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·23. Januar 2026

Vorbericht Duisburg: Den Zebras trotzen

Artikelbild:Vorbericht Duisburg: Den Zebras trotzen

2026 hätte für unsere geliebte Jahnelf wahrlich besser starten können, eine deftige 0:3-Heimspielpleite gegen Ingolstadt sollte nach der Partie zu Buche stehen. Nach zwei vielversprechenden Testspielauftritten gegen Tirol und Greuther Fürth hatte durchaus der eine oder andere schon von einer großartigen Rückrunden-Aufholjagd geträumt. Schnell sollte Ingolstadt dem aber auch einen Riegel vorschieben und den allgemeinen Jahnfan zurück in die Realität holen. Abstiegskampf! Nicht mehr, nicht weniger!

Nachbericht Ingolstadt – Willkommen in der Realität!


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Wie schon beschrieben, sollte Ingolstadt ein kleiner Realitätscheck für so manch einen Fan, aber auch Spieler sein. Cheftrainer Michael Wimmer prangerte nach der Partie an, dass sich in der Mannschaft sich vielleicht eine „Wird scho“-Einstellung breitgemacht hat. Natürlich absolut tödlich in einer Liga wie dieser, wo jeder jeden schlagen kann. Das sollte der Auftakt in die Rückrunde auch auf den anderen Plätzen gezeigt haben, ein Schweinfurt und Havelse mit sehr überzeugenden Siegen sollten als Warnung verstanden werden. In dieser Liga ist nichts selbstverständlich und dementsprechend muss die Jahnelf hier gegen Duisburg gleich wieder mit nötiger Konsequenz und Ernsthaftigkeit an die Partie gehen. Es darf nicht sein, dass wir in einem Heimspiel gegen Ingolstadt die Mannschaft sind, die dann vielleicht doch nicht alles in den Ring geworfen hat. Auch etwas, das unser Cheftrainer im Jahntalk vor Duisburg bemängelte. Hier muss Trainer plus Team noch mal ordentlich nachbessern.

Zum Spiel kann man nur ehrlich eingestehen, dass die Mannschaft aus Ingolstadt besser vorbereitet in diese Partie ging und zudem auch mit nötiger Konsequenz uns den Schneid abkaufte. Individuelle Fehler im Team sollten noch ihr Übriges tun, damit ein am Ende auch verdientes 0:3 auf der Anzeigetafel stand. Verlieren kann man immer, aber nicht so. Vor allem nicht im heimischen Jahnstadion. Die Jahnfans nahmen auch den Spieltag zur Gelegenheit, um sich noch mal beim scheidenden Oliver Hein für seinen Einsatz zu bedanken. Es sei nicht vereinbar gewesen, das Ganze. Familie, Unternehmen und dann die Aufgaben beim SSV Jahn. Vielen Dank noch mal für deinen Einsatz, Oli! Schade, dass du es nicht mehr machst. Hier geht auch eine große Identifikationsfigur erst mal wieder aus dem Rampenlicht.

Nach Ingolstadt ist aber vor Duisburg, dem Tabellenzweiten der dritten Liga, der mit einen fulminanten 4:0-Sieg gegen Stuttgart 2 in die Rückrunde startete. Da ich aber selber über den MSV nicht so gut Bescheid weiß, habe ich meinen alten Freund Tobi Braun (auch Autor des Buches 111 Gründe, den SSV Jahn zu lieben) um eine kleine Einschätzung zur Situation des Meidericher Sportvereins gebeten. Dieser hat sich dann auch nicht zweimal bitten lassen, also Bühne frei:

Der schlafende Riese aus NRW

Sieben Jahre wartet der MSV Duisburg mittlerweile auf die Rückkehr in die 2. Bundesliga – und damit so lange wie noch nie in seiner Vereinsgeschichte. Das Maximum war bis dato mal ein dreijähriger Aufenthalt in der (damals drittklassigen) Oberliga Nordrhein Ende der 80er-Jahre. Der Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitglieds in die Viertklassigkeit im Sommer 2024 war dabei ein neuer Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte. Neben finanziell schwierigen Fahrwassern, in denen die Zebras seit einiger Zeit schiffen, und dem Wegbleiben und Distanzieren der Fans („Ihr seid ‘ne Schande für Duisburg!“) ein warnendes Signal: Es geht abwärts mit dem Traditionsverein in den blau-weiß gestreiften Trikots.

Bis dahin. Doch die Regionalliga wirkte wie ein Neustart, ja fast wie eine Wiedergeburt eines (schon länger) schlafenden Riesen. Der direkte Wiederaufstieg gelang, die Fans kommen wieder in Scharen ins Wedaustadion und der MSV spielt auch in der 3. Liga – als Aufsteiger – oben mit. Dass Aufsteiger aus der Regionalliga aufgrund ihrer Eingespieltheit oder ihrer mitgenommenen Euphorie den Durchmarsch schaffen, ist so weit nichts Neues. (2017 lässt grüßen.) Doch klar ist: Heuer ist der Aufstiegskampf in der 3. Liga zu diesem Zeitpunkt so spannend und eng wie lange nicht mehr.

Klar ist aber auch: Der MSV ist weiter nicht auf Rosen gebettet. Zwar konnten die Verantwortlichen im allerersten Regionalligajahr einen Gewinn im mittleren sechsstelligen Bereich einfahren. Das ist vor allem auch dem Umfeld zu verdanken, immerhin hatte der Meidericher Spielverein mit knapp 17.000 Fans den mit deutlichem Abstand höchsten Zuschauerschnitt aller 90 Regionalligisten. Der Verein kann sich die 3. Liga aber auf Dauer einfach nicht leisten. Ein Aufstieg ist Pflicht – wenn auch nicht sofort. Aber jedes Jahr stellt eine Herkulesaufgabe dar. Jetzt alles sofort auf eine Karte zu setzen und unnötig ins Risiko zu gehen, wäre natürlich Unsinn. Das machen die Zebras bereits sinnvoll, verstärkten ihren Kader im Winter zielgerichtet und rüsteten weiter punktuell auf. Den schönsten Fußball bekommen sie in Duisburg nicht zu sehen. Aber einen defensiv stabilen, effizienten und erfolgreichen.

Dieser Verein möchte aufsteigen. Er sollte es sogar. Und, nicht minder wichtig: Diese Mannschaft kann aufsteigen. Und was gäbe es Schöneres, als den direkten Durchmarsch zu schaffen und dabei ausgerechnet den ungeliebten Derbygegner auszustechen, der derzeit nur zwei Punkte hinter dem MSV in Lauerstellung steht. Problematisch ist wie gesagt nur, dass das Aufstiegsrennen heuer vergleichsweise eng ist und Nuancen, vielleicht sogar die Tordifferenz, entscheiden werden. Einen wie auch immer gearteten Punktverlust gegen die Jahnelf können sich die Meidericher also nicht erlauben.

Was ist zu erwarten?

Auf Seiten der Jahnelf sind drei Ausfälle zu vermelden: Julian Pollersbeck, Robin Ziegele (beide verletzt) und Benedikt Bauer (fünfte gelbe Karte) stehen für die Partie in Duisburg nicht zur Verfügung. Dies sollte also mindestens einen Wechsel in der Startelf bedeuten. Benedikt Saller meldet sich wieder so gut wie fit und dürfte auch sehr wahrscheinlich in der Startelf erwartet werden. Spannend wird zu beobachten sein, ob abermals Neuzugang Posselt wieder starten wird oder ob Kapitän Kühlwetter wieder nach vorne in den Sturm rückt. Es ist bei Kühlwetter auch zu erwarten, dass er sehr herzlich in Empfang genommen werden wird nach seinem sehr rüden Foulspiel im Hinspiel. Generell wird ein komplett anderer Auftritt von der Jahnelf zu erwarten sein, damit das ein erfolgreicher Auftritt in der Ferne wird. Hier muss Michael Wimmer beweisen, dass er das Team auch wieder in die Spur zurückholen kann. Es ist angerichtet!

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