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·22. August 2026

Warum der Sieg in Dortmund der perfekte FC Bayern-Saisonstart ist

Artikelbild:Warum der Sieg in Dortmund der perfekte FC Bayern-Saisonstart ist

Glitzernder Konfettiregen, die feierende Mannschaft mit Pokal am Mittelkreis, „We Are The Champions“ aus den Stadionlautsprechern, jubelnde Bayernfans im Gästeblock – und mittendrin, natürlich, das Titelmaskottchen, der Porzellan-Kakadu: Die Bilder aus dem Dortmunder Stadion sprachen am Samstagabend für sich. Der Franz Beckenbauer Supercup geht nach München, der FC Bayern startet mit einem Ausrufezeichen und dem ersten Titel in die neue Saison.

Ein Ausrufezeichen im allerersten Saisonspiel

Im ersten Pflichtspiel der Spielzeit setzte sich der FC Bayern mit 2:1 (2:0) gegen Borussia Dortmund, den mit 16 Punkten Rückstand Vorjahres-Zweiten der Bundesliga, durch und entschied das 140. Duell mit dem ewigen Rivalen ausgerechnet im BVB-Stadion vor über 80.000 Zuschauern für sich. Ein Titel, der sportlich und emotional eine klare Botschaft sendet. „Es geht jetzt wieder ein Stück weit bei Null los. Wir haben hohe Ziele und es ist der Moment, dass wir wieder reinkommen. Das müssen wir uns aber alles wieder hart erarbeiten“, hatte Sportvorstand Max Eberl vor dem Klassiker gesagt. Auch Chefcoach Vincent Kompany hatte die Dimension des Samstagabends betont: „Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als auswärts in Dortmund einen Titel zu holen. Die Qualität und die Power der Dortmunder Mannschaft sind aber hoch, es wird schwierig“ – die Antwort der Mannschaft fiel eindrucksvoll aus.


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Personell musste der FCB im Franz Beckenbauer Supercup auf Serge Gnabry, Jamal Musiala und Lennart Karl verzichten. Kompany nutzte das für eine taktische Überraschung: Neuzugang Nathaniel „Nene“ Brown übernahm die Spielmacherposition. Von Beginn an war zu erkennen, dass der FC Bayern mit altem Selbstverständnis, bewährter Dominanz und frischer Spielfreude in die Saison starten will. Dortmund ließ den Gästen den Ball, stand tief und lauerte auf schnelle Umschaltmomente, während die Münchner das Spiel mit hoher Passsicherheit kontrollierten. Schon nach rund 20 Minuten zeichnete sich ein klares Bild ab.

Die erste große Belohnung für drückende Dominanz folgte: Michael Olise setzte sich auf der Seite stark durch, behielt den Überblick und legte in den Rückraum. Brown nahm den Ball mit links und schloss flach ins kurze Eck ab – 1:0 für den FC Bayern. Der neue Spielmacher brach damit nicht nur den Dortmunder Defensivblock, sondern auch seinen eigenen Knoten. „Ich bin persönlich nicht so gut ins Spiel reingekommen. Das Tor hat mir ein bisschen geholfen und ich bin jetzt einfach überglücklich. Wenn man das Tor schießt, ist man wie in einem Tunnel. Das sind einfach nur Glücksgefühle“, sagte er später.

Dortmund wackelte – aber fiel nicht zu Boden

Der Treffer war der Startschuss für eine Phase, in der der BVB wirkte wie ein angeknockter Boxer: wackelnd, taumelnd, aber noch nicht am Boden. Luis Díaz zwang Kobel mit einem präzisen Schuss zu einer Glanzparade, im Zentrum dirigierte Aleksandar Pavlović das Spiel und kam nach nur 38 Minuten auf über 60 Ballaktionen. Der FC Bayern war im Rhythmus, die Maschine lief beeindruckend rund.

Dortmund meldete sich bis dahin nur ein einziges Mal ernsthaft zu Wort: Bensebaini köpfte eine Flanke ins Bayerntor, stand aber im Abseits. Doch die Bayern hatten noch Zeit für einen weiteren Schlag. In der Nachspielzeit erzwang das Bayern-Pressing einen folgenschweren BVB-Fehlpass, Olise schaltete blitzschnell um und legte den Ball ins lange Eck – 2:0. Michael Olise war damit an beiden Treffern direkt beteiligt: erst als Vorlagengeber für Brown, dann als präziser Vollstrecker nach starker Einzelleistung.

Zur Pause stand eine Statistik, die viel über die Kräfteverhältnisse aussagte: 11:1 Torschüsse (davon 6:0 aufs Tor), 69 Prozent Ballbesitz und 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Der FC Bayern zeigte eine bemerkenswerte Überlegenheit, wie man sie aus großen Spielen der vergangenen Saison kennt – kombiniert mit spürbarem Spaß am Offensivfußball Marke Vincent Kompany: „Es war eine sehr gute erste Halbzeit. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir sehr viel Bereitschaft gezeigt. Da hat man das Herz und den Charakter der Mannschaft gesehen. Das Wichtigste ist die Mentalität – und die stimmt“, freute sich der Coach.

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich jedoch das Bild. Dortmund wurde aktiver, arbeitete sich in die Partie. Manuel Neuer musste in seinem 45. Pflichtspiel gegen Dortmund plötzlich bei einem Flachschuss von Karetsas seine ganze Klasse zeigen. „Der Sieg fühlt sich auf jeden Fall gut an“, sagte der Bayern-Kapitän später glücklich. „Die ganze Bundesliga schaut darauf, was der Meister gegen den Pokalsieger macht. Jetzt sind wir Doublesieger geworden und haben gegen die zweitbeste deutsche Mannschaft gespielt. Es war wieder ein harter Kampf und wir mussten alles investieren, um dieses Spiel zu gewinnen. Ich glaube, die bessere Mannschaft hat heute gewonnen.“

Von 30 auf 61 Prozent Ballbesitz in Hälfte zwei

Der BVB wechselte früh und viel, sammelte nun Ballkontakte im Münchner Strafraum und drehte die Ballbesitzverhältnisse: Statt 31 Prozent vor der Pause kam Dortmund im zweiten Durchgang phasenweise auf knapp 60 Prozent. Trotzdem hielt der FC Bayern stabil dagegen, verpasste aber mehrfach das erlösende dritte Tor. „So blieb trotz aller Überlegenheit ein 2:0, das natürlich immer ein gefährliches Ergebnis ist, weil es noch einmal eng werden kann. Und so kam es auch“, resümierte Harry Kane.

Erst recht, als nach einem Fehlpass im Aufbauspiel nach 75 Minuten der Ball im Sechzehner bei Fábio Silva landete, der zum 1:2-Anschluss vollendete. Die Partie wurde nun doch noch zum spannenden Schlagabtausch. In der 81. Minute feierte Ismael Saibari sein Pflichtspiel-Debüt im Bayerntrikot und sorgte dafür, dass Dortmund sich selbst schwächte: Bensebaini sah nach hartem Einsteigen am Marokkaner Rot.

Der Klassiker im Supercup brauchte trotzdem noch den einen, allerletzten Nervenmoment: In der Nachspielzeit tauchte Maximilian Beier plötzlich frei vor Neuer auf. Jonathan Tah irritierte ihn im entscheidenden Moment, der Dortmunder setzte den Ball drüber. 

Kompany zog ein klares Fazit: „In Dortmund einen Titel zu gewinnen, kann man schon als perfekten Saisonstart bezeichnen. Die Einstellung hat heute gepasst – wir wollen weiter Tore schießen und weiter Titel gewinnen.“ Mit feiernden Fans im Rücken, glitzerndem Konfettiregen, Trophäe und natürlich dem Porzellan-Kakadu am Mittelkreis.

Hier geht es zu allen Stimmen zum Supercup in Dortmund:

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