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·16. April 2026

Warum der FC Bayern in der 2. Halbzeit gegen Real Madrid so viel stärker war

Artikelbild:Warum der FC Bayern in der 2. Halbzeit gegen Real Madrid so viel stärker war

Der FC Bayern München spielt eine durchwachsene erste Halbzeit gegen Real Madrid, zieht mit einer starken zweiten aber ins Halbfinale ein. Eine Analyse.

Bei Real Madrid ging die Ursachenforschung nach dem bitteren Ausscheiden gegen den FC Bayern München bereits mit dem Abpfiff los. Erste Indizien wurden beim Schiedsrichter verortet.


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Vielleicht wird aber auch dem einen oder anderen Königlichen bald dämmern, dass die Hauptgründe für das Aus woanders lagen. Denn einerseits hatte der FCB die Partie schon längst im Griff, als Eduardo Camavinga die zweite Gelbe Karte erhielt. Und andererseits waren die Probleme hausgemacht.

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Dabei ging alles so vielversprechend los für den Rekordsieger des Wettbewerbs. Schon nach wenigen Sekunden erzielte Arda Güler auf Einladung von Manuel Neuer die Führung und auch sonst erzwang Real Madrid eine Partie auf Augenhöhe, deren Verlauf sie zu bestimmen schienen. Die 3:2-Führung zur Pause war trotz der umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen in Ordnung.

Dann aber kam die zweite Halbzeit. Und ein Einbruch der Madrilenen, der unter anderem auf die 61. Minute zurückzuführen ist.

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Real Madrid mit guter Taktik – und dann nicht mehr

Denn da wechselten beide Trainer. Álvaro Arbeloa brachte Eduardo Camavinga für Brahim Díaz. Ein Wechsel, der auf den ersten Blick nicht unlogisch wirkt. Díaz hatte defensiv ein paar Schwierigkeiten und brachte bis auf eine Schwalbe offensiv wenig zusammen.

Doch die Statik der Spanier veränderte sich dadurch sehr deutlich. Wie schon im Hinspiel war Jude Bellingham ein wichtiger Schlüssel für die starke Phase der Madrilenen. Ob nun bewusste taktische Anpassung Arbeloas oder einfach der individuelle Unterschied durch die Hereinnahme des Engländers: Madrid hatte in den ersten 45 Minuten deutlich mehr Struktur im Offensivspiel als noch eine Woche zuvor.

Bellingham gab dem Spiel eine zusätzliche Note. Der ehemalige Dortmunder agierte sehr offensiv, tauchte immer wieder im letzten Drittel auf, wenn Madrid noch im Spielaufbau war. Das wiederum hatte zwei Vorteile für Real:

  • Vinícius Júnior und Kylian Mbappé konnten sich darauf fokussieren, das Spiel breit zu machen und vom Flügel aus oder aus den Halbräumen in die Zwischenräume der bayerischen Abwehrkette zu starten.
  • Durch ständige Positionswechsel wurde auch die Defensive der Münchner manches Mal durcheinander gewirbelt. So tauchte Konrad Laimer manchmal ebenso als Innenverteidiger auf wie Aleksandar Pavlović. Oder Jonathan Tah musste plötzlich außen verteidigen.
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Für die Bayern war es schwer, diese Fluidität zu kontrollieren. Auch Brahim Díaz war sehr umtriebig und beteiligte sich an Positionswechseln und Tiefenläufen. Durch die Einwechslung von Camavinga in der zweiten Halbzeit ging diese Dynamik ein Stück weit verloren. Madrids Angriffe wurden statischer und man fiel wieder zurück in die Angriffsmuster aus dem Hinspiel: Schnellstmöglich lang und tief auf Mbappé und/oder Vinícius Júnior.

Jamal Musiala ändert das Spiel für den FC Bayern

Auch auf Seiten der Bayern war die 61. Minute mitentscheidend. Jamal Musiala kam für Serge Gnabry. Letzterer hatte keinen allzu guten Tag und verlor im Spiel nach vorn einige Bälle. Das dritte Gegentor wäre auch ohne Freistoßpfiff für Josip Stanišić vermeidbar gewesen, wenn Gnabry den Ball besser kontrolliert hätte. Oder kurz darauf Harry Kane. Oder wenn Dayot Upamecano einen Tick schneller reagiert hätte.

Einige Angriffe durch die Mitte stockten spürbar bei Gnabry. Mit Musiala wurde das Spieltempo einerseits wieder etwas höher, andererseits gewannen die Bayern an Sicherheit. Der 23-Jährige lief sich klug zwischen den Linien frei und half dabei, Madrid hinten reinzudrücken. Es mag auch in dieser Phase nicht viele zwingende Abschlüsse des FC Bayern gegeben haben. Doch durch Musialas Freilaufverhalten und seine Qualität am Ball gab es nicht mehr viele Umschaltsituationen für Real.

Stattdessen wuchs der Druck für sie, weil es keine echte Entlastung mehr gab. Bayern schnürte sie ein, ohne das Risiko unnötig zu erhöhen und einen Konter zu riskieren. Natürlich half der Platzverweis am Ende, um die Partie noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Ob Real es in Gleichzahl geschafft hätte? Fraglich. Madrid wirkte müde und platt, hing wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen.

Bayern hatte unter anderem dank Musiala alles im Griff – auch wenn die Spanier immer für einen Lucky Punch gut sind.

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FC Bayern mit mehr Geduld in der zweiten Halbzeit

Damit einher ging bei den Bayern auch eine größere Geduld. In der ersten Halbzeit liefen sie dem Rückstand hinterher und wollten ihn jeweils schnellstmöglich ausgleichen. Das erzeugte eine bisweilen wilde Partie, in der beide Teams ihre Chancen hatten. Laut Wyscout spielten die Münchner in den ersten 45 Minuten etwas mehr als fünf Pässe pro Ballbesitzphase.

In der zweiten Halbzeit waren es fast acht Pässe pro Ballbesitzphase. Neben der größeren Geduld war allerdings auch das Pressing von Real Madrid ein Faktor. Die Königlichen schienen ihrer aggressiven Spielweise Tribut zu zollen und ließen sich deutlich stärker fallen, statt den Spielaufbau der Münchner zu stören. Das wiederum gab dem FCB mehr Kontrolle. Eine Kraftfrage? Möglich.

Die Münchner schlugen nur vier Prozent ihrer Pässe lang in der zweiten Halbzeit. In der ersten Hälfte waren es noch mehr als sieben Prozent. Vor allem Aleksandar Pavlović, aber auch Joshua Kimmich trugen viel dazu bei, dass sich die Bayern sukzessive in die Partie arbeiteten und immer mehr Ballbesitz sammelten. Ihre Fähigkeiten waren entscheidend, um die Kontrolle zu übernehmen und diese Sicherheit als Basis für die kleine Schlussoffensive zu errichten.

Bayerns Mittelfeld macht den Unterschied zu den Vorjahren

Im Verbund mit dem ballsicheren Musiala war das vielleicht der größte Unterschied zu K.-o.-Spielen in der Vergangenheit. Vor rund einem Jahr spielten die Bayern gegen Inter Mailand in beiden Spielen mit Kimmich und Goretzka. Pavlović verpasste mehrere Spiele mit einer Mandelentzündung und wurde in Mailand nur eingewechselt, während er in München gar nicht im Kader stand.

Thomas Tuchel hatte zuvor aus systematischen Gründen kein Interesse daran, Kimmich und Pavlović gemeinsam spielen zu lassen. Und davor gab es ein riesiges Loch zwischen dem Thiago-Abgang 2020 und der „Entdeckung“ von Pavlović. Ein Loch, das mit Spielertypen geschlossen werden sollte, die im ballbesitzlastigen System nicht die Qualität hatten, Kimmich entscheidend zu entlasten.

Der profitierte am Mittwochabend enorm davon, dass mit Pavlović ein weiterer dominanter Sechser auf dem Rasen stand. Denn dadurch ergaben sich für ihn Räume, die er im Vorwärtsspiel nutzen konnte. Gerade auf diesem Niveau entscheiden sich Spiele oft im Mittelfeldzentrum. 2001 dominierten die Bayern das Zentrum vor allem durch Physis und Wucht. 2013 war es eine Mischung aus technischer Finesse und physischer Überlegenheit.

Der moderne FC Bayern setzt derweil vorrangig auf Passqualität. Auch Kimmich und Pavlović haben Defensivfähigkeiten, sollen diese aber eher in der Vorwärtsbewegung im Pressing einbringen. Entscheidend für Kompany ist, dass sie die Pressingresistenz erhöhen. Gegen Real Madrid gab es Phasen, in denen das Duo an seine Grenzen kam. Umso wichtiger war es, mit Musiala ein weiteres Puzzleteil zu ergänzen.

Am Ende setzte sich das bayerische Mittelfeld durch. Auf eine Art und Weise, die in K.-o.-Spielen schon länger nicht mehr vom FC Bayern zu sehen war. Pavlović ist damit sowas wie der X-Faktor für den FCB. Mit ihm kann Kimmich seine Qualität entfalten und mit ihm ist das Aufbauspiel der Münchner deutlich schwerer zu berechnen. Gerade in einer Partie auf diesem Niveau ist das ungemein wichtig.

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