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·7. August 2026

Weltmeister, Pokalsieger, Eigengewächse: FC-Sparringspartner San Sebastián im Porträt

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Hendrik Broschart

7 August, 2026

„La Real“ ist zu Gast in Müngersdorf: Mit Pellegrino Matarazzo, Weltmeister Mikel Oyarzabal und einer besonderen Vereinsphilosophie bringt Real Sociedad einiges mit zum Test gegen den 1. FC Köln: Sparringspartner San Sebastián im Porträt.

Mit Pellegrino Matarazzo steht ein Trainer an der Seitenlinie, der eine ganz besondere Geschichte mit den Geißböcken verbindet. Real Sociedad bringt mit Kapitän Mikel Oyarzabal zudem einen Weltmeister und eine in Europa einzigartige Vereinsphilosophie mit.

Pelegrino Matarazzo trainiert Real Sociedad San Sebastián (Photo by David Rogers/Getty Images)

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Beim Testspiel im RheinEnergieStadion am Samstag lohnt es sich nicht nur, das Geschehen auf dem Rasen zu verfolgen. Auch in der Coaching Zone ist ein spannender Charakter zu Gast in Köln: Dort wird Pellegrino Matarazzo für Real Sociedad auf der Bank Platz nehmen. Die meisten dürften ihn noch aus seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim und beim VfB Stuttgart kennen. Mit den Geißböcken verbindet Matarazzo eines der wohl prägendsten Spiele seiner Karriere: Nach einer verkorksten Saison 2021/22 musste der US-Amerikaner am letzten Spieltag gegen Steffen Baumgarts Kölner ran, die zu diesem Zeitpunkt bereits einen Platz in der Conference League sicher hatten. Aus Sicht der Matarazzo-Elf folgte eine der denkwürdigsten Begegnungen der Vereinsgeschichte: Wataru Endo köpfte die Schwaben in der Nachspielzeit zum sicheren Klassenerhalt. In der Folgesaison musste Matarazzo dann sein Büro in Stuttgart räumen – nach neun Spielen ohne Sieg stellte ihn Vorstandschef Alexander Wehrle frei.

Amtierender Copa-del-Rey-Sieger zu Gast in Müngersdorf.

Aus Sicht der deutschen Fans kam die Meldung Ende Dezember 2025 doch etwas überraschend: Nach Ablauf des 17. Spieltags wurde Pellegrino Matarazzo als neuer Trainer von San Sebastián vorgestellt. Mittlerweile ist die Überraschung gewichen. Denn unter Matarazzo hat sich „La Real“ prächtig entwickelt, der US-Amerikaner wird für seine Erfolge gefeiert. Unter seinem Vorgänger Sergio Francisco war die ambitionierte Mannschaft in der abgelaufenen Spielzeit in der Tabelle immer weiter abgerutscht, bei dessen Entlassung trennten San Sebastián nur zwei Punkte von den Abstiegsplätzen.

Matarazzo übernahm zum Jahreswechsel und führte die Basken mit neun Spielen ohne Niederlage zurück in die Spur. In La Liga sicherte er ihnen am Ende einen Platz im internationalen Geschäft. Inzwischen ist Real Sociedad zudem zum vierten Mal Pokalsieger. Dass die Mannschaft zu mehr in der Lage sein würde, als sie über weite Strecken der Hinrunde zeigte, liegt beim Blick auf den Kader auf der Hand. An erster Stelle ist Stürmer Mikel Oyarzabal zu nennen. Als Eigengewächs und Kapitän ist der 30-Jährige eine echte Identifikationsfigur. Oyarzabal ist auch in der spanischen Nationalmannschaft gesetzt, die sich unlängst in Amerika zum Weltmeister krönte.

Die Wohlfühloase aus dem Norden Spaniens

„Es fühlt sich an wie eine Bruderschaft. Dies ist ein ganz besonderer Ort zum Leben und Spielen“, verriet Mittelfeldspieler Mikel Merino, der von 2018 bis 2024 das Trikot der Basken trug, einmal in einem Interview mit ESPN. Merino ist damit nicht allein. Der Club aus dem Norden der iberischen Halbinsel gilt als stressfreies Umfeld, in dem regelmäßig in Sackgassen geratene Talente einen Kickstart für ihre Karriere finden. So geschehen bei Martin Odegaard, Alexander Isak oder Takefusa Kubo. Diese Feelgood-Philosophie liegt auch der Jugendarbeit des Vereins zugrunde.

Zeitweise kam die gesamte Mannschaft aus der eigenen Region, oft sogar nur aus der eigenen Provinz. Nachbar Athletic Club aus Bilbao pflegt dieses Erbe bis heute so streng, dass er ausschließlich Spieler mit baskischen Wurzeln, Geburtsort oder zumindest Kindheitsverein aufnimmt. Real Sociedad hingegen verpflichtete 1989 den ersten Ausländer und 2003 den ersten Profi aus einem anderen Teil Spaniens. „Unsere Philosophie basiert auf der Nachwuchsförderung, aber um in Europa mithalten zu können, braucht man Talente, die eine Provinz mit 700.000 Einwohnern nicht immer hervorbringen kann“, sagte der Leiter der Zubieta-Akademie, Luki Iriarte, im April der Zeitung El Comercio de Gijon.

Dennoch bleibt das Hauptaugenmerk auf der nahen Umgebung: In der Zubieta-Akademie gehen die Basken dabei einen besonderen Weg und bauten ein Netzwerk auf, in dem 70 Vereine aus der Region im direkten Kontakt mit La Real stehen, um Talente zu beobachten. „Unsere Botschaft lautet: Bleib in deinem Umfeld. Bleib bei deiner Familie. Bleib bei deinen Freunden. Und wenn du das Gefühl hast, dass du bereit bist, all das hinter dir zu lassen, dann kannst du zu Real Sociedad kommen“, sagte Iriarte einmal dem Guardian.

Wagner: „Freuen uns auf das Spiel“

Festzuhalten bleibt: Die Gäste der Geißböcke bringen alles mit, um dem FC als optimaler Sparringspartner in die letzte Phase der Saisonvorbereitung zu begleiten. FC-Coach Wagner kann den Test gegen Matarazzos San Sebastián kaum abwarten: „Ich glaube, jeder freut sich, dass es wieder losgeht. Vor allem in unserer Stadt. Alle sind verrückt nach dem 1. FC Köln. Alle freuen sich darauf, dass die Saison wieder losgeht. Wir freuen uns auf das Spiel. Wir freuen uns auf jeden, der am Samstag im Stadion steht.“ Auch aus den Zielen für die Tests am Wochenende machte Wagner keinen Hehl: „Wir als Staff, als Mannschaft, wollen schon ein bisschen in die Spieltagsabläufe kommen. Und dann geht es trotzdem darum, uns noch einmal gut zu präsentieren. Jetzt geht es auch zum ersten Mal wirklich darum, 90 Minuten Fußball zu spielen und uns am Samstag und am Freitag vor vielen Zuschauern gut zu präsentieren.


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