inhalte des Kompassmodells einzusetzen", sagte Haeder. Gleichzeitig lud er weitere Klubs ein, sich der Initiative anzuschließen und gemeinsam für eine aus ihrer Sicht transparente und faire Reform der Regionalligen einzutreten. Über das Kompassmodell und die künftige Struktur der Regionalligen soll am Montag abgestimmt werden. Das Ergebnis könnte richtungsweisend für die zukünftige Aufstiegsregelung zur 3. Liga und die Organisation der Regionalligen in Deutschland sein. Die endgültige Entscheidung würde dann entweder der DFB-Vorstand oder der DFB-Bundestag treffen.

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