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·17. Juni 2026
Was ist drin für Portugal und CR7? WM-Vorschau Gruppe K

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In der Gruppe K dreht sich natürlich alles um Cristiano Ronaldos WM-Mission und die generellen Chancen der Portugiesen auf den Titel. Mit DR Kongo könnte eine afrikanische Mannschaft aber durchaus überraschen, zudem will Kolumbien nach Abstinenz 2022 wieder in die K.O.-Phase. Usbekistan gilt mit Starspieler Khusanov als großer Außenseiter ins Turnier. Die Vorschau zur Gruppe K.
Die Demokratische Republik Kongo geht mit einer klaren Identität in diese Weltmeisterschaft. Unter Sebastien Desabre hat sich die Mannschaft enorm stabilisiert. Früher wurde das Team zwar häufig mit individueller Qualität, aber auch mit Chaos und fehlender Konstanz verbunden. Inzwischen gibt Kongo ein ganz anderes Bild ab. Desabre hat der Mannschaft eine klare Struktur gegeben, die die Leoparden nun für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft nutzen wollen.
Desabre setzt meist auf ein kompaktes 4-1-4-1, kann gegnerabhängig aber auch flexibel auf eine Dreierkette umstellen. Unabhängig von der Formation bleibt der Grundgedanke bestehen: defensiv stabil stehen, Räume schließen und nach Ballgewinnen schnell umschalten. Mit Spielern wie Chancel Mbemba, Axel Tuanzebe, Arthur Masuaku oder Aaron Wan-Bissaka bringt die Mannschaft in der Defensive viel internationale Erfahrung und physische Qualität mit. Unter Desabre verlor Kongo mit voller Kapelle bislang kein Spiel mit mehr als einem Tor Unterschied.
Nichtsdestotrotz leidet unter dieser defensiven Spielphilosophie etwas die Offensive. Der Weg zur Weltmeisterschaft war mental beeindruckend, spielerisch aber häufig schwere Kost. Kamerun wurde spät ausgeschaltet, Nigeria im Elfmeterschießen bezwungen, Jamaika in der Verlängerung des interkontinentalen Playoffs besiegt. Kongo ist also nicht immer schön anzusehen, aber extrem unangenehm zu bespielen.
Neben den bekannten Namen in der Defensive ist auch die Offensive gut bestückt. Mit Noah Sadiki von Sunderland besitzt Kongo einen spannenden Shootingstar im Zentrum, der von mehreren Top-Klubs beobachtet wird und bereits einen Marktwert von 35 Millionen Euro aufweisen kann. In der Sturmspitze hat Desabre mit Simon Banza und vor allem Yoane Wissa zwei Abschlussspieler mit enormer Qualität.
Der Newcastle-Profi ist der wohl bekannteste Akteur im Kader und die größte Waffe im letzten Drittel. Meist kommt Wissa über die linke Seite, wo er mit Tempo und Tiefgang der ideale Konterspieler sein kann. Nach seinem Wechsel von Brentford zu den Magpies und einer von Verletzungen geprägten Saison ist allerdings auch bei ihm die Fitness ein Thema. Wenn Wissa bei 100 Prozent ist, ist er definitiv ein Spieler, der Kongo bei diesem Turnier tragen kann.
Spannend ist außerdem Ngalayel Mukau. Der 21-Jährige von Lille ist im defensiven Mittelfeld beheimatet und könnte bei dieser WM seinen endgültigen Breakout feiern. Er kann gegen den Ball giftig sein, Bälle erobern, aber auch mit Ball gegnerisches Pressing überspielen und Angriffe sauber nach vorne tragen.
DR Kongo dominiert selten Spiele und kreiert nicht immer konstant Chancen aus dem eigenen Ballbesitz. Trotzdem sind die Zentralafrikaner gefährlich, weil sie defensiv kompakt stehen und mehrere Spieler mit enormer individueller Qualität in den eigenen Reihen besitzen. Ein Weiterkommen ist definitiv möglich, und auch in der K.O.-Phase könnte Kongo für den einen oder anderen Gegner zum echten Stolperstein werden.

Foto: Getty Images
Kolumbien reist mit einer spannenden Mischung aus Turniererfahrung und neuer Offensivqualität zur Weltmeisterschaft. Nach dem Verpassen der WM 2022 soll wieder ein Kapitel wie 2014 geschrieben werden, als die Südamerikaner für große Begeisterung sorgten und James Rodriguez sich den Torschützentitel sicherte. Jener James ist auch in diesem Jahr dabei, doch das Gesicht der Mannschaft ist mittlerweile Luis Diaz vom FC Bayern.
Trainer Nestor Lorenzo setzt meist auf ein 4-2-3-1, in dem James weiterhin die zentrale Rolle als klassischer Zehner einnimmt. Der frühere Bayern-Profi ist beileibe nicht mehr der Spieler, der 2014 die WM verzauberte, aber seine Technik, Übersicht und Standards bleiben für Kolumbien enorm wichtig. Vor ihm soll Sportings Luis Suarez für Torgefahr sorgen. Der Angreifer kommt nach einer überragenden Saison in Portugal mit 28 Toren und sieben Vorlagen mit viel Selbstvertrauen ins Turnier und soll auch in der Nationalmannschaft seine starke Quote unter Beweis stellen.
Die größte Waffe der Offensive ist aber Luis Diaz. Der Flügelspieler hat sich seit der WM 2018 zum wichtigsten Offensivspieler seines Landes entwickelt und kommt nach einer ebenso starken Saison beim FC Bayern mit viel Rückenwind. Diaz kann im Konterspiel aufgrund seines Tempos für Gefahr sorgen, aber auch gegen tiefstehende Mannschaften zum Schlüsselspieler werden. Wenn Kolumbien gefährlich wird, dann häufig über seine linke Seite.
Der Weg Kolumbiens zur WM verlief allerdings nicht ganz reibungslos. In der Qualifikation gab es zwar große Momente, darunter Siege gegen Brasilien und Argentinien. Gleichzeitig geriet die Mannschaft zwischenzeitlich in eine schwierige Phase mit sechs sieglosen Spielen in Folge. In den jüngsten Testspielen schlug man zwar die kleineren Nationen Jordanien und Costa Rica, verlor aber gegen die größeren Gegner aus Frankreich und Kroatien.
In Gruppe K wird Kolumbien gegen Portugal als klarer Underdog in die Partie gehen. Gegen Usbekistan müssen zum Auftakt drei Punkte her, denn das Duell gegen Kongo wird kein Selbstläufer. Mit Diaz, James und leidenschaftlichen Fans besitzt diese Mannschaft genug Qualität und Energie, um die K.O.-Phase zu erreichen und wieder für ein Turniermärchen wie 2014 zu sorgen.

Foto: Getty Images
Portugal reist mit einem der besten Kader des Turniers zur Weltmeisterschaft. Die Mannschaft von Roberto Martinez ist individuell herausragend besetzt, taktisch variabel aufgestellt und bringt auf nahezu jeder Position internationale Topqualität mit. Nach dem Gewinn der Nations League geht Portugal mit viel Selbstvertrauen in dieses Turnier. Gleichzeitig steht über allem eine große Geschichte, die aber auch zum Problem werden könnte: Es dürfte die letzte Weltmeisterschaft von Cristiano Ronaldo werden.
Der 41-Jährige bleibt Kapitän, Symbolfigur und Fixpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auch wenn Portugal längst nicht mehr so stark von ihm abhängig ist wie in früheren Jahren, bleibt Ronaldo ein besonderer Faktor. Er bindet Gegenspieler, ist im Strafraum weiterhin gefährlich und bringt eine Siegermentalität auf das Feld, die innerhalb des Teams abfärben dürfte. Für ihn geht es um den letzten großen Traum: den WM-Titel, der seiner Karriere als einziges großes Puzzlestück noch fehlt.
Sportlich ist Portugal aber längst mehr als Ronaldo. Martinez setzt auf eine stabile Grundstruktur, nutzt dabei aber die enorme Vielseitigkeit seines Kaders. Joao Cancelo, Diogo Dalot, Joao Neves oder Matheus Nunes sind auf mehreren Positionen einsetzbar, während Bruno Fernandes und Bernardo Silva zwischen den Linien immer wieder Positionen tauschen und für Kreativität sorgen. Portugal wird schwer auszurechnen sein und kann Spiele auf unterschiedliche Weise kontrollieren.
Das Zentrum ist ohne jede Frage das Herzstück der Mannschaft. Das PSG-Duo aus Vitinha und Joao Neves gibt dem Spiel Rhythmus, Bruno Fernandes kann als Kreativspieler auf der Zehn Partien an sich reißen und für enorme Torgefahr sorgen. Dazu kommen Spieler wie Nuno Mendes, Ruben Dias, Diogo Costa oder Goncalo Inacio, die dem Team auch auf den weiteren Positionen enorme Qualität verleihen. Portugal gehört ohne jede Frage individuell zu den stärksten Mannschaften des gesamten Turniers.
Allerdings ist Roberto Martinez im Land nicht unumstritten. Die taktische Vielseitigkeit kann ein Vorteil sein, doch zu viele Anpassungen können auch zulasten der Eingespieltheit gehen. Zudem wirkt der Fußball angesichts der enormen individuellen Qualität phasenweise etwas zu bieder. Auch die Rolle von Cristiano Ronaldo bleibt ein sensibles Thema. Einerseits kann er Portugal mit seinen Momenten tragen, andererseits könnte eine zu starke Fokussierung auf ihn die Balance der Mannschaft beeinträchtigen.
In Gruppe K mit Kolumbien, DR Kongo und Usbekistan ist Portugal klarer Favorit auf Platz eins. Der Anspruch geht aber weit darüber hinaus. Diese Mannschaft hat die Qualität für einen tiefen Lauf und gehört zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten. Wenn Ronaldo seine Momente bekommt und die vielen Kreativspieler um ihn herum funktionieren, kann Portugal bei dieser WM sehr weit kommen und um den Titel mitspielen.

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Usbekistan nimmt erstmals überhaupt an einer Weltmeisterschaft teil und schreibt bereits deshalb Geschichte. Nach Jahren des Anlaufnehmens gelang diesmal der große Durchbruch. Die White Wolves qualifizierten sich souverän, verloren in 16 Qualifikationsspielen nur einmal und hielten selbst gegen Iran, eines der Schwergewichte Asiens, mehrfach stark dagegen.
Die Basis für diesen Erfolg wurde unter Srecko Katanec gelegt, der ein stabiles 3-4-3 etablierte. Nach gesundheitlichen Problemen und seinem Rücktritt führte Timur Kapadze die Arbeit fort, ehe mit Fabio Cannavaro ein großer Name übernahm. Der italienische Weltmeister von 2006 erfand das Rad aber nicht neu, sondern entwickelte die bestehende Struktur weiter.
Taktisch bleibt Usbekistan seiner Linie treu. Das Team setzt meist auf eine Dreierkette, kompakte Abstände und klare Rollen auf den Außenbahnen. Gegen stärkere Gegner wird es vor allem darum gehen, defensiv stabil zu stehen, die Räume eng zu halten und nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. In einer Gruppe mit Portugal, Kolumbien und DR Kongo dürfte Usbekistan selten die Kontrolle über längere Ballbesitzphasen haben. Umso wichtiger werden Organisation und Disziplin gegen den Ball.
Der klare Star ist Abdukodir Khusanov. Der Innenverteidiger von Manchester City ist das bekannteste Gesicht des Teams und steht sinnbildlich für den Aufschwung des usbekischen Fußballs. Khusanov reifte zum Liebling von Pep Guardiola. Der 22-Jährige ist schnell, bringt eine sehr gute Physis sowie eine hohe Qualität im Spielaufbau mit. Für Cannavaro, selbst einer der besten Verteidiger seiner Generation, dürfte Khusanov die Schlüsselfigur sein.
Spannend ist außerdem Behruz Karimov. Der junge Rechtsverteidiger gehört mit seinen 18 Jahren zu den jüngsten Spielern des gesamten Turniers. Mit Eldor Shomurodov und Abbosbek Fayzullaev wird zudem das Offensivduo von Basaksehir auch für Usbekistan gemeinsam auf Torejagd gehen.
Sportlich bleibt die Aufgabe aber natürlich extrem schwer. Portugal ist klarer Favorit, Kolumbien und DR Kongo bringen ebenfalls mehr individuelle Qualität und internationale Erfahrung mit. Usbekistan wird deshalb als Außenseiter in diese Gruppe gehen. Alles andere als ein Gruppenaus wäre eine erhebliche Überraschung.

Foto: Getty Images







































