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Selina Eckstein·30. September 2026

Wegen Shisha-Brand flog er beim DFB raus! Klopp-Neuling kämpft sich zurück

Artikelbild:Wegen Shisha-Brand flog er beim DFB raus! Klopp-Neuling kämpft sich zurück

Er ist eines der neuen Gesichter im zweiten DFB-Kader von Jürgen Klopp: Vitaly Janelt. Während er mit seiner Nominierung im Jahr 2026 positive Schlagzeilen machte, sah das vor zehn Jahren noch ganz anders aus. Damals titelte unter anderem die 'Bild' "Wasserpfeife löst Brand im Hotelzimmer aus – 2 Leipzig-Spieler suspendiert". 

Während der EM-Qualifikation mit der U19 sorgte Janelt mit Teamkollege Idrissa Toure für einen Eklat, der weitreichende Folgen hatte. Die damaligen Nachwuchsspieler hatten eine Shisha in ihrem Hotelzimmer. Als die beiden beim Training waren, verursachte diese offenbar einen Brand. Eine Hotelangestellte bemerkte das Feuer. Janelt und Toure behaupteten zunächst, sie hätten anderen Spielern das Zimmer überlassen. Der DFB griff trotzdem durch und schickte sie nach Hause. "Leider gab es vor Ort einen Vorfall, bei dem sich nicht an gängige professionelle Regeln gehalten wurde. Die Faktenlage war eindeutig. Deshalb hatten wir keine andere Möglichkeit, als zwei Spieler in Absprache mit dem Verein aus gravierenden disziplinarischen Gründen nach Hause zu schicken", sagte der damalige U19-Trainer Frank Kramer zu dieser Aktion. 


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Auch RB Leipzig und deren damaliger Sportdirektor Ralf Rangnick verurteilten das Verhalten. Beide waren schon zuvor durch Unpünktlichkeit und Schlampereien (falsche Kleidung) aufgefallen. Deshalb wurden sie kurzerhand aus der Jugend-Akademie geschmissen. Hinzu kam eine Geldstrafe und Sozialdienst in einem Kindergarten.

Und wie blickt Janelt auf diese Geschichte zurück? "Am Ende des Tages bin ich jetzt zehn Jahre älter. Ich habe eine kleine Tochter, jeder wird mal erwachsen. Gerade Jungs. Frauen sind da ein bisschen ruhiger, was Scheiße bauen angeht. Ich glaube, dass da jeder seine Fehler daraus ziehen muss. Ich habe das relativ schnell erkannt. Was war, das war", sagte er am Dienstag gegenüber Medienvertretern.

2016 war für den Mittelfeldspieler das Kapitel beim  DFB vorerst beendet gewesen. Von RB Leipzig wechselte er dann im Januar 2017 nach Bochum, 2020 folgte der Schritt auf die Insel zum FC Brentford. In dieser Zeit feierte er auch sein Comeback beim DFB, erst in der U20 und später in der U21. Allerdings liegen auch diese Einsätze über fünf Jahre zurück. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass er mit 28 Jahren von seiner "letzten Chance" im DFB-Team spricht. Unter Jürgen Klopp kann er sich nun beweisen und profitiert möglicherweise davon, dass der neue Bundestrainer einst den Liverpool FC trainierte. Das sei gut für ihn, ist sich auch Janelt sicher. 

"Natürlich wäre ich gern schon zu einem früheren Zeitpunkt mal dabei gewesen, hätte ich mir eine Chance erhofft. Aber ich habe in der Vergangenheit so oft darüber gesprochen, dass ich zuletzt keine Lust mehr hatte, darüber zu reden", erklärte der Brentford-Profi außerdem. Er wolle damit allerdings nicht die vorherigen Bundestrainer kritisieren, machte er auch deutlich: "Brentford ist nicht Chelsea, Manchester United oder Manchester City, das ist mir schon klar. Ich bin niemandem böse. Jeder Trainer hat seine eigene Idee."

Umso mehr freut er sich, nun endlich dabei zu sein. "Ich denke, ich bin gut für ein Team, sehe mich als Teamspieler. Ich mache Drecksarbeit für die Jungs vor mir." 

Während Janelt also auf ein mögliches Debüt gegen Serbien am Donnerstag oder spätestens gegen Griechenland am Sonntag hinarbeitet, zeigt der Blick auf seinen damaligen Zimmerkollegen Idrissa Touré, wie unterschiedlich Wege verlaufen können. Touré ist nach dem Shisha-Skandal von 2016 in der Versenkung verschwunden, Janelt hingegen hat sich nach seinem Fehler zurückgekämpft und greift zehn Jahre später im Nationalteam noch einmal an.


📸 Alexander Hassenstein - 2026 Getty Images

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