Wegen der Spider-Cam: Hätte der England-Ausgleich gar nicht zählen dürfen? | OneFootball

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·12. Juli 2026

Wegen der Spider-Cam: Hätte der England-Ausgleich gar nicht zählen dürfen?

Artikelbild:Wegen der Spider-Cam: Hätte der England-Ausgleich gar nicht zählen dürfen?

Es war ein absolut entscheidender Moment im Viertelfinale zwischen Norwegen und England: Kurz vor der Halbzeitpause konnten die Three Lions noch den Führungstreffer des vermeintlichen Underdogs aus Skandinavien ausgleichen und so vermeiden, mit einem Rückstand in die Pause zu gehen. Jude Bellingham setzte sich im Strafraum gekonnt durch und schloss platziert ab.

Doch anscheinend gab es wohl einen Anlass, das Spiel zuvor zu unterbrechen. Wenige Momente vor dem Bellingham-Treffer schien der Ball nach dem Abstoß von Orjan Nyland die Kabel der sogenannten Spider-Cam getroffen zu haben. In verschiedenen Blickwinkeln anderer Kameras scheint durchaus eine Berührung auszumachen, auch die Flugkurve des Balles scheint leicht beeinflusst gewesen zu sein. Das Problem: Im Zuge der aus dem Abstoß resultierenden Balleroberung erzielte England dann den Ausgleich.


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Jude Bellingham erzielte beide Tore für England | Eurasia Sport Images/GettyImages

Die Norweger protestierten zwar nicht unmittelbar nach dem vermeintlichen Kontakt mit der Kamera beziehungsweise deren Kabel, aber dann mit dem Ausgleichstreffer. Der Knackpunkt: Theoretisch zählt diese Kamera dann als Objekt, das von außerhalb des Feldes durch den Ballkontakt eingegriffen hat. Die Folge wäre eine Unterbrechung gewesen.

Beim US-Sender Fox betonte etwa Mark Clattenburg als Schiedsrichter-Experte (via Bild): "Wenn der Ball ein Objekt außerhalb des Spielfelds berührt, muss der Unparteiische unterbrechen. Und das Spiel mit Schiedsrichter-Ball fortsetzen."

Patrick Ittrich äußerte sich derweil bei Magenta TV sehr ähnlich: "Das ist jetzt die Frage: Hat es Einfluss aufs Spielgeschehen? Wenn ja, wäre die richtige Spielfortsetzung ein Schiedsrichter-Ball gewesen, weil das Tor in der Angriffsphase entstanden ist." Durch den Beginn der englischen Ballbesitzphase und da der Treffer auch nicht erst eine halbe Minute später, sondern direkt im Gegenzug gefallen ist, könnte wohl so argumentiert werden. "Dass der Videoassistent nicht eingegriffen hat, heißt, sie haben die Bilder wahrscheinlich genauso gesehen wie wir, konnten nicht wirklich feststellen, ob es da eine Berührung gab", so Ittrich weiter. Das sei dann als "Tatsachenentscheidung" einzustufen, da vom Hauptschiedsrichter kein klarer Fehler zu erkennen gewesen sei.

Tuchel vertraut auf den Sensor im Ball – Solbakken sieht "sehr unglückliche" Szene für Norwegen

Die FIFA verwies derweil auf den Motion Sensor im Ball selbst, der etwa schon Kroatien mit der Berührung der Haare zum Verhängnis wurde. Demnach habe es am Ball keinen Ausschlag gegeben, worauf sich auch Thomas Tuchel später bezog. Wenn dieser Sensor bei ein paar Haaren ausschlage, sollte er das bei einer Berührung mit Kabeln wohl ebenfalls, so der Nationaltrainer von England.

Sein norwegischer Counterpart wurde – in die andere Richtung – noch deutlicher. "Das Kabel verdient einen Assist. Das ist sehr unglücklich gelaufen. Der Ball hat seine Flugrichtung verändert, ist wie ein Stein vom Himmel gefallen. Und das Ganze in einem sehr unglücklichen Moment für uns. Aber was sollen wir machen? Die Fifa wird das Spiel sicher nicht wiederholen lassen", so Stale Solbakken.

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