liga3-online.de
·10. Februar 2026
Warum der TSV 1860 München derzeit nur Mittelmaß ist

In partnership with
Yahoo sportsliga3-online.de
·10. Februar 2026

Seit fünf Spielen sieglos, in der Tabelle nur auf Platz 9 und schon neun Punkte hinter dem Relegationsplatz: Der TSV 1860 München ist derzeit nur Mittelmaß. liga3-online.de nennt die Gründe dafür.
Es ist nicht so, dass die Löwen nicht bemüht wären. Das war beim Auswärtsspiel gegen Stuttgart II am vergangenen Samstag in der zweiten Halbzeit deutlich zu sehen. Allein: Es fehlt derzeit an spielerischen Elementen. Während der VfB zwischen der 20. und 45. Minute regelrecht vor Spielwitz sprühte, auf ein starkes Kurzpassspiel setzte, immer wieder mit Tempo in die Spitze kam und so auch die beiden Tore erzielte, hing Sigurd Haugen als Stoßstürmer in der Luft.
Weil es an Anspielmöglichkeiten und Tempo fehlte, wurde oft auf den langen Ball gesetzt. Doch wirklich gefährlich wurde es nur selten. Schon in den Partien zuvor gegen Verl, Essen, Osnabrück und Aachen offenbarten die Löwen spielerische Defizite. Vom Auftreten einer Spitzenmannschaft, die 1860 eigentlich sein will, war wenig zu sehen. Nur in wenigen Spielphasen blitzte das Potenzial auf.
Hinzu kommt eine defensive Anfälligkeit. Schon seit sieben Partien stand hinten nicht mehr die Null, selbst gegen Schlusslicht Schweinfurt, das mit nur 19 Treffern die schwächste Offensive stellt, mussten die Löwen ein Gegentor hinnehmen. Besonders gravierend waren die Patzer in der Abwehr beim Spiel gegen Stuttgart II. Bei beiden Gegentore reichte ein langer Ball beziehungsweise ein tiefer Pass, um die Hintermannschaft auszuhebeln.
Trainer Markus Kauczinski sprach im Nachgang von "billigen Gegentoren" und monierte: "Wir lassen da viel zu viel Platz, das darf nicht so einfach sein." Auch Kapitän Thore Jacobsen fand deutliche Worte: "Nach dem ersten Gegentor haben wir völlig den Faden verloren, haben unreif gespielt und keine Eier gehabt. Jeder hat gemacht, was er wollte. Es war einfach von allen zu wenig."
Dass die Defensive derzeit alles andere als stabil ist, hängt auch mit den Ausfällen von Kapitän Jesper Verlaat und Sean Dulic zusammen, die schon seit Wochen verletzt sind. Auch in anderen Mannschaftsteilen haben die Löwen bereits seit einiger Zeit mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen. Zwischenzeitlich fehlten elf Spieler, darunter mehrere Leistungsträger. Eine derart hohe Anzahl von Ausfällen ist für keinen Drittligisten zu kompensieren.
Die Personalmisere sorgt momentan sogar dafür, dass Sigurd Haugen trotz eines noch nicht vollständig verheilten Kieferbruchs spielt. Zuletzt hat sich das Lazarett zwar schon wieder etwas gelichtet, allerdings holten sich am Samstag mit Kevin Volland und Florian Niederlechner gleich zwei Spieler ihre fünfte gelbe Karte ab, sodass sie am Samstag beim Auswärtsspiel gegen den TSV Havelse fehlen werden.
Und wenn es nicht läuft, dann kommt auch noch Pech bei Schiedsrichter-Entscheidungen hinzu. Nach Auswertung von liga3-online.de-Experte Babak Rafati sind die Löwen in dieser Saison bereits 17 (!) Mal benachteiligt worden – so häufig wie kein anderer Klub. Schon elfmal lagen die Unparteiischen demnach bei Elfmeterentscheidungen daneben, allein im Duell mit dem VfB II hätte 1860 gleich zwei Strafstöße bekommen müssen.
"Wir gewöhnen uns mittlerweile dran. Das Ding reiht sich in eine lange Liste von Fehlentscheidungen gegen uns ein", hatte Kauczinski das Schiri-Pech nach Spielende süffisant kommentiert. Die Serie von fünf sieglosen Spielen hauptsächlich den Fehlentscheidungen zuzuschreiben, wäre zwar kurz gedacht, doch ein Faktor sind die falschen Pfiffe in jedem Fall – allein schon aufgrund der überdurchschnittlich hohen Anzahl. Zumal 1860 auch erst fünfmal von einer Fehlentscheidung profitierte, was im Liga-Vergleich nur Platz 16 bedeutet.
Der TSV 1860 München ist derzeit nicht zufällig im Tabellenmittelfeld zu finden. Spielerische Defizite, defensive Instabilität und anhaltende Verletzungssorgen ergeben ein Gesamtbild, das derzeit nicht vom Aufstieg träumen lässt. Noch vor der Partie gegen Stuttgart hatte Geschäftsführer Manfred Paula zwar betont, den Aufstieg noch nicht abgeschrieben zu haben. Doch nach der Niederlage bei den Schwaben und den Siegen der Konkurrenz brauchen die Löwen "erstmal nicht mehr davon reden", wie Kauczinski deutlich machte.
Zumal 1860 derzeit auch nicht wie ein Aufstiegskandidat auftritt. Eher müssen die Sechzger aufpassen, nicht noch weiter abzurutschen. Dass der TSV aber nochmal in Abstiegsgefahr geraten könnte, erscheint angesichts eines Vorsprungs von bereits zehn Punkten auf Rang 17 eher unwahrscheinlich. Ein großer Rückstand nach oben, ein großer Vorsprung nach unten – Mittelmaß eben.
Live


Live







































