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·2. Juli 2026
Wenn Rekorde zur Fußnote werden: Englands Markt verliert bei Elliot Anderson jedes Maß

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·2. Juli 2026

Bis zu 150 Millionen Euro für den 23-jährigen Mittelfeldspieler – der Deal könnte Isaks Rekordablöse vom Sommer übertreffen.
Es ist noch keine drei Monate her, dass der Transfermarkt der Premier League seinen jüngsten Höhepunkt erreichte, als der FC Liverpool am Ende des vergangenen Sommers 145 Millionen Euro an Newcastle United überwies, um Alexander Isak zu holen. Ein Rekord, der wie ein Fixstern wirken sollte, mindestens für eine Saison. Nun, im Herbst, ist er schon wieder eine Fußnote. Manchester City hat am Donnerstagabend die Einigung mit Nottingham Forest über Elliot Anderson bekannt gegeben, und die Zahlen, die dazu in England die Runde machen, liegen bei 140 bis 150 Millionen Euro inklusive Boni. Sollte die Summe am oberen Ende landen, ist Isaks Marke getoppt.
Bemerkenswert ist an diesem Vorgang weniger die Identität des Käufers – dass ein Spitzenklub aus Manchester an der Spitze der Preisliste steht, überrascht niemanden – als die Beschleunigung dahinter. Ein Rekord, der ein Jahr hält. Ein Preis, der sich in zwölf Monaten von 145 auf möglicherweise 150 Millionen Euro bewegt, für einen Spieler, der nicht Stürmer ist, sondern Mittelfeldspieler. Anderson ist 23 Jahre alt, er hat noch den Großteil einer Karriere vor sich, und trotzdem klingt die Summe, als würde ein fertiges Produkt gekauft, nicht ein Versprechen. Der englische Markt bewertet Potenzial inzwischen so, wie er einst nur Titel bewertet hat.
Dass die Einzelheiten erst nach Andersons Rückkehr von der Weltmeisterschaft geklärt werden sollen, gibt dem Deal eine zusätzliche Note. Der Spieler steht mit England in den USA, unter dem deutschen Trainer Thomas Tuchel, und er hat in allen vier bisherigen Turnierspielen in der Startformation gestanden. Am Mittwoch erreichten die Three Lions durch ein 2:1 gegen die DR Kongo das Achtelfinale. Anderson ist also nicht irgendein Mittelfeldspieler, sondern einer, der auf der größten Bühne des Fußballs gerade beweist, warum Nottingham Forest ihn nicht billiger abgeben musste. Der Preis wird durch jedes Spiel, das er dort bestreitet, eher steigen als sinken.
Und doch drängt sich die Frage nach der finanziellen Statik auf. Wenn ein 23-Jähriger im zentralen Mittelfeld 150 Millionen Euro kostet, was kostet dann im nächsten Sommer der nächste? Die Premier League hat sich in den vergangenen Jahren eine Sonderstellung erarbeitet, ihre Fernseheinnahmen sind konkurrenzlos, ihre Klubs können Preise aufrufen, bei denen der Rest Europas passen muss. Das funktioniert, solange die Einnahmenkurve mitwächst. Es funktioniert weniger gut, wenn die Käufer die Verkäufer sind, wenn also derselbe englische Klub, der heute 150 Millionen ausgibt, morgen von einem anderen englischen Klub 160 Millionen fordert. Ein geschlossener Kreislauf mit Inflationsdruck, an dessen Ende die UEFA-Regeln stehen, die eigentlich genau das verhindern sollten.
Nottingham Forest hat einen guten Tag. Der Klub bekommt eine Summe, die in seiner Bilanz Spuren hinterlassen wird, und muss nichts weiter tun, als einen Mittelfeldspieler ziehen zu lassen, dessen Marktwert er selbst nicht ausgehandelt hat, sondern das Turnier in den USA. Manchester City bekommt einen englischen Nationalspieler in bestem Alter. Der Rekord vom letzten Sommer bekommt Gesellschaft, wahrscheinlich nicht zum letzten Mal. Was der Fußball insgesamt davon hat, wird man später zählen.







































