MillernTon
·24. April 2026
Vorbericht: 1. FC Heidenheim – FC St. Pauli (31. Spieltag, 25/26)

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·24. April 2026

Wenn der FC St. Pauli noch den direkten Klassenerhalt schaffen möchte, muss Heidenheim am Samstag absteigen. Klingt hart, ist aber so.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Es ist schon eine besondere Brisanz, die in dieser Partie steckt, die im besten Fall für den FC St. Pauli auch ein gewisses Maß an Respekt verlangt: Denn wenn der FCSP die so dringend benötigten drei Punkte gegen den 1. FC Heidenheim einfährt, dann geht damit zwangsläufig der Abstieg der Heidenheimer einher. Ein direkter Konkurrent, ja, aber eben auch ein Club, der mit ganz ähnlichen Mitteln wie der FC St. Pauli darum kämpft, in der Bundesliga zu bleiben. Dann höchstselbst dafür zu sorgen, dass der Deckel draufgemacht wird, wäre schon etwas komisch. Auf der anderen Seite aber eben auch fast zwingend notwendig, um eben nicht zusammen mit Heidenheim den Weg in die zweite Liga anzutreten.Mehr zum Spiel:– Zu Gast in Heidenheim: The story so far– „Vor dem Spiel“-Gespräch– Saison-Aus für den polyvalenten Dauer(b)renner
Mathias Pereira Lage hat sich schwer am Knie verletzt, er wird dem FC St. Pauli nicht nur in Heidenheim, sondern auch darüber hinaus noch sehr lange Zeit fehlen. Auch James Sands und Ricky-Jade Jones fallen bekanntlich aufgrund schwerer Verletzungen bis nach der Saison aus. Das sind drei Spieler, die im fitten Zustand höchstwahrscheinlich in der Startelf stehen würden, entsprechend wiegen diese Ausfälle natürlich sehr schwer.
Immerhin wird mit Joel Fujita ein weiterer Spieler mit Startelf-Potenzial sicher zurückkehren. Er hat seine Gelbsperre abgesessen, aber es gibt ein kleines Fragezeichen, ob er auch direkt wieder in der Startelf sein wird (später im Text mehr dazu).Ebenfalls ein Fragezeichen gibt es hinter der Einsatzfähigkeit von Eric Smith. Der 29-jährige kehrte mit einer Muskelverletzung von der Länderspielreise zurück und konnte seitdem nicht mehr für den FC St. Pauli auflaufen. Nun warf ihn diese Woche auch noch ein grippaler Infekt zurück, doch Blessin äußerte sich auf der Pressekonferenz zumindest verhalten optimistisch, dass der so wichtige zentrale Aufbauspieler in Heidenheim wieder mit dabei sein könnte.
Trainer-Urgestein Frank Schmidt, der in dieser Saison seine Volljährigkeit als Cheftrainer in Heidenheim feierte (als er den Posten übernahm, war ein gewisser Holger Stanislawski noch Trainer beim FC St. Pauli), muss am Samstag womöglich auf fünf Spieler verzichten: Innenverteidiger Bendikt Gimber fehlt seit zwei Wochen. Linksverteidiger und Ex-FCSP-Kicker Leart Paçarada hatte sich bereits wenige Minuten nach Beginn seines ersten Spiels für Heidenheim das Kreuzband gerissen. Zudem fehlten zuletzt mit Mikkel Kaufmann, Eren Dinkçi und Sirlord Conteh drei Offensivspieler. Mehr werden wir dann am Freitag um 10:00 Uhr erfahren, dann findet nämlich die Pressekonferenz der Heidenheimer statt.
Intensiven Fußball. Ich möchte behaupten, dass es kein Team in der Bundesliga gibt, dass sich darauf freut, gegen den 1. FC Heidenheim zu spielen. Und dabei ist es egal, wie es tabellarisch um den Club steht. Das erklärte zum Beispiel Hauke Wahl im Abendblatt-Interview (€), der ja in Heidenheim unter Trainer Frank Schmidt gespielt hat. Auch Alexander Blessin bestätigt das: „Wir wissen, dass Heidenheim zuletzt, aber auch über die gesamte Saison immer ekelhaft zu bespielen war. Weil sie nie aufgegeben haben, egal wie der Spielstand war oder die Spielsituation. Deswegen wird es für uns eine absolute Herausforderung.“
Doch die Intensität, der „Frank Schmidt“-Fußball, wie Blessin ihn nennt, er wird wahrscheinlich nicht reichen. Der 1. FC Heidenheim befindet sich seit Saisonbeginn im Tabellenkeller. Die beste Platzierung in dieser Saison war Platz 16, dort befand sich das Team am 13. und 14. Spieltag. Ansonsten stand der FCH immer auf Platz 17 oder 18. Und dieser 16. Platz ist auch die beste Platzierung, die das Team diese Saison noch erreichen kann. Dazu darf die Partie gegen den FC St. Pauli allerdings nicht verloren werden. Gewinnt der FCSP, dann steht fest, dass Heidenheim nach drei Saisons in der Bundesliga wieder runter muss.
Im Saisonverlauf hatte das Team aber ein paar Phasen, in denen mehr gepunktet werden konnte. Auf die vier Niederlagen zu Saisonbeginn folgten elf Punkte aus neun Partien und der Sprung auf den Relegationsplatz. Allerdings musste Heidenheim dann 15 Spiele (fünf Punkte) warten, ehe es den nächsten Sieg gab. Diesen dann aber erst jüngst, vor zwei Wochen gegen Union Berlin. Und sowieso ist, zumindest ergebnistechnisch, ein Aufbäumen gegen den drohenden Abstieg erkennbar: Heidenheim hat nur eines der letzten vier Spiele verloren, Blessin betont, dass der FCH besonders gut und intensiv spiele, seit Frank Schmidt erklärt habe, dass man nun nahezu chancenlos in Sachen Klassenerhalt sei. Der FC St. Pauli sollte also gewarnt sein.

Joel Fujita (FC St. Pauli) führt den Ball im Spiel gegen den 1. FC Heidenheim, 13.12.2025, Millerntor.
// (c) Stefan Groenveld
Alexander Blessin spezifiziert den „Frank Schmidt“-Fußball noch etwas: „Das hat sehr viel mit Intensität zu tun, mit Aggressivität, mit nach vorne Verteidigen im 1-gegen-1 überall.“ Besonders die Mannorientierungen sind eines der großen Markenzeichen des Teams und diese machen es so unangenehm, gegen Heidenheim zu spielen. Der FC St. Pauli hat damit lange Zeit sehr schlechte Erfahrungen gemacht, verlor die ersten sechs Gastspiele in Heidenheim und auch am Millerntor gab es teils krachende Niederlagen gegen den „Frank Schmidt“-Fußball. Immer wieder gelang es den Heidenheimern dabei, aus Umschaltmomenten Kapital zu schlagen. Entsprechend erklärt Blessin: „Da müssen wir extrem aufpassen“, betonte aber im gleichen Atemzug, dass es dem FCSP gegen Köln sehr gut gelungen sei, gegnerische Umschaltmomente zu verteidigen. Die Bilanz gegen Heidenheim ist zuletzt auch deutlich besser geworden: Von den zehn Aufeinandertreffen seit Beginn der Saison 20/21 konnten sieben gewonnen werden, nur eines ging verloren.
Diese starke Bilanz zeigt: Der FC St. Pauli fand zuletzt immer wieder Lösungen gegen das eklige Heidenheimer Defensivverhalten. Blessin erklärt, dass es wichtig sei, den direkten Duellen aus dem Weg zu gehen: „Es geht darum Lösungen zu finden, ihnen mit Ball nicht die Möglichkeiten zu geben, in Mann-gegen-Mann-Duelle zu kommen“ und hebt zwei Varianten hervor, wie das möglich sein kann: „Wir wissen, was auf uns zukommt. Es wird ein Spiel sein, wo wir wenig Raum haben werden, im 1-gegen-1 über den gesamten Platz verfolgt werden. Das birgt immer wieder Möglichkeiten. Ein probates Mittel können Bälle hinter die Kette sein. Ein probates Mittel kann aber auch sein, (…) spielerische Qualität mit reinzubringen, aber einen gewissen Tiefgang nicht vermissen zu lassen. Das zu kombinieren wird unsere Aufgabe für das Spiel sein.“
Der 1. FC Heidenheim hat in dieser Saison schon so einige Formationen gezeigt, agierte aber zuletzt immer mit einer Viererkette. Fraglich ist, wie sich das Team davor formieren wird. Entweder wird es eine Formation mit zwei Spitzen (ein flaches 4-4-2 bzw. 4-2-2-2) oder drei zentralen Mittelfeldspielern (4-2-3-1). Im zentralen Mittelfeld könnte Dorsch eine Option sein, vielleicht zusammen mit oder anstelle von Schöppner oder Niehues. Wenn der FCH allerdings mit nur einem Stürmer agiert, dann am ehesten mit Pieringer, als zweite Spitze stünden Zivzivadze und Schimmer bereit.

Erwartete Aufstellung bei der Partie 1. FC Heidenheim gegen FC St. Pauli
FCH: Ramaj – Busch, Mainka, Föhrenbach, Behrens – Ibrahimović, Niehues, Schöppner, Honsak – Zivzivadze, Pieringer
FCSP: Vasilj – Andō, Wahl, Mets – Saliakas, Rasmussen, Irvine, Pyrka – Sinani, Hountondji, Fujita
Beim FC St. Pauli stellt sich die Frage, wer Pereira Lage ersetzen wird. Zwei Optionen gibt es: Joel Fujita und Martijn Kaars, oder wie Blessin es nennt: „Es kann eine offensivere Variante sein. Es kann aber auch eine Variante mit mehr spielerischen Qualitäten sein. Da müssen wir gucken, was besser passt. Wir haben zwei Versionen im Hinterkopf.“ Ich halte die spielerische Variante mit Fujita für wahrscheinlicher, erwarte viele Steil-Klarsch-Momente. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der FC St. Pauli auf einen fitten Fujita in der Startelf verzichten würde, aber auch nicht, dass die Doppelsechs Rasmussen-Irvine (vor allem da ich nicht mit einem Einsatz von Smith rechne) auseinandergerissen wird.Eine weitere Änderung in der Startelf ist aber zu erwarten: Manos Saliakas dürfte wieder von Beginn an auf der rechten Seite aktiv sein, Arek Pyrka rückt dann wieder auf die andere Seite, Lars Ritzka auf die Bank.
Für den FC St. Pauli geht es in Heidenheim um sehr, sehr viel. Ein Sieg ist zwar keine Pflicht, um die Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren, aber zumindest der direkte Klassenerhalt wird extrem unwahrscheinlich, wenn der FCSP nicht dreifach punktet. Ein einzelner Punkt könnte aber vielleicht mit Blick auf den VfL Wolfsburg wertvoll sein. Für Alexander Blessin ist das Abwägungssache: „Es geht in erster Instanz darum, die Möglichkeit den Relegationsplatz wegzuschieben. Dafür werden wir alles tun. Aber im zweiten Blick ist es so, dass auch jeder Punkt hilft. Da können wir nicht nur nach oben schauen, sondern müssen auch nach unten gucken. Da kann auch jeder Punkt guttun.“ Klar ist aber natürlich auch dem FCSP-Cheftrainer, dass drei Punkte nicht nur für die Tabelle, sondern auch für den Kopf extrem wichtig wären.
Es ist also soweit: Zwar befindet sich der FC St. Pauli schon den Großteil der Rückrunde im „Endspiel-Modus“, aber mit dem Spiel in Heidenheim starten nun die Spiele, die wirklich Play-off-Charakter haben, in denen Siege Pflicht sind, wenn man noch den direkten Klassenerhalt schaffen möchte. Packen wir es an!Forza!// Tim
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