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·11. August 2026

Was F95 aus dem ersten Stimmungsdämpfer lernen kann

Artikelbild:Was F95 aus dem ersten Stimmungsdämpfer lernen kann

Klar: Eigentlich hätte das Spiel in Mannheim aus Düsseldorfer Sicht mit der verwehrten Überzahl nach vier Minuten eine ganz andere Wendung nehmen können. Doch im Elf gegen Elf wurde F95 aufgezeigt, wie sich die 3. Liga gegen einen Favoriten wehren wird. Immerhin warben einige Nachwuchsspieler nachdrücklich dafür, öfter berücksichtigt zu werden.

Sofort ist der Druck da

Die Erwartung war da, dass der Aufprall in die 3. Liga eher nicht mit einer Kaltschaummatratze gefedert wird. Und doch schmerzte es jedem, der es mit Fortuna Düsseldorf hielt, am Freitagabend enorm: Die wohl größte und einfachste Möglichkeit, mitten im Neustart echte Leichtigkeit oder gar Euphorie zu entwickeln, wurde mit der 1:2-Niederlage in Mannheim vergeben. Stattdessen ist das Unwort "Druck" rund um den Klub vom Flinger Broich vor dem 2. Spieltag gleich wieder omnipräsent.


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Druck auf den Spielern, die – von den ganz Erfahrenen bis zu den Jüngsten – noch nicht gut genug harmonierten, im gegnerischen Ballbesitz sogar vogelwilde Sequenzen hatten. Druck auf Sportchef Samir Arabi, der weitere Transfers wie den hoch gehandelten Karlsruher Andreas Müller (26) präsentieren muss und will. Der aber weder weitere Altstars noch weitere blutjunge Talente präsentieren sollte, sondern den Mangel an Spielern im "besten Fußballeralter" kompensieren muss. Und Druck auf Trainer Alexander Ende, der schnell einsehen musste, wie seiner Spielidee auch in der 3. Liga begegnet wird.

Fortunas Probleme mit intensiven Gegnern

Die Spieler des SV Waldhof pusteten aus dem letzten Loch, als sie in den letzten 15 bis 20 Minuten engagiert als Kollektiv verteidigten. Rui Motas Fußballer hatten sich vollends ausgepowert beim mutigen Versuch, wirklich überall auf dem Rasen Düsseldorfer Fehler zu provozieren. Doch so sehr sich neutrale Zuschauer über dieses Eröffnungsspiel freuten, so wenig begeistert konnte Trainer Ende sein. Denn sein Team war nicht bereit für dieses hohe Pressing und diese Intensität, es war nicht selbstbewusst genug, um in Räume im Mittelfeld einzudringen und diese zu bespielen. Stattdessen wurde das eigene Umschalten ins Defensivverhalten zur unlösbaren Hürde, "die Räume waren viel zu groß", stellte der 46-Jährige im Nachgang fest.

Besonders die linke Defensivseite fürchtete immer wieder, vom überragenden Waldhöfer Rechtsverteidiger Jid Okeke mit Tempo belaufen zu werden – überragen durfte der explosive 21-Jährige aber vor allem deshalb, weil bis tief in die Düsseldorfer Hälfte kein organisierter Plan existierte, ihn aufzuhalten. Ob Mannheim das dauerhafte Patentrezept gegen den nominell großen Aufstiegsfavoriten damit bereits für sich beanspruchen darf, ist offen. Definitiv aber wurden diverse Lücken von F95 aber schonungslos offengelegt. Ein Stück weit war das erwartbar, zugleich war das Risiko mit der einen oder anderen mutigen Personalentscheidung nochmals erhöht worden.

Die kürzlich erst verpflichteten Philipp Förster und Marcel Benger wirkten im Zentrum viel zu behäbig, der junge Kaden Amaniampong wurde in direkten Duellen von Okeke schwindelig gespielt. Etwas überraschend hatte Ende hinten links auf die erfahrenere, aber wohl im Training nicht überzeugende Neuverpflichtung Sascha Risch verzichtet. Die Entscheidung im defensiven Mittelfeld war schon undankbarer: Dort musste die Wahl getroffen werden, das 17-jährige Toptalent Elias Arden nach guter Vorbereitung direkt ins kalte Wasser zu werfen oder – wie bereits in Münster, Verl und Mönchengladbach – auf Benger zu setzen. Auch Stammtorhüter Lasse Rieß warb unterdessen aufgrund einiger Unsicherheiten nicht restlos überzeugend für seine Dienste.

Fan-Optimismus primär dank junger Hoffnungsträger

Während sich die Medienlandschaft im Düsseldorfer Raum bereits im Angriffsmodus befindet, übte sich der zahlenmäßig beeindruckende Fortuna-Anhang in kollektivem Rückhalt: Mehr als 4.000 Gästefans schworen ihr Team, das sich insbesondere nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Fabian Schleusener (56.) kämpferisch tadellos und überdies auf gutem Fitnessniveau zeigte, auf die nächsten Spiele ein. "Tausendmal mehr Kämpfergeist gezeigt", "so übel war der Auftritt gar nicht" – auch in sozialen Medien herrschten ungewohnt besänftigende Töne, an die man sich nach einer Alptraum-Saison erst wieder gewöhnen muss.

Auch, weil Spieler in den Vordergrund traten, die in der Vorsaison noch im Schatten enttäuschender Millionenspieler standen: Neben Arden schaffte es auch Anas Slimani, in 15 Minuten Einsatzzeit viel Eigenwerbung zu betreiben – der 19-Jährige dürfte gegen den Hoffenheim II gute Startelf-Chancen haben. Auch Innenverteidiger Felix Meiser (19), in der Halbzeit bereits für Dominique Heintz eingewechselt, wirkte nach dem schnellen Schock des 0:2-Gegentreffers bereits recht stabil, fehlerlos war er noch nicht. Meint es der Spielplan nun gut oder schlecht mit der Fortuna? Wenn das Team nicht stärker und langfristiger strauchelt als gegenwärtig anzunehmen ist, wohl eher ersteres: Zwei Heimspiele in Folge warten auf Düsseldorf, eigentlich sogar drei, nimmt man das DFB-Pokalspiel gegen den SC Freiburg hinzu.

Während die Ende-Elf sich dort das vielleicht einzige Mal in der Saison als echter Außenseiter fühlen und verhalten darf, gehen sie in die Punktspiele mit der üblichen Rolle: Hoffenheim II und Stuttgart II gelten eher als Kandidaten für die untere Hälfte, das gesamte Stadion wird Rot und Weiß tragen. Zwei Pflichtaufgaben für ein Team voller Selbstvertrauen, zwei unangenehme für eine Mannschaft im Findungsprozess. Selbst die Tatsache, 25.000 bis vielleicht sogar mehr als 30.000 Fortuna-Fans im Rücken zu wissen, kann nicht nur beflügeln. Denn ob der Kredit in diesen wilden Monaten schon groß genug für mögliche weitere Rückschläge ist, ist völlig fraglich.

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