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·6. August 2026
Wer wird Neuer-Nachfolger im DFB-Tor? Die zwölf Kandidaten für Bundestrainer Jürgen Klopp

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Zum ersten Mal seit 2010 geht die deutsche Nationalmannschaft ohne festen Stammtorhüter in eine neue Saison. Manuel Neuer hat seine Karriere im DFB-Trikot nach 128 Länderspielen endgültig beendet, der 40-Jährige steht auch als Rückkehrer nicht mehr zur Verfügung. Bundestrainer Jürgen Klopp (59) hat die Position damit offiziell freigegeben.

Bundestrainer Julian Nagelsmann verlässt mit gesenktem Blick enttäuscht den Rasen, neben ihm der ebenso geknickte Torhüter Manuel Neuer (Nummer 1), nachdem Deutschland das Elfmeterschießen verloren hat. Aufgenommen nach dem Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
BILD hat die derzeit stärksten deutschen Torhüter in eine Rangfolge gebracht. Zwölf Namen stehen auf der Liste, angeführt wird sie von einem Rückkehrer, der gerade erst in einem neuen Land angefangen hat. Ein Überblick über die Ausgangslage vor der Länderspielphase im September.
Auffällig ist die Streuung: Vier der zwölf Kandidaten spielen im Ausland, drei sind 22 Jahre alt oder jünger, einer ist derzeit ohne Verein. Eine gesetzte Nummer 1 gibt es in dieser Aufstellung nicht.
Über Jahre war Marc-André ter Stegen der beste Torhüter, der international kaum spielte: hinter Neuer die Nummer 2, 2019 immerhin Zweiter bei der Wahl zum Welttorhüter. Zwei Verletzungsjahre und der verpasste WM-Sommer haben diese Rolle zerlegt. In Amsterdam beginnt jetzt der Wiederaufbau, per Leihe und mit klarer Perspektive auf Spielzeit. Bis zum Start der Länderspielphase am 21. September stehen für ihn neun Pflichtspiele an. Neun Bewerbungsschreiben, mehr braucht es kaum.
Kein Kandidat hat sich im DFB-Umfeld so viel Kredit erarbeitet wie Oliver Baumann. Nach seiner Degradierung blieb er ohne öffentliches Murren, seine Leistungen bei der TSG Hoffenheim schwanken seit Jahren kaum. Sein Signal in Richtung Bundestrainer ist entsprechend entspannt: „Ich bin da und freue mich, wenn er sich meldet.“ Für eine Übergangslösung mit hoher Verlässlichkeit ist er der naheliegendste Name.
Beim FC Bayern läuft der Nachfolgeplan bereits. Jonas Urbig und Neuer teilten sich zuletzt die Aufgaben nach einem Job-Sharing-Modell, Urbig soll in der neuen Saison regelmäßig von Beginn an spielen. Wer beim Rekordmeister dauerhaft im Tor steht, ist im DFB-Kader selten lange außen vor. Mittelfristig führt an ihm der wenigste Weg vorbei.
Alexander Nübel hat nach drei starken Leihjahren beim VfB Stuttgart die fehlende Perspektive in München gezogen und in diesem Sommer zu Besiktas gewechselt. Zwei Spiele ohne Gegentor gegen Midtjylland in der Europa-League-Qualifikation brachten viel Lob ein, die schwächere türkische Liga kostet ihn allerdings Sichtbarkeit.
Bernd Leno (34) ist die stille Option. Sein letzter Einsatz für Deutschland liegt im September 2021, nominiert wurde er zuletzt im März 2024. Sportlich spricht wenig gegen ihn: In der vergangenen Saison stand er in allen 38 Premier-League-Spielen für den FC Fulham auf dem Platz und blieb neunmal ohne Gegentor.
Kurios ist die Lage im Breisgau. Noah Atubolu (24) hatte seinen Abschiedswunsch früh hinterlegt, um sich auf höherem Niveau für den DFB zu empfehlen, hat bislang aber keinen neuen Arbeitgeber. Juventus Turin und Olympique Marseille sollen ihn beobachten. Der SC Freiburg hat unterdessen längst umgeplant und Mio Backhaus (22) als neue Nummer eins installiert, obwohl Atubolus Vertrag noch bis 2027 läuft. Backhaus hatte sich zuvor in Bremen zu einem Top-Keeper entwickelt.
Finn Dahmen (28) kennt den Kader bereits, in der gesamten WM-Qualifikation war er die Nummer drei, beim FC Augsburg spielt er seit Jahren konstant. Moritz Nicolas (28) lieferte die auffälligste Statistik der Liste: 143 gehaltene Schüsse, Bestwert der Bundesliga, und damit ein Hauptgrund für den Klassenerhalt von Borussia Mönchengladbach. Englische Klubs beobachten ihn.
Dennis Seimen (20) wird beim VfB seit Jahren auf die Stammrolle vorbereitet und stieg als Leihgabe mit Paderborn auf, laboriert aktuell aber an einer Muskelverletzung im Oberschenkel. Marvin Schwäbe (31) hat sich als Kapitän des 1. FC Köln offensiv angeboten: „Natürlich ist das weiterhin ein Traum, gerade wenn man schon mal auf Abruf war.“ Unter Hansi Flick (61) gehörte er zum erweiterten Kreis. Robin Zentner (31) von Mainz 05 wartet dagegen weiter auf ein erstes echtes Signal, konkreten Kontakt zum DFB gab es nach eigener Aussage nie.
Der Bundestrainer muss drei Kriterien gegeneinander abwägen: internationale Erfahrung (ter Stegen, Leno), aktuelle Verlässlichkeit (Baumann, Dahmen) und Perspektive bis zur nächsten großen Endrunde (Urbig, Backhaus, Seimen). Weil kein Kandidat alle drei Punkte abdeckt, dürfte die erste Nominierung vor allem eines sein: eine Momentaufnahme. Entscheidend wird, wer im September regelmäßig spielt.
Eine feste Nummer 1 gibt es nach dem Rücktritt von Manuel Neuer nicht. Als aussichtsreichste Kandidaten für die erste Länderspielphase unter Jürgen Klopp gelten Marc-André ter Stegen und Oliver Baumann.
Neuer hat seine Karriere in der Nationalmannschaft nach 128 Länderspielen endgültig beendet. Der 40-Jährige steht dem DFB auch in Ausnahmefällen nicht mehr zur Verfügung.
Die erste Standortbestimmung ist die Länderspielphase ab dem 21. September. Bis dahin zählt für alle Kandidaten vor allem eines: Einsatzzeit im Verein.
Jonas Urbig. Der 22-Jährige wird beim FC Bayern gezielt als Stammtorhüter aufgebaut und sammelt ab dieser Saison regelmäßig Spielpraxis auf höchstem Niveau.







































