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·17. Juli 2026

Wie oft war Deutschland dabei? Wahrheiten zum Spiel um Platz drei

Artikelbild:Wie oft war Deutschland dabei? Wahrheiten zum Spiel um Platz drei

Es ist nur ein Trostpreis. Frankreich und England spielten eine große WM, „Les Bleus“ galten als Topfavorit auf den Titel und spielen doch nur im „kleinen Finale“ am Samstag gegen die „Three Lions“ in Miami. Fussballdaten.de mit Wahrheiten zum Spiel um Platz drei.

Das Spiel um Platz drei – Für viele Beobachter der Weltmeisterschaften ist es das unnötigste Match dieser Titelkämpfe.


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Wie oft war Deutschland dabei? Wahrheiten zum Spiel um Platz drei

Auch für Thomas Tuchel. Der deutsche Nationalcoach der in derNachspielzeit mit 1:2 an Titelverteidiger Argentinien gescheiterten Engländer ist sicher: „Niemand von uns und niemand von den Franzosen will dieses Spiel spielen.“

Schaut man genauer hin, ist das Spiel um Platz drei die kleine, verdiente Belohnung am Ende langen WM.

  • Eingeführt wurde es von der FIFA schon bei der zweiten WM-Endrunde im Jahr 1934.
  • Deutschland schlug Österreich am 7. Juni 1934 in Neapel mit 3:2.

Anders als bei der Europameisterschaft, wo es kein „kleines Finale“ gibt, sah das Spiel um Platz drei schon einige, durchaus denkwürdige Partien.

  • Wie 2014. Gastgeber Brasilien, vier Tage zuvor von Deutschland mit 1:7 (0:5) im Halbfinale deklassiert, verlor auch das Spiel um Platz drei am 12. Juli 2014 gegen die Niederlande in Brasilia mit 0:3.
  • Es war das 29. und letzte Spiel von Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari (77 / „Das Leben geht weiter, auch mein Leben geht weiter“, nach dem 1:7 gegen die DFB-Elf) in seiner zweiten Amtszeit mit der „Selecao“.

Neun Tore im Spiel um Platz drei – Wann gab es das?

Deutschland im Spiel um Platz drei – Das gab es auch 1958.

Am 28. Juni 1958 lieferten sich Frankreich und der nach 1:3 von Gastgeber Schweden im Halbfinale entthronte Weltmeister aus der Bundesrepublik in Göteborg ein 6:3.

  • Frankreich-Idol Just Fontaine († 2023) gelangen vier seiner 13 WM-Tore – Letztere Tor-Anzahl ist bis heute Rekord für einen Spieler in einem einzelnen WM-Turnier.
  • Zudem war es das torreichste „kleine Finale“ der WM-Historie.
  • Bei keiner anderen WM schnitt Deutschland als amtierender Weltmeister besser ab als 1958.

1970 musste sich Deutschland nach dem 3:4 in der Verlängerung gegen Italien im „Jahrhundertspiel“ von Mexico-City mit dem Spiel um Platz drei zufriedengeben.

Das machte aber nichts, durch ein Tor von Wolfgang Overath gewann man diese Partie in Mexico-City mit 1:0 und ging auf die verdiente Ehrenrunde.

„Das war unheimlich bitter.“

Kurios war die Konstellation 1978 in Argentinien, vor dem letzten Finalrundenmatch (2. Gruppenphase) gegen Österreich in Cordoba. Ex-Nationalspieler Hansi Müller (68) zu Fussballdaten.de: „Das Verrückte war: Wenn wir im letzten Spiel gegen Österreich noch 3:3 gespielt hätten, wären wir im Spiel um Platz drei gewesen. So sind wir nach Hause gefahren, das war unheimlich bitter.“

Das klappte nicht, Österreich gewann am 21. Juni 1978 mit 3:2.

Kein Trost war das Spiel um Platz drei 1982 für Frankreich. Die „Equipe Tricolore“ lag im Halbfinale am 8. Juli 1982 gegen Deutschland, der berühmt-berüchtigten „Nacht von Sevilla“, in der Verlängerung mit 3:1 vorn. Doch die DFB-Elf kam durch Karl-Heinz Rummenigge (102.) und Klaus Fischer per Fallrückzieher (108.) zurück und gewann im Elfmeterschießen 5:4.

Danach verlor Frankreich auch das Spiel um Platz drei – 2:3 gegen Polen in Alicante.

  • Deutschland erreichte das „kleine Finale“ auch 2006 – 3:1 gegen Portugal in Stuttgart zum Abschluss des „Sommermärchens“.
  • Es war das 86. und letzte Länderspiel von Oliver Kahn.
  • 2010 scheiterte die von Joachim Löw (66) betreute deutsche Nationalmannschaft mit 0:1 im Halbfinale an Spanien, gewann aber dann das „kleine Finale“ in Port Elizabeth (Südafrika) mit 3:2 gegen Uruguay.
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