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·27. Februar 2026

Vorbericht: TSG Hoffenheim – FC St. Pauli (24. Spieltag, 25/26)

Artikelbild:Vorbericht: TSG Hoffenheim – FC St. Pauli (24. Spieltag, 25/26)

Die TSG Hoffenheim ist ein Vorbild in Sachen Intensität. Wenn der FC St. Pauli am Samstag in Sinsheim etwas Zählbares holen will, dann muss er damit Schritt halten, vielleicht sogar mehr.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Der Name TSG Hoffenheim sorgt zwar auch weiterhin nicht dafür, dass auswärtige Fußballfans voller Sehnsucht an den Ort Sinsheim denken. Aber in Sachen Entertainment liefert die TSG ganz schön ab: Aufregender und aktuell erfolgreicher Fußball auf dem Platz wird flankiert von Schlammschlachten in der Führungsetage. Um einen Überblick zur aktuellen Lage in Hoffenheim besonders neben dem Platz zu bekommen, empfehle ich das „Vor dem Spiel“-Gespräch von Casche mit Louis. Um einen Überblick zum Geschehen auf dem Platz zu bekommen, bitte einfach weiterlesen 😉


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FC St. Pauli: Wer kann spielen, wer fehlt?

Nach wochenlanger Pause wird Connor Metcalfe wieder in den Kader des FC St. Pauli zurückkehren. Alexander Blessin betonte auf der Pressekonferenz, wie wichtig der Mittelfeldspieler für das Team sei und das der FCSP durch ihn nun mehr Möglichkeiten habe.Noch deutlich weiter weg von einer Kader-Rückkehr ist Andréas Hountondji, der, genau wie David Nemeth, aber sichtbare Fortschritte macht und nun wieder an der Kollau auf dem Rasen trainiert.

Fragezeichen bei Tomoya Andō

Nach dem Spiel gegen Werder Bremen gab es bei Jackson Irvine und Joel Fujita kleinere Fragezeichen, die sich inzwischen aber aufgelöst haben. Größer ist das Fragezeichen hingegen bei Tomoya Andō, der laut Blessin „ein paar Probleme“ habe. Der FCSP-Chefcoach klang aber trotzdem positiv, was einen Einsatz am Samstag betrifft.

TSG Hoffenheim: Wer kann spielen, wer fehlt?

Nicht nur die tabellarische, sondern auch die personelle Situation der TSG Hoffenheim ist gut. Mit Innenverteidiger Koki Machida und Offensivspieler Adam Hlozek fallen zwei Spieler bereits längere Zeit aus. Zuletzt fehlte auch Angreifer Ilhas Bebou erkrankt und Positionskollege Tim Lemperle musste aufgrund von Sprunggelenksproblemen aussetzen. Möglich, dass die beiden Letztgenannten nun am Samstag wieder zurückkehren werden – die PK findet erst am heutigen Freitag statt.

Was hat Hoffenheim zu bieten?

Die TSG Hoffenheim steht nach 23 Spieltagen auf Platz drei in der Bundesligatabelle. Das ist durchaus überraschend, allerdings aufgrund der gezeigten Leistungen auch verdient. Nachdem das Team zu Saisonbeginn noch ein paar Probleme vor allem in Heimspielen hatte, gingen seit dem siebten Spieltag nur zwei Partien in der Bundesliga verloren – jene bei Borussia Dortmund und Bayern München. Also in Spielen, die eben auch mal verloren gehen können. Auffällig und aus Sicht des FCSP ganz sicher keine aufbauende Statistik: Zwar verlor Hoffenheim die ersten drei Heimspiele der Saison, doch in den letzten acht Partien in Sinsheim gingen sie jeweils als Sieger vom Platz.

Vom Abstiegskandidaten Richtung Königsklasse

Die Entwicklung der TSG Hoffenheim ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil das Team in der Vorsaison nur mit Hängenund Würgen den Klassenerhalt schaffte. Mit ebenfalls 32 Zählern, aber dem schlechteren Torverhältnis, stand die TSG in der Tabelle sogar noch eine Position hinter dem FC St. Pauli. Im Sommer gab es dann einen massiven Umbruch im Kader der Hoffenheimer. Mit zum Beispiel Leon Avdullahu, Albian Hajdari, Wouter Burger, Tim Lemperle, Vladimir Coufal und Bernardo wurden Spieler in den Kraichgau geholt, die sich innerhalb kürzester Zeit zu Leistungsträgern des Teams entwickelt und einen großen Anteil daran haben, dass die TSG Hoffenheim fast gar nicht mehr zu vergleichen ist mit dem Team, das sich letzte Saison lust- und kraftlos zum Klassenerhalt schleppte.

Keinen Umbruch gab es auf der Trainerposition. Christian Ilzer ist auch weiterhin Cheftrainer der TSG – im Verlauf der Vorsaison schien das eher ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Nun aber wird er dafür gefeiert, dem Team eine Spielweise eingeimpft zu haben, die in der Bundesliga seinesgleichen sucht. Auffällig ist vor allem die Bereitschaft des Teams, viele und weite Wege zu gehen. Die TSG Hoffenheim ist in fast allen Laufstatistiken der Bundesliga führend, nur bei der insgesamt absolvierten Distanz ist der FC Bayern München einen Ticken besser. In der Vorsaison gehörte Hoffenheim zu den laufschwächsten Teams der Bundesliga, nun gelingt es regelmäßig, Bundesligaspiele allein durch die eigene Intensität zu dominieren.

Artikelbild:Vorbericht: TSG Hoffenheim – FC St. Pauli (24. Spieltag, 25/26)

Cheftrainer Christian Ilzer hat die TSG Hoffenheim als Abstiegskandidaten übernommen. Nun befindet sich mit dem Team auf Champions League-Kurs. // (c) Stefan Groenveld

Laufstarke Hoffenheimer fordern Gegnern alles ab

Ein weiterer Ausdruck der hohen Intensität des Hoffenheimer Spiels ist die Anzahl an Fouls. Kein Team ist in dieser Saison häufiger regelwidrig zu Werke gegangen, gleich vier Spieler der TSG sind in den Top10 jener Spieler mit den meisten Fouls zu finden. Hoffenheim pflegt also einen intensiven Spielstil gegen den Ball und den über das gesamte Spielfeld. Der PPDA-Wert (ein Maß für die Pressinghöhe und -intensität) des Teams ist der niedrigste der Bundesliga, Hoffenheim presst seine Gegner also hoch (ja, die Metrik ist so). Für den FC St. Pauli gelte es laut Blessin, auf Schönspielerei zu verzichten, sich nicht am eigenen Kombinationsspiel zu ergötzen: „Dann werden wir richtig Schiffbruch erleiden. Denn die Welle, die da auf uns zukommt, die ist schwierig.“

Wie also umgehen mit dem Hoffenheimer Druck? Das Team müsse „eine Balance finden, um mit diesem Druck klarzukommen. Wenn ich keine Lösung finde, dann muss ich auch wirklich mal Karo einfach spielen.“ Es gehe darum zu erkennen, in welchen Situationen das eigene Aufbauspiel einfach nicht möglich sei und es entsprechend dann auch nicht zu versuchen. Hilfreich wäre, wenn der FC St. Pauli einen Zielspieler für lange Bälle in seiner vordersten Reihe hätte. Das ist aber aktuell nicht der Fall. Taichi Hara ist laut Blessin noch ein Stück weg davon, in so einem Spiel in der Startelf zu stehen. Martijn Kaars bringt dafür nicht wirklich die körperlichen Voraussetzungen mit. So dürfte sich das Offensivspiel des FC St. Pauli eher darauf fokussieren, mit technisch versierten Spielern vorne drin Lösungen zu finden: „Wenn sie Mann-gegen-Mann verteidigen, dann müssen wir vorne die Bälle gut behaupten, sie gut ablegen und dann die Tiefe anvisieren.“ Daher brauche es Spieler, die „auf der einen Seite gut gegen den Ball sind und auf der anderen mit dem Ball eine gewisse Selbstverständlichkeit haben.“ Genau diese Eigenschaften sieht der FCSP-Cheftrainer aktuell beim Trio Sinani-Fujita-Pereira Lage, wie er auf der PK erklärte.

Tempo in allen Spielphasen

Gegen den Ball wird es für den FC St. Pauli wichtig sein, nicht nur in ruhigeren Spielphasen kompakt zu stehen (was dem Team ja eigentlich oft gut gelingt), sondern besonders gegen Hoffenheim nach Ballverlusten schnellstmöglich die Räume zu schließen, die die TSG für ihre Umschaltaktionen sucht. Da geht es laut Blessin vor allem darum, das Zentrum zu schließen. Die TSG Hoffenheim hat in dieser Saison schon oft gezeigt, auch im Hinspiel am Millerntor, dass besonders das Verhalten nach Ballgewinnen, das dynamische und strikt vertikale Spiel, den Gegnern richtig große Probleme bereitet. Das ist nicht ohne Risiko, Hoffenheim verliert viele Bälle schnell wieder: Von den Top8-Teams der Bundesliga hat die TSG die schlechteste Quote bei Pässen ins letzte Drittel, aber nur Leipzig spielt mehr progressive Pässe pro Partie. Die bisher erzielten 49 Treffer, die zweitmeisten der Liga, zeugen davon, dass das Hoffenheimer Offensivspiel ganz gut funktioniert.

Somit ist für den FC St. Pauli sicher: Egal wie das Spiel ausgehen wird – es wird unangenehm. Die TSG Hoffenheim verlangt den Gegnern alles ab. Und das genau in einem Bereich, den der FCSP eigentlich zu seinen Stärken zählt. Denn wenn man in dieser Saison erfolgreich gewesen ist, dann eigentlich immer nur dann, wenn es gelang, dem Gegner in Sachen Bereitschaft überlegen zu sein. Das dürfte gegen Hoffenheim schwer werden. Blessin sprach daher zwar davon, dass man sich nicht verstecken müsse, betonte aber auch, dass es gegen die TSG mehr brauche als in den letzten Wochen: „Wir müssen da noch was drauflegen.“

Mögliche Aufstellung

Bei der TSG Hoffenheim gibt es eigentlich keinen Grund zu wechseln. Das Team ist eingespielt und bestach in den letzten Wochen mit guten Leistungen. Entsprechend ist nicht davon auszugehen, dass sich etwas an der Startelf verändert. Die TSG agiert oft mit einem etwas asymmetrischen System, mit Vierer- oder Dreierkette, je nachdem, welche Position man Vladimír Coufal zuordnet. Eine genaue Benennung der Hoffenheimer Formation ist insgesamt schwierig, da das Team im Ballbesitz oft rotiert.

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Erwartete Aufstellung TSG Hoffenheim – FC St. Pauli

TSG: Baumann – Coufal, Hajdari, Kabak, Hranac – Burger, Avdullahu, Prömel – Kramaric, Asllani, Touré

FCSP: Vasilj – Wahl, Smith, Mets – Saliakas, Sands, Irvine, Pyrka – Fujita, Sinani, Pereira Lage

Fokus auf zweite Bälle schreit nach James Sands – aber auf welcher Position?

Nach den Eindrücken aus dem Spiel gegen Werder Bremen und den Worten von Blessin auf der Pressekonferenz gehe ich fest davon aus, dass Mathias Pereira Lage anstelle von Martijn Kaars in der Startelf stehen wird. Pereira Lage bringt das Tempo für Tiefenläufe mit, ist zudem technisch so versiert, wie es sich Blessin gegen Hoffenheim wünscht. Zudem ist Sinani genau der Spieler, der den Ball immer haben will, was Blessin ebenfalls fordert. Und Fujita dürfte spätestens nach seinem ersten Ligatreffer sowieso gesetzt sein.

Letztgenannter dürfte auch nicht eine Position weiter nach hinten rücken. Selbst dann nicht, wenn Tomoya Andō nicht spielen kann. Denn der erste Nachrücker in die Startelf ist James Sands. Blessin wollte sich auf der PK bezüglich eines Startelfeinsatzes von Sands zwar nicht in die Karten schauen lassen, aber ich traue dem 25-jährigen zu, sogar unabhängig von der Verfügbarkeit Andōs in der Startelf zu stehen. Denn Sands ist einer der Besten im Team des FC St. Pauli, wenn es um das Aufnehmen von zweiten Bällen geht. Etwas, was besonders gegen die risikoreiche – und entsprechend „zweite Bälle“-lastige – Spielweise der TSG Hoffenheim gefragt sein dürfte. Sollte Andō spielen können, dann dürfte Sands entweder anstelle von Eric Smith oder Jackson Irvine in die Startelf rücken. Klingt beides nach harten Personalentscheidungen und die sind es auch – aber es unterstreicht sehr schön, wie gut die personelle Situation im zentralen Mittelfeld des FC St. Pauli aktuell ist.

Zeit für einen Bonus!

Der FC St. Pauli hat das Millerntor wieder zu einem unangenehmen Ort für Gäste gemacht. Damit es mit dem Klassenerhalt klappt, braucht es aber in dieser Saison einen „Bonus“ auf fremden Plätzen, außerhalb Hamburgs ist der FCSP aber noch sieglos. Auch wenn die Hürde Hoffenheim sehr, sehr groß ist: Irgendwann muss mal „einer durchflutschen“, wie Alexander Blessin betont. Vielleicht ja in Sinsheim, so wie in der letzten Saison.Forza!// Tim

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