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·28. Januar 2026

Wer stoppt Frankfurts freien Fall? Heute erst mal niemand

Artikelbild:Wer stoppt Frankfurts freien Fall? Heute erst mal niemand

Fever Pit'ch-Kolumnist Alex Steudel über das größte Sorgenkind der Liga, das sich jetzt auch noch vom europäischen Fußball abmeldet

Frankfurt verabschiedet sich heute aus der Champions League. Und zwar auch, wenn das Spiel gegen Tottenham Hotspur 6 oder 7:0 endet. Das ist schade, denn ähnlich klingende Paarungen mit Eintracht-Beteiligung haben Deutschland vor nicht allzu langer Zeit noch elektrisiert. Gefühlt geht also eine Ära zu Ende. Aber was war es denn für eine?


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Ehrlich gesagt eine mit viel Schatten, meist abgedimmtem Licht – und nur einmal richtig Schweinwerfer. Die Europapokalsaison 2021/22 mit dem Finalsieg gegen die Glasgow Rangers trägt den Klub knapp vier Jahre später immer noch ein bisschen, aber die Beine werden langsam schwer. Die Eintracht ist wie ein Marathonläufer, der sich lange gut gefühlt hat und dann bei Kilometer 35,7 schlagartig merkt, dass er ja gar nichts getrunken hat.

Die Frage ist: Kann der Klub allein mit einer Trainerverpflichtung alles wieder in die richtige Bahn lenken? Und vor allem: Wäre Marco Rose, der zwischenzeitlich heiß gehandelt wurde, wirklich der Mann für so eine Aufgabe gewesen? Rose hat bei seinen letzten Klubs RB Leipzig und Borussia Dortmund, ich sag's mal nett, nicht überzeugt – aber sind das nicht eben die Sphären gewesen, die Frankfurt besetzen möchte?

Klubchef Axel Hellmann kündigte jedenfalls in der Mitgliederversammlung am Montagabend an, man sei bei der Suche nach dem Nachfolger von Dino Toppmöller "auf der Zielgeraden". Dienstag stellt sich dann laut Sky und Bild heraus, dass Albert Riera in der Verlosung ist. Albert Wer? Richtig, den kennt in Deutschland nur, wer NK Celje für den Mittelpunkt des Weltfußballs hält und die slowenische Liga abfeiert. Ein Nobody als Eintracht-Trainer: So viel Mut hat nur, wer nichts mehr zu verlieren hat. Die SGE gibt Rätsel auf.

Die Mannschaft hat leider schon lange keine Zielgerade mehr gesehen. Nach Rang drei in der vergangenen Bundesliga-Saison – der besten Platzierung seit 2012 unter Armin Veh – lautet die Zwischenbilanz 2026 so: Aus in der Aufwärmphase der Königklasse, Aus in Runde zwei des DFB-Pokals, nur Platz acht in der Liga. Das Ticket in die Champions League 2026/27 liegt sage und schreibe neun Punkte entfernt. Bleibt Frankfurt Achter, hätte man kommende Saison so viel mit Europa zu tun wie Sydney-Ost. Es könnte die erste völlig uneuropäische Saison seit sechs Jahren bedeuten.

Und dazu kommen ja noch viele weitere Probleme. Der Kader wurde zum Beispiel immer wieder gewinnbringend ausgedünnt, aber es gab keinen sportlichen Gewinn und vor allem keine Verstärkungen. "Explodierende Personalkosten: Wie riskant ist Frankfurts Wachstumsstrategie?" titelte der "Kicker" schon vor drei Monaten. Die Verantwortlichen haben "den Kader an der einen oder anderen Stelle falsch eingeschätzt", räumte Hellmann am Montag ein.

Und dann ist da noch der Umgang mit den Fans, die die Bosse in etwa so gut im Griff haben wie ein Regionalliga-Verteidiger einen Dembelé. Die Eintracht-Ultras sind außer Rand und Band: Mal schweigen sie (wie beim 1:3 gegen Hoffenheim), mal drehen sie komplett durch – fünf Auswärtsausschlüsse in sieben Spielzeiten sagen einiges. Und ihren Einfluss im Verein wollen sie auch vergrößern.

Die Eintracht hat zu viele Fehler gemacht, die Verantwortlichen Hellmann und Sportchef Markus Krösche haben aber noch einen Schuss frei. Ich bin gespannt, wie/ob sie den Schaden beheben.

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