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·18. September 2026

Warum Dino Toppmöller in Lens nach sechs Spielen gehen musste

Artikelbild:Warum Dino Toppmöller in Lens nach sechs Spielen gehen musste

Ein Titel, ein Auswärtssieg in der Champions League und nach elf Wochen trotzdem Schluss: Die Amtszeit von Dino Toppmöller beim RC Lens gehört zu den kuriosesten Trainer-Episoden dieses Spätsommers. Zwei Tage nach der Trennung hat der französische Vizemeister den bisherigen Co-Trainer Yannick Cahuzac zur Dauerlösung befördert. Heute Abend (20:45 Uhr, DAZN) sitzt der 41-Jährige bei der AS Monaco erstmals als Chef auf der Bank.

Der Streit entzündete sich an einem Assistenten

An den Ergebnissen allein lag es nicht. Toppmöller, am 1. Juli als Nachfolger des zu Crystal Palace gewechselten Pierre Sage gekommen, gewann zum Einstand den französischen Supercup mit 1:0 gegen PSG. In der Champions League siegte Lens 3:2 bei Slavia Prag. In der Liga lief es holpriger: Auf ein 5:2 gegen Auxerre folgten Niederlagen gegen Straßburg und Lorient sowie ein 2:2 in Le Mans. Das ergibt vier Punkte und Platz zehn, bei einem halben Dutzend verletzter Stammkräfte.


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Zum Bruch führte eine Personalie: Der Klub wollte sich von Nelson Morgado trennen, Toppmöllers Assistent und Vertrautem seit 2017. Dem Portugiesen wurden dem Vernehmen nach taktische wie menschliche Schwächen vorgehalten. Toppmöller wertete das als Eingriff in seinen Verantwortungsbereich und stellte sich vor seinen Co-Trainer. Damit war auch sein Engagement beendet. Offiziell heißt das „einvernehmlich“.

Lens spricht von einer Mauer im Trainerteam

Generaldirektor Benjamin Parrot legte am Donnerstag die Sicht des Vereins dar. Schon vor dem Supercup habe man zwei Lager im Staff gespürt, ein Lenser und eines von außen. Statt Brücken sei eine Mauer entstanden, und das habe auf die Mannschaft durchgeschlagen. Die Entscheidung gegen Morgado sei eine Managementmaßnahme gewesen, die der Trainer nicht akzeptiert habe. Sportdirektor Jean-Louis Leca nannte Toppmöller dennoch einen außergewöhnlichen Menschen und guten Trainer. Man sei im Juni von der Wahl überzeugt gewesen, es habe nicht funktioniert.

Cahuzac: befördert, aber noch ohne Lizenz

Pikant ist die Nachfolge. Cahuzac war schon vor Toppmöller im Klub, gilt als enger Vertrauter Lecas und wurde seit Wochen als künftiger Chef gehandelt. Dass es so schnell ging, sei laut Parrot „absolut nicht geplant“ gewesen. Leca wies den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück: Im Verein sei er nicht Freund, sondern Vorgesetzter. Der frühere Bastia-Kapitän absolviert die französische Profi-Trainerlizenz noch. Er räumte ein, sich noch nicht als fertige Nummer eins zu sehen.

Und Toppmöller?

In Frankreich fällt das Urteil geteilt aus. Ex-Nationalspieler Adil Rami hält die Trennung nach vier Spieltagen für viel zu früh. Claude Makélélé meint, Toppmöllers offensiver Ansatz passe nur bedingt zur defensiv geprägten Ligue 1. Für den 45-Jährigen ist es die zweite Trennung binnen acht Monaten, im Januar hatte ihn Eintracht Frankfurt freigestellt. Sein Ruf dürfte dennoch kaum gelitten haben. Er ging nicht wegen der Tabelle, sondern weil er seinen Assistenten nicht opfern wollte.

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