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Matti Peters·15. Februar 2026

Wie konnte er den übersehen? Ein Juwel macht seinen Ex-Coach lächerlich

Artikelbild:Wie konnte er den übersehen? Ein Juwel macht seinen Ex-Coach lächerlich

"Ihr stellt mir immer die gleiche Frage“, sagte ein entnervter Ruben Amorim im Dezember, Wochen vor seinem Rauswurf in Manchester, als er darauf angesprochen wurde, warum er United-Juwel Kobbie Mainoo mal wieder nicht gebracht habe.

Nach dem Duell mit West Ham vor ein paar Wochen ließ der Ex-Trainer der Red Devils dann ein bisschen die Deckung fallen: "Ich verstehe, was ihr meint. Ihr liebt Kobbie. Er spielt für England in der Startelf, aber das heißt nicht, dass ich Kobbie bringen muss, wenn ich das Gefühl habe, dass ich es nicht sollte."


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Ein Kommentar, der um die Welt ging und sich irgendwie auch nach einem persönlichen Problem anhörte. Amorim sah die Fragen danach, weshalb er Mainoo so selten einsetzte, als eine emotionale Angelegenheit. Diese Einschätzung verfehlte aber den Kern der Sache.

Es ging nicht darum, dass die Medien Mainoo "liebten". Sondern darum, dass er bereits bewiesen hatte, welchen positiven Einfluss er auf eine Mannschaft haben kann.

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Auch die Anhänger verstanden nicht, warum der in der eigenen Akademie ausgebildete Mittelfeldspieler in dieser Saison unter Amorim kein einziges Premier-League-Spiel von Beginn an bestritten hatte.

Amorims erster Nachfolger Darren Fletcher brachte Mainoo im vergangenen Monat beim Remis in Burnley für die letzten 16 Minuten – nachdem er von der Dreierkette abgerückt war, um einen zusätzlichen Spieler im Zentrum zu haben. Im darauffolgenden FA-Cup-Spiel gegen Brighton rückte er dann in die Startelf.

Unter Michael Carrick ist der Mittelfeldmann aus dieser nicht mehr wegzudenken. Er begann in allen fünf Partien von Carricks kurzer Amtszeit. Der fünfte Sieg in Folge wurde im Rückspiel gegen die Hammers zwar verpasst, aber Mainoo war wieder mit einer herausragenden Leistung aufgefallen.

"Ja, daran besteht kein Zweifel“, sagte Carrick anschließend auf die Frage, ob Mainoo wieder das Niveau seiner Durchbruchssaison 2023/24 erreicht habe, als er im FA-Cup-Finale gegen Manchester City traf und im EM-Finale gegen Spanien für England in der Startelf stand.

Mainoo hat ein exzellentes Gespür für den Spielfluss und ist ein kompletter Mittelfeldspieler. Damit brachte er zuletzt auch England-Legende Gary Lineker im Podcast 'Rest is Football' zum Schwärmen: "Dieser Junge ist ein wunderbarer Fußballer. Gott, bei ihm sieht alles so einfach aus. Er will den Ball, er nimmt ihn an, egal wer um ihn herum ist, und er dreht sich, trifft immer die richtigen Entscheidungen, er ist anmutig."

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📸 James Fearn - 2026 Getty Images

Das galt vor zwei Jahrzehnten auch für Carrick selbst. Deshalb holte ihn Sir Alex Ferguson einst von Tottenham nach Manchester, wo er eine stille aber sehr beachtliche Weltkarriere hinlegte. Mainoo profitiert also auch vom guten Verständnis des Trainers für eine der Schlüsselpositionen im United-System. 

Dass der Youngster unter Amorim so gar kein Faktor war und unter Carrick wieder richtig aufblüht, ist bezeichnend. Das kann man auch an der zurückgewonnenen Zuversicht bei den Fans ablesen. Nach schwierigen Jahren mit vielen Aufs und Abs, scheint wieder etwas Konstanz in Manchester eingekehrt zu sein.

Lineker sieht Mainoos Aufstieg auch als Bestätigung dafür, dass Uniteds Trennung von Amorim der richtige Schritt war. 

"Ich weiß, dass sein Bruder ein wenig Ärger bekommen hat, weil er auf seinem T-Shirt 'Free Kobbie' geschrieben hatte, aber sein Bruder hat absolut Recht. Was hat er (Amorim) sich dabei gedacht? [...] Wenn ich Kobbie Mainoo wäre - und ich sage das im Scherz -, würde ich darüber nachdenken, ob ich ihn (Amorim) verklagen sollte. Er hat diesem Jungen ein Jahr seiner Karriere geraubt", legte Lineker nach.

Selbst wenn das United-Juwel seine Lage nicht ganz so drastisch bewerten würde, hat die Rolle als Dauerreservist seiner Motivation keinesfalls geschadet. Mit den jüngsten Auftritten gab Mainoo sein Statement auf dem Platz ab.

Seine Leistungen ziehen aber nicht nur Amorims Urteil über ihn ins Lächerliche, sie haben auch seine Chancen erhöht, wie schon vor der EM 2024, bei der er in sechs von sieben Spielen zum Einsatz kam, zur richtigen Zeit in den Fokus der Nationalmannschaft zu rücken. 

Nun bleiben ihm vier Spiele – beginnend mit dem Duell gegen Everton –, um sich für Thomas Tuchels Planungen für die März-Testspiele gegen Uruguay und Japan aufzudrängen. Zwei Jahre nachdem er sich im exakt richtigen Moment in Gareth Southgates Kader gespielt hatte.

Carrick weiß jedoch, dass der Youngster die Zeit auf seiner Seite hat: "Wir müssen vorsichtig sein, ihm nicht zu viel auf die Schultern zu laden und zu viel von ihm erwarten“, sagte Uniteds Trainer. "Er lernt das Spiel noch. Er hatte ein großes Hoch – und dann hat er eine Weile nicht gespielt. Man vergisst leicht, dass er viel jünger und unerfahrener ist, als man denkt. Er muss einfach geduldig bleiben.“

Zumindest darin hat ihn Amorim ja in den letzten Monaten besonders trainiert, auch wenn mehr Einsätze und ein bisschen mehr Liebe wohl für alle Seiten besser gewesen wären.


📸 Justin Setterfield - 2026 Getty Images

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