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·23. Januar 2026
Was lange währt… Ein Kommentar zur Beförderung von Thomas Kessler

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Simon Bartsch
23 Januar, 2026
Seit Mai letzten Jahres leitet der ehemalige Kölner Torhüter als Sportdirektor die Geschicke des Vereins. Seine Aufgabe hat der 40-Jährige bisher gut gemeistert. Die Beförderung scheint also folgerichtig, sie scheint logisch. Nun kann sich der Blick nach vorne richten – und schwere Aufgaben stehen bevor beim 1. FC Köln: Ein Kommentar zur Beförderung von Thomas Kessler.

Thomas Kessler ist neuer Geschäftsführer Sport bei den Geißböcken.
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Was lange währt, soll ja bekanntlich gut werden. Auf die angekündigte Beförderung von Thomas Kessler mussten die FC-Fans einige Monate warten. Im September hatte der neue Vorstand um Präsident Jörn Stobbe erklärt, den Sportdirektor mit dem Posten des Geschäftsführers Sport ausstatten zu wollen. Knapp vier Monate später wurde die Ankündigung in die Tat umgesetzt. „Kess“ ist nun gesamtverantwortlich für die sportlichen Entscheidungen im Club. Dass sich das Prozedere so lange hingezogen hat, hatte Gründe – dem Vernehmen nach finanzielle, strategische, inhaltliche. Am Ende gab es die erwartbare Einigung. Erwartbar ja, aber eine, für die lange verhandelt wurde. Und dennoch scheint die Beförderung des bisherigen Sportdirektors eine folgerichtige, eine logische zu sein.
Und das sicher nicht, weil Kessler wie kaum ein anderer die FC-DNA in sich trägt. Kessler hat durchaus einen beachtlichen Werdegang bei den Geißböcken hingelegt. Vom Nachwuchskicker, zum Profi, bis nun hin zum Geschäftsführer. Wenn der 40-Jährige im vereinseigenen Interview erklärt, wie er schon als Kind davon träumte, irgendwann mal am Geißbockheim die Schuhe zu schnüren, dann hat das viel Emotionales, aber eben auch viel Romantisches. Nur ist Romantik sicher kein Kriterium für eine Beförderung in einen Wirtschaftsunternehmen. Es ist sicherlich nicht schlecht, dass der gebürtige Kölner weiß, wie der Verein tickt. Denn der FC tickt anders und auch daran ist sein Vorgänger gescheitert. Auf der anderen Seite gibt es aber auch genug Namen mit ähnlichen Vereinsgeschichten, die sich im Nachhinein nicht als die besten in ihrem Amt erwiesen haben.
Kessler scheint die richtige Wahl zu sein, weil der 40-Jährige in den acht Monaten seiner Amtszeit zahlreiche wichtige und offenbar auch richtige Entscheidungen getroffen hat. Schon die Installation von Friedhelm Funkel brachte das erhoffte Ziel, den sicheren Aufstieg. Im Sommer verpflichtete Kessler Spieler wie Jakub Kaminski, Rav van den Berg oder Isak Johannesson, die das Potenzial und auch das Alter haben, dem FC sportlich, aber auch wirtschaftlich weiterzuhelfen. Er stattete interessante Spieler mit einer Kaufoption aus, ist aber nicht gezwungen, diese bei nicht funktionierenden Akteuren dann auch zu ziehen. Die Vertragsverlängerung von Said El Mala (ohne Ausstiegsklausel) – könnte sich zum absoluten Masterpiece entwickeln.
Zudem schreckt der 40-Jährige ganz offensichtlich nicht vor harten Entscheidungen zurück. Spieler wie Max Finkgräfe oder Damion Downs ließ der damalige Sportdirektor ziehen, um gleichzeitig wieder zu investieren, dem Kader, der in der Vorsaison ehrlich gesagt um den Aufstieg viel zu lange zitterte, ein neues Gesicht zu verleihen. Auch die Verpflichtung von Jahmai Simpson-Pusey erweist sich bislang als genau die richtige. Eine solche Entwicklung war jedenfalls nicht abzusehen. Natürlich ist auch ein Kessler nicht fehlerfrei, natürlich funktionieren nicht alle Neuzugänge. Dennoch hat der neue Geschäftsführer Sport bislang sehr große Spuren hinterlassen.
Doch mit der Beförderung wird der Blick auch nach vorne gerichtet. Kessler steht vor wichtigen, vielleicht schwierigen Aufgaben. Zahlreiche Verträge laufen etwa im kommenden Sommer aus. Ein jeder bringt eine andere Hintergrundgeschichte mit. Bei dem Leistungsträger wird Verhandlungsgeschick gefordert sein, den Spieler an den Verein zu binden. Bei dem altgedienten Routinier die feinfühlige Tonlage, wenn die Zeichen auf Trennung stehen sollten und bei dem Youngster muss die richtige Perspektive für eine gemeinsame Zukunft aufgezeigt werden. Der Kaderumbruch ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen, wird weiter vorangetrieben werden müssen.
Ganz sicher wird Kessler den Verein auf seinem Weg auch durch unruhige Wasser führen müssen – es ist nun mal der 1. FC Köln. Nun hat er vom Vorstand das Vertrauen ausgesprochen bekommen, dass er genau das kann, dass er den FC stabil in der Bundesliga hält. Die Beförderung scheint also folgerichtig, sie scheint logisch. Bekanntlich wird aber auch der Erfolg des Geschäftsführers Sport am Abschneiden der Mannschaft gemessen. Erst dann wird sich zeigen, ob das, was lange währt, auch wirklich gut wird.







































