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·11. Juli 2026

Warum verkauft der BVB Adeyemi unter Wert?

Artikelbild:Warum verkauft der BVB Adeyemi unter Wert?

Bild: Alexander Hassenstein/Getty

Karim Adeyemi wechselt von Borussia Dortmund zum FC Barcelona. Aber der Verkaufspreis wirkt nicht passend, außer die Klub-Führung verfolgt noch andere Ziele.


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Borussia Dortmund verkauft Karim Adeyemi an den FC Barcelona. BVB-nahe Reporter bewerten die Zahlen des Deals bislang positiv.

Borussia Dortmund soll einen Sockelbetrag von 22 Millionen Euro für Adeyemi erhalten. Dazu kommen neun Millionen Euro mögliche Boni. Zusätzlich gibt es eine Verkaufsbeteiligung von 35 Prozent, falls Barcelona Adeyemi irgendwann verkaufen sollte.

Die BVB-Verantwortlichen haben diesen Schritt sicherlich gut überlegt. Dennoch muss man festhalten: Finanziell wird Adeyemi unter Wert verkauft. Denn:

Adeyemi hat Marktwert von 40 Millionen Euro

Der Marktwert von Adeyemi liegt aktuell bei 40 Millionen Euro. In der Regel werden die meisten guten Spieler sogar über ihrem Marktwert verkauft. Zudem war in BVB-nahen Medien fast zwei Jahre lang zu lesen, dass der BVB bei Adeyemi eine Ablösesumme von deutlich über 50 Millionen Euro anstrebt.

Die 22 Millionen Euro sind also zunächst nur die Hälfte des Werts von Adeyemi. Hinzu kommen mögliche Bonuszahlungen von neun Millionen Euro. Selbst wenn diese leicht zu erreichen wären, bleiben meist ein oder zwei Millionen Euro aus, da der Spieler zum Beispiel nicht jedes Jahr nationaler Meister wird. Selbst mit Boni wird die Summe voraussichtlich knapp unter 30 Millionen Euro bleiben.

Hinzu kommt die Klausel von 35 Prozent Verkaufsbeteiligung. Der Flügelstürmer zählt zu den Spielern, die großes Talent besitzen, es aber nicht konstant abrufen können. Auch in Barcelona ist er zunächst nur als Ergänzungsspieler vorgesehen. Adeyemi ist jedoch ein Wunschspieler von Trainer Hansi Flick.

Adeyemi als Wunschspieler von Flick

Doch sollte Flick in zwei oder drei Jahren seine Ära in Barcelona beenden, dürfte Adeyemi zum Verkauf stehen. Ein Ergänzungsspieler wie Adeyemi, der bei Barcelona nicht mehr gewollt ist, erzielt gewöhnlich einen Verkaufspreis von 20 bis 30 Millionen Euro. Für den BVB könnten das nochmals rund zehn Millionen Euro werden.

Insgesamt würde der BVB mit Adeyemi dann rund 40 Millionen Euro eingenommen haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden es unter 50 Millionen Euro bleiben. Finanziell ist das kein gutes Geschäft für die BVB-Verantwortlichen.

Deshalb muss man nach weiteren Motiven fragen, warum die BVB-Führung diesen Deal dennoch genehmigt hat.

Adeyemi sorgte für einige Skandale, Stichwort Mystery Box, war oft verletzt und erreichte selten sein Leistungsmaximum. Ein Motiv könnte sein, dass der BVB ein „Sorgenkind“ zu einigermaßen annehmbaren Konditionen loswerden wollte.

Hinzu kommt, dass Adeyemi im kommenden Sommer ablösefrei hätte wechseln können. Vertraglich war das also eine Zwickmühle für Schwarzgelb.

Und: Es kann gut sein, dass der BVB lieber schnell Geld in der Kasse haben wollte, um sich vielleicht ein oder zwei preiswerte Spieler auf dem Markt zu sichern. Lieber schnell handeln, um eine eingespielte Mannschaft auf dem Platz zu haben, könnte ein weiteres Motiv sein.

Fazit: Den Adeyemi-Deal öffentlich als finanzielle Meisterleistung darzustellen, rechtfertigen die Argumente derzeit nicht. Dennoch kann der Deal in dieser Form sinnvoll sein, weil man ein „Sorgenkind“ losgeworden ist und mit dem Geld schnell Handlungsspielraum auf dem Transfermarkt besitzt.

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