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·17. August 2026

Vor Chile-Reise: Platense gegen Boca Juniors um den Sieg gebracht (Video)

Artikelbild:Vor Chile-Reise: Platense gegen Boca Juniors um den Sieg gebracht (Video)

Der argentinische Fußball erlebt erneut eine Woche, die von Ärger, Verdachtsmomenten und Schiedsrichterentscheidungen geprägt ist, die Debatten nicht beenden, sondern wieder neu entfachen. Wieder einmal stand der VAR im Mittelpunkt der Diskussion und nährte ein Gefühl, das sich in den letzten Spieltagen immer stärker festgesetzt hat: das eines Turniers, in dem jede Schiedsrichterauslegung den Verlauf eines Spiels verändern und zugleich das Misstrauen der Beteiligten vertiefen kann.

Diesmal ereignete sich der Vorfall, der die Kontroverse auslöste, im Duell zwischen Platense und Boca, wo dem Team aus Vicente López ein Tor aberkannt wurde, das den Spielverlauf komplett hätte verändern können. Die Entscheidung löste auf Seiten des Calamar heftigen Protest aus und überschritt schnell den Rahmen des Spielfelds, um zu einem der Hauptgesprächsthemen unter Fans, Journalisten und Beteiligten zu werden.

Die Kontroverse erklärt sich nicht allein durch die Aberkennung des Treffers. Der eigentliche Kern des Konflikts liegt in der gesamten Spielszene und insbesondere im unterschiedlichen Maßstab, den Platense bei zwei Handspielen wahrnahm, die praktisch in derselben Aktion passierten. Für die Heimmannschaft galt: Wenn der VAR eingriff, um den Kontakt von Luciano Giménez zu überprüfen, hätte er auch das mögliche vorangegangene Handspiel von Dylan Gorosito, Verteidiger von Boca, unter die Lupe nehmen müssen, das zu einem Elfmeter hätte führen können.


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Die Szene ereignete sich, als Platense bereits führte. Giménez erzielte das, was wie das zweite Tor der von Martín Palermo trainierten Mannschaft aussah, doch der Jubel wurde durch das Eingreifen des VAR schnell unterbrochen. Nach der Überprüfung wurde der Treffer wegen eines Handspiels des Stürmers in der unmittelbar vorangegangenen Aktion aberkannt.

Bis dahin ließ sich die Auslegung regeltechnisch noch stützen. Das Problem entstand beim Blick auf die gesamte Szene: Vor dem Kontakt von Giménez war der Ball im Strafraum von Boca auch an den Arm von Gorosito geprallt. Aus Sicht von Platense konnte diese erste Aktion entscheidend sein und hätte berücksichtigt werden müssen, bevor über das spätere Handspiel des Angreifers entschieden wurde.

Der Ärger des Calamar war sofort da. Und die Reaktion von Martín Palermo spiegelte das Maß an Frustration wider, das eine Entscheidung auslöste, die aus Sicht des Trainers ein nur schwer hinnehmbares Gefühl hinterließ. „Lucianos Handspiel wurde gesehen, aber das von Boca nicht. Besser, ich sage nichts“, erklärte der Trainer in einem Satz, der das Unbehagen in Vicente López schnell auf den Punkt brachte.

Das aberkannte Tor von Platense, das den VAR erneut unter Verdacht stellt

Die Szene löste eine Debatte aus, die weit über die Frage hinausgeht, ob es nun ein Handspiel gab oder nicht. Das eigentliche Problem ist erneut die Wahrnehmung von Kohärenz beim Einsatz des technischen Hilfsmittels. Der VAR wurde gerade deshalb eingeführt, um klare Fehler zu reduzieren und in bestimmten Spielsituationen für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Wenn jedoch zwei Kontakte innerhalb derselben Sequenz passieren und einer überprüft wird, während der andere ohne Konsequenzen bleibt, kann die Technologie am Ende den gegenteiligen Effekt haben: das Gefühl von Ungerechtigkeit zu verstärken.

Laut der regeltechnischen Analyse der Szene kam der VAR zu dem Schluss, dass das Handspiel von Gorosito nicht als Elfmeter zu ahnden sei, weil weder eine absichtliche Bewegung des Verteidigers noch eine als unnatürlich bewertete Vergrößerung der Körperfläche vorgelegen habe. Nach dieser Auslegung reichte der Kontakt nicht aus, um auf ein Vergehen zu entscheiden.

Bei Giménez war die Situation anders. In seinem Fall stützte sich das Eingreifen des VAR auf das sogenannte „unmittelbare Handspiel“: Der Ball traf den Arm des Stürmers unmittelbar, bevor er das Tor erzielte. Nach diesem Kriterium kann ein Treffer aberkannt werden, wenn der Kontakt mit dem Arm direkt vor einem Tor erfolgt, auch wenn nicht zwingend eine absichtliche Berührung des Balls mit der Hand vorliegt.

Das Problem liegt also nicht nur in der Existenz einer Regel, die es erlaubt, das Tor abzuerkennen. Die Diskussion beginnt dann, wenn diese Anwendung im Kontext der gesamten Spielszene betrachtet wird. Für Platense hätte der Kontakt von Gorosito mit derselben Strenge überprüft werden müssen, weil er vorher geschah und in einem Zusammenhang stand, in dem ein ahndungswürdiges Vergehen vorliegen konnte.

Genau hier zeigt sich erneut eines der großen Probleme des modernen argentinischen Fußballs: der enorme Abstand, der oft zwischen dem Wortlaut des Regelwerks und der Wahrnehmung der Beteiligten hinsichtlich seiner Anwendung besteht.

Die Technologie ermöglicht es, Spielszenen aus mehreren Winkeln zu betrachten, sie in Zeitlupe zu wiederholen und Bild für Bild anzuhalten. Doch diese Fähigkeit beseitigt die menschliche Auslegung nicht. Der VAR entscheidet nicht automatisch, was Elfmeter ist, was absichtliches Handspiel ist oder welcher Kontakt ein Vergehen darstellt. Es sind die Schiedsrichter, die die Bilder interpretieren und die festgelegten Kriterien anwenden. Und wenn diese Auslegung Zweifel aufwirft, flammt die Debatte noch stärker auf als zuvor.

In diesem Fall entstand die Kontroverse, weil Platense der Ansicht war, dass es innerhalb derselben Sequenz zwei mögliche Handspiele gab, aber nur eines konkrete Folgen hatte. Für den Calamar ist dieser Unterschied in der Bewertung schwer nachvollziehbar, vor allem, weil das aberkannte Tor das Spielszenario deutlich hätte verändern können.

Boca profitierte naturgemäß von der Entscheidung, auch wenn die Kontroverse nicht zwangsläufig eine direkte Verantwortung des Xeneize bedeutet. Der Fokus liegt vor allem auf der Schiedsrichterleistung und auf dem Maßstab, mit dem die Szenen bewertet wurden. Doch in einem argentinischen Fußball, in dem sich die Schiedsrichterdebatten vervielfacht haben, bekommt jede Entscheidung, an der ein großer Klub beteiligt ist, eine viel größere Dimension.

Und genau das ist der heikelste Aspekt solcher Vorfälle. Das Problem ist nicht mehr nur eine einzelne Szene, sondern wird Teil einer viel tiefer gehenden Diskussion über die Glaubwürdigkeit des Schiedsrichtersystems. Wenn VAR-Entscheidungen Woche für Woche von verschiedenen Teams infrage gestellt werden, besteht die Gefahr, dass das Instrument, das für mehr Transparenz sorgen sollte, am Ende zu einer neuen Quelle von Verdachtsmomenten wird.

Die Kontroverse zwischen Platense und Boca stellt deshalb erneut eine Frage in den Raum, auf die der argentinische Fußball noch immer keine überzeugende Antwort gefunden hat: Schafft es der VAR, Ungerechtigkeiten zu verringern, oder verlagert er die Debatte lediglich vom Schiedsrichter auf dem Feld in einen Video-Überprüfungsraum?

Die Antwort kann nicht aus einer einzigen Szene entstehen. Klar ist aber, dass die Diskussion offen bleiben wird, solange Auslegungen bestehen, die die Teams als widersprüchlich empfinden, und solange die späteren Erklärungen diejenigen nicht überzeugen, die sich benachteiligt fühlen.

In Vicente López blieb neben dem Ergebnis ein Gefühl der Frustration zurück, das über den Spielstand hinausgeht. Platense verlor nicht nur die Möglichkeit, ein Tor zu feiern; der Klub blieb auch mit dem Eindruck zurück, dass eine Schiedsrichterentscheidung direkt in eine Aktion eingegriffen hat, die die Geschichte des Spiels hätte verändern können.

Und in einer Meisterschaft, in der jeder Punkt enormes Gewicht hat, können solche Unterschiede am Ende viel mehr sein als nur eine Anekdote. Sie können Einfluss auf Tabellenplätze, Ziele, Qualifikationen und vor allem auf das Vertrauen der Teams in ein System haben, das für mehr Gerechtigkeit geschaffen wurde, aber noch immer zu viele Fragen aufwirft.

/Julián Lautaro Luque, Korrespondent in Argentinien

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🇪🇸 kannst du hier lesen.

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