MillernTon
·26. Mai 2026
Warten auf Klarheit

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Es ist weiterhin offen, ob Alexander Blessin Trainer des FC St. Pauli bleibt oder nicht. Die Entscheidung wird aber zeitnah fallen – und das muss sie auch.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Die vergangene Saison hat viel Kraft gekostet, keine Frage. Der stete Abstiegskampf des FC St. Pauli hat Fans und Verantwortliche viel Kraft gekostet. Wie kräftezehrend eine Bundesligasaison, selbst wenn sie erfolgreich verläuft, sein kann, konnten wir bereits nach Ende der Spielzeit 24/25 beobachten. Damals hatte ein ziemlich ausgelaugt wirkender Alexander Blessin um etwas Bedenkzeit gebeten, was seine zukünftige Tätigkeit beim FC St. Pauli betrifft.
Nachdem der Abstieg des FC St. Pauli Mitte Mai feststand, baten die Verantwortlichen erneut um etwas Bedenkzeit für Alexander Blessin. Zeit, damit er sich Gedanken machen kann, wie es kommende Saison für ihn persönlich weitergehen soll. Der FC St. Pauli, so hatten es Oke Göttlich und Andreas Bornemann betont, wäre bereit mit dem aktuellen Cheftrainer weiterzumachen. Blessin soll also beim FCSP bleiben und mit dem Team in der kommenden Saison in der zweiten Liga spielen. Allerdings nur dann, und das ist absolut nachvollziehbar, wenn er auch zu 100 Prozent mit im Boot ist. Einen Trainer, dessen Energielevel zu niedrig ist, der nicht (mehr) die Kraft hat, um den FC St. Pauli nach dem Abstieg zu führen oder der mit dem Kopf nicht voll dabei ist (weil er zum Beispiel noch abwartet, ob sich andere Optionen ergeben), kann sich der FCSP nicht erlauben.
Es ist völlig legitim, dass sich ein Trainer Gedanken dazu macht, wie es für ihn persönlich weitergehen kann. Dass sich ein Trainer, der mit seiner Arbeit vermutlich Begehrlichkeiten bei Clubs aus den Top5-Ligen geweckt hat, etwas Zeit nimmt, um sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo er kommende Saison trainieren möchte. Ob er um Aufstiege oder gegen Abstiege kämpfen möchte oder ob es andere attraktive Optionen für ihn gibt. Hier sollte niemand Augenwischerei betreiben: Bei der Frage, ob Alexander Blessin auch in der kommenden Saison Cheftrainer des FC St. Pauli sein möchte, spielt natürlich auch die Frage mit rein, ob es Interesse von anderen Clubs gibt. Das ist völlig normal und legitim. Genauso legitim ist es, wenn der FCSP diese Bedenkzeit bis zu einem gewissen Maß zulässt. Denn da Alexander Blessin vertraglich an den FCSP gebunden ist, würde der Club auch eine Ablöse einstreichen, sollte er woanders weiterarbeiten wollen, anstatt dass ein Auflösungsvertrag erstellt werden muss. Der Verein würde in diesem Fall viel Geld sparen. So weit, so verständlich.
Aber dem FC St. Pauli läuft die Zeit davon. Am Montag der vergangenen Woche erklärte Andreas Bornemann, dass es „zwei, drei Tage“ dauern werde, bis es eine Entscheidung in der Trainerfrage gibt. Als diese dann ins Land gezogen waren, hörte man Ende der vergangenen Woche aus dem Verein, dass es erst nach Pfingsten eine Entscheidung geben werde. Nun ist zu hören, dass es mindestens bis Mitte der Woche dauern werde, ehe es Klarheit in der Trainerfrage gibt. Eine Entscheidung noch in dieser Woche ist aber zu erwarten. Denn dann dürfte sich auch das größtmögliche noch vertretbare Zeitfenster schließen.
Denn wie genau sich der FC St. Pauli für die kommende Saison aufstellt, hängt maßgeblich auch davon ab, wer Trainer des Teams ist. Entsprechend muss es hier so früh wie möglich Klarheit geben. Für Zweitligisten ist eine zügige Entscheidung sogar noch wichtiger als für Erstligisten, da die Saison der 2. Bundesliga wesentlich früher anfängt. Bereits in weniger als einem Monat startet der FCSP in die Vorbereitung auf die neue Saison. Bis dahin muss es einen neuen Trainer geben und bestenfalls auch bereits einige neue Spieler im Kader. Da Spieler aber natürlich wissen möchten, wer sie zukünftig trainieren soll, ist eine vakante Trainerposition ein großes, teilweise sogar unüberwindbares Hindernis in Verhandlungen. Die Trainerfrage muss also möglichst bald geklärt werden, damit Spieler rechtzeitig den Weg ans Millerntor finden. Sonst kann der FCSP nur dabei zusehen, wie sich die Konkurrenz personell auf die neue Saison vorbereitet, während man selbst kaum Möglichkeiten hat.
Noch etwas mehr dürfte der Schuh drücken, wenn sich Alexander Blessin dazu entscheidet, in der kommenden Saison nicht mehr Trainer des FC St. Pauli zu sein. Denn dann wird erstmal eine Trainersuche anstehen, die vermutlich auch eher Wochen als Tage in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist bereits jetzt, knapp vier Wochen vor Start in die Vorbereitung, sehr viele Eile in der Trainerfrage geboten. Weil eben so viele weitere Personalentscheidungen davon abhängen. Der FC St. Pauli befindet sich also in einem für viele Dinge eher unvorteilhaften Schwebezustand. Einem Zustand, der schnellstmöglich ein Ende finden muss.
Im Sommer 2025 ist Alexander Blessin bekanntlich Cheftrainer des FC St. Pauli geblieben. Als kurz nach Saisonende Gerüchte um einen möglichen Wechsel aufploppten, ließ er sich im Trikot des FCSP ablichten und postete das auf seinem Instagram-Account. Ein Bekenntnis zum Verein. So etwas dürfte dieses Mal nicht reichen, vielmehr ist damit zu rechnen, dass der Verein irgendwann in den kommenden Tagen eine Entscheidung veröffentlichen wird. Zu rechnen ist auch damit, dass dem FC St. Pauli im Anschluss – unabhängig von der Entscheidung – ein großer Umbruch im Kader bevorstehen wird. Es ist also sehr viel zu tun und es bleibt dafür eher wenig Zeit. Umso wichtiger, dass es ganz bald Klarheit in der Trainerfrage gibt.// Tim
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