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·5. Oktober 2026
„Wer sagt, der Platz war nicht so schlecht, hat keine Ahnung“ – Rangnick schimpft und räumt trotzdem Fehler ein

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Pristina. Ralf Rangnick hatte das Problem schon am Vortag gesehen. Beim Abschlusstraining im Fadil-Vokrri-Stadion war der 68-Jährige nach eigener Aussage vom Zustand des Spielfelds überrascht. Nach dem 1:1 gegen den Kosovo am Sonntagabend wählte er auf der Pressekonferenz Worte, die keinen Interpretationsspielraum ließen: „Jeder, der sagt, der Platz war nicht so schlecht, hat keine Ahnung von Fußball. Ich muss es so brutal sagen, der Platz war eine einzige Katastrophe.“
Es war allerdings nicht das Einzige, was der ÖFB-Teamchef an diesem Abend sagte.
Rangnick bemühte sich, seine Kritik einzugrenzen. „Ich finde, das Land Kosovo hat einen besseren Platz verdient als den, den wir hier vorgefunden haben“, sagte er. Ein Nations-League-Spiel verdiene einen deutlich besseren Untergrund. Der Kosovo sei ein „aufstrebendes Land“, die Mannschaft habe während ihres Aufenthalts sehr freundliche Menschen erlebt.
Xaver Schlager wurde konkreter. „Direktspiel ist gar nicht gegangen, jeder Ball ist versprungen, mit Fußball hatte das wenig am Hut“, sagte der Mittelfeldspieler. Österreich habe im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen eigentlich durch kontrollierten Ballbesitz Kräfte sparen wollen. Unter diesen Bedingungen sei das kaum möglich gewesen.
Bemerkenswert ist, was Rangnick laut den Salzburger Nachrichten später hinzufügte. In der ersten Halbzeit habe man zu viele unsaubere Pässe gespielt – und die hätten „nicht nur mit dem schlechten Rasen“ zu tun gehabt. Über den Gegner sagte er: „Das ist ein richtig guter Gegner.“
Das Spiel bestätigt beides. Österreich fand gegen die tief stehenden Kosovaren lange keine Ideen, die APA beschrieb das ÖFB-Team als „ideenlos“. Der Kosovo kam besser aus der Kabine und ging in der 70. Minute verdient in Führung: Fisnik Asllani, früher bei der Wiener Austria, traf nach Vorarbeit von Edon Zhegrova ins linke Eck. Drei Minuten später traf Milot Rashica nach einem Konter den Pfosten, den Nachschuss von Veldon Hodza parierte Schlager im Tor – Österreich hatte großes Glück.
Rangnick reagierte mit einem Dreifachwechsel und brachte Saša Kalajdžić, Christoph Lang und Marco Grüll. Gerettet wurde der Punkt am Ende durch eine Standardsituation: In der 85. Minute köpfte Lang nach Vorarbeit von Kalajdžić zum 1:1 ein. Für den LASK-Spieler war es das erste Länderspieltor, vier Tage nachdem er gegen Israel sein Debüt gegeben hatte.
Damit gelang eine Statistik, die zu Rangnicks Kadermanagement in dieser Länderspielphase passt: Alle neun Tore, die Österreich in dieser Nations-League-Saison erzielt hat, stammen von neun verschiedenen Spielern.
Bei aller Wut über den Rasen fiel Rangnicks Fazit des Lehrgangs positiv aus. „Wir haben viel Gutes gesehen“, sagte er. „Von den Ergebnissen her können wir zufrieden sein.“ Er sei mit dem Lehrgang „rundum zufrieden“.
Die Tabelle gibt ihm recht. Nach dem 3:1 gegen Israel, einem Heimsieg gegen den Kosovo, dem 2:2 in Dublin – ebenfalls nach spätem Ausgleich – und dem 1:1 in Pristina steht Österreich mit acht Punkten an der Spitze der Gruppe B3, drei Zähler vor dem Kosovo und Irland. Da Irland und Israel sich zeitgleich 1:1 trennten, behält das ÖFB-Team im Rennen um den Aufstieg in die Liga A alle Trümpfe in der Hand. Rangnick warnte dennoch: „Ich habe bis jetzt noch keinen leichten Gegner gesehen.“
Auf der anderen Seite saß ein bekanntes Gesicht. Kosovos Teamchef Franco Foda, Rangnicks Vorgänger beim ÖFB, zog ebenfalls eine positive Bilanz: „Wir haben in einer sehr schwierigen Gruppe fünf Punkte geholt. Mit der Ausbeute sind wir zufrieden.“ Sein Ziel bleibe Gruppenplatz zwei, der eine bessere Setzung bei der EM-Qualifikations-Auslosung bringt. Er lobte die Breite im österreichischen Kader – und legte sich fest: „Ich denke trotzdem, dass Österreich die Gruppe gewinnt.“
Die letzten beiden Gruppenspiele finden im November statt. Ob dann auf besserem Rasen gespielt wird, liegt nicht in Rangnicks Hand. Ob Österreich die Gruppe gewinnt, schon.







































