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·9. Mai 2026

Vor dem Clásico: Es geht um das letzte bisschen Würde

Artikelbild:Vor dem Clásico: Es geht um das letzte bisschen Würde
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Im Clásico am Sonntag geht es nur noch um die Ehre von Real Madrid – Fotos: Getty Images

Natürlich kann ein Clásico-Sieg die wieder einmal völlig verkorkste Spielzeit unter keinen Umständen retten oder aufhübschen, doch wenn Real Madrid am Sonntagabend im Camp Nou auf den FC Barcelona trifft (Sonntag, 21 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker und bei DAZN), geht es für den Rekordmeister um viel mehr, als nur dem Erzrivalen die Titelfeier zu vermiesen oder diese zu verschieben. Es geht jetzt um das Essentielle, denn das letzte bisschen Ehre und Würde dieser Mannschaft der Königlichen steht auf dem Spiel. Noch wichtiger: Es geht um das letzte Minimum an Stolz und Würde des Madridismo, ja des gesamten Klubs.


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„Das Trikot von Real Madrid ist weiß. Es kann mit Schlamm, Schweiß oder sogar Blut beschmutzt werden, aber niemals mit Schande.“ Das legendäre Zitat von Santiago Bernabéu symbolisiert seit vielen Jahrzehnten die Werte, für die Real Madrid seit jeher steht und die es verkörpert: Sportliche Niederlagen sind akzeptabel , solange alles für den Sieg gegeben wurde, ein Mangel an Einsatz oder ehrenhaftem Verhalten ist aber inakzeptabel. Dass Real Madrids aktuelle Mannschaft sich aus allen Wettbewerben viel zu früh verabschiedet und auf eine zweite titellose Spielzeit in Folge zusteuert, ist besorgniserregend und schlimm genug, doch kurz vor Ende der Saison wiegen andere Faktoren noch viel schwerer als das erneute sportliche Versagen. So wie das Gros des Kaders sich – ungeachtet der sportlichen Leistungen und nackten Ergebnisse – in den letzten Monaten auf, vor allem aber neben dem Platz verhält, präsentiert und damit den Verein repräsentiert, ist schlicht und ergreifend beschämend.

Mittlerweile ist es kein großes Geheimnis, dass mehrere Schlüsselspieler das im letzten Sommer so hoffnungsvoll gestartete neue Projekt unter Xabi Alonso von Beginn an abgelehnt, zum Schluss sogar offen torpediert haben. So hat mit Vinícius Júnior einer der großen Superstars und einer der Kapitäne mit seinem Verhalten im ersten Liga-Clásico im Oktober das Schicksal des bis dato ziemlich erfolgreichen Neutrainers praktisch auf dem vorläufigen Höhepunkt besiegelt. Der andere Superstar, Kylian Mbappé, fiel zuletzt hingegen nur durch verletzungsbedingte Pausen auf, die er mitten in der schwierigsten Phase der jüngeren Vereinsgeschichte für Urlaubsreisen genutzt hatte, anstatt wenigstens symbolisch so etwas wie Teamgeist und Geschlossenheit zu demonstrieren. Dass dem Team grundsätzlich jegliche Kritikfähigkeit respektive Selbstkritik abgeht, ist inzwischen ohnehin ein alter Hut, und dass regelmäßig Interna aus dem innersten Kreis der Mannschaft an Medien weitergeleitet werden, ist ebenfalls nichts Neues.

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Doch die Vorkommnisse und die Erkenntnisse der letzten Tage haben dem ohnehin schon dramatisch beschädigten Ansehen des sonst immer so würdevollen Vereins den fast ultimativen K.o. verpasst. Es ist schwer zu sagen, was beschämender ist – die körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Antonio Rüdiger und Álvaro Carreras beziehungsweise Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni, die anschließenden öffentlichen Erklärungen der jeweiligen Spieler oder die Tatsache, dass alles, was in Valdebebas hinter eigentlich verschlossenen Türen passiert, der Öffentlichkeit wie in einer Reality-Show im Minutentakt präsentiert wird. Spätestens in dieser Woche und kurz vor dem letzten großen Spiel der Saison kann und muss konstatiert werden: Diese Real-Mannschaft hat das weiße Trikot und das Wappen mit Schande beschmutzt.

Der Madridismo kann Niederlagen akzeptieren. Was er niemals akzeptiert, ist fehlender Stolz. Dieses Trikot verpflichtet. Es verpflichtet dazu, bis zur letzten Minute zu kämpfen, seine Mitspieler zu schützen, in schwierigen Momenten zusammenzustehen und die Würde des Klubs zu verteidigen, der größer ist als jede einzelne Persönlichkeit. Doch genau das scheint längst verloren gegangen zu sein. Statt Geschlossenheit vermittelt diese Mannschaft nur noch Eitelkeit, Egoismus und Realitätsverlust. Und deshalb ist der Clásico am Sonntag vor allem eine Frage der Ehre. Im Camp Nou wird sich endgültig zeigen, wer verstanden hat, was es bedeutet, das weiße Trikot zu tragen. Ob diese Mannschaft von Real Madrid zumindest das Minimum an Haltung, Charakter und Stolz zeigt, wenn alles auseinanderzufallen droht.

Wenn sich Mbappé, Vinícius und Co. aber erneut, wie schon oft in der vergangenen, aber auch in dieser Spielzeit (0:4 gegen PSG, 2:5 gegen Atlético), blutleer und würdelos abschießen lassen, wird nicht nur die Saison 2025/26 als eine der würdelosesten überhaupt in die Vereinsgeschichte eingehen, sondern wird vor allem dieses Team als dasjenige in Erinnerung bleiben, das so viel Schande über Real Madrid gebracht hat wie kaum ein anderes in der Vergangenheit. Und allein deshalb sind ein kampfärischer Auftritt und ein Sieg in Barcelona absolute Pflicht und zugleich das letzte Minimum an Selbstachtung, das dieses Team von Real Madrid an den Tag legen muss.

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