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·21. Juni 2026
Walchs Nach-Ismaik-Plan: Genossenschaft und Crowdfunding

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Vor einigen Wochen wurde Nicolai Walch noch mit großem Brimborium im Grünwalder Stadion verabschiedet - jetzt ist er wieder zurück als KGaA-Aufsichtsrat des TSV 1860. Er ließ durchblicken, dass er die rasche Trennung von Hasan Ismaik will. "Die Zeit nach der Darlehenskündigung war für uns die Hölle. Ich persönlich möchte diese Leute nie wieder bei uns sehen", sagte Walch. Der große Hoffnungsträger am Münchner Anwaltshimmel wurde vom Publikum frenetisch gefeiert. Walch lieferte sich auch ein Duell der Marke "zum Fremdschämen" mit Kult-Reporter Michael Graeter, dem Paten des TV-Klassikers "Kir Royal" - das aber in gesonderter Form demnächst auf db24.
Was Walch für die Löwen-Zukunft vorschwebt? Gegenüber dem “Bayerischen Fernsehen” erklärte er: “Natürlich müssten wir hier eine Lösung finden - mit langfristigen Zahlungsmodalitäten. Und im gegenseitigen Einvernehmen. Denkbar wäre hier, dass eine Genossenschaft als neuer Investor auftritt und eben wir durch Crowdfunding das machen. Und: Zweitens wäre das auch ein weiterer Schritt zur Basisdemokratie und wäre für mich eine sehr charmante Lösung.”
Die Mitglieder sollen künftig also in ihren Verein investieren? “Genau”, bestätigt Walch und ergänzt: “So wie es auch weltweit Beispiele gibt. Ich denke nur an die NFL, an die Green Bay Packers zum Beispiel. Oder auch St. Pauli hat sehr erfolgreich eine Genossenschaft gegründet. Ich denke, das haben wir auch im Kreuz.” Im Kreuz haben die Löwen aber ihre eigenen Finanzen seit vielen Jahren nicht - auch der e.V. schreibt weiterhin rote Zahlen.
Und damit zurück zur Idee des weiß-blauen Geldeinsammelns: Vielleicht hat Walch die Fan-Anleihe aus dem Jahr 2010 nicht mehr präsent. Damals befand sich der TSV 1860 noch in der Zweiten Liga, die Euphorie rund um die Allianz Arena war noch nicht verflogen, und der Verein wollte bis zu neun Millionen Euro bei seinen Anhängern einsammeln. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: Am Ende kamen etwas mehr als 600.000 (!) Euro zusammen.
Natürlich kann man argumentieren, dass sich die Zeiten geändert haben. Dass die Mitglieder heute engagierter sind. Dass die Identifikation mit dem Verein in schweren Zeiten größer geworden ist. Nur stellt sich die Frage: Wenn es in vergleichsweise besseren Zeiten nicht gelungen ist, die eigenen Anhänger in größerem Umfang als Kapitalgeber zu gewinnen – warum sollte das ausgerechnet jetzt funktionieren? In der schwersten Krise der Vereinsgeschichte. Mutmaßlich mit Regionalliga-Fußball. Mit roten Zahlen. Und mit einer Zukunft, deren Rahmenbedingungen noch immer völlig offen sind.







































