Frühes-Tor.de
·5. Juni 2026
Wie toxisch darf ein deutsches Torwart-Team sein, um noch Weltmeister zu werden?

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Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Obwohl Julian Nagelsmann Harmonie im Team anstrebt, geht der Bundestrainer auf der Torwart-Position ins Risiko.
Bundestrainer Julian Nagelsmann betont stets, dass es ihm wichtig ist, eine gute Mannschaft für Deutschland zu formen. In manchen Fällen würde er sogar lieber einen Spieler zur WM mitnehmen, der vielleicht nicht fußballerisch, aber charakterlich die Nase vorn hat.
Der Gedanke ist absolut nachvollziehbar. Nur muss man fragen: Was hat sich der Bundestrainer dann bei der Zusammenstellung seines Torwart-Teams gedacht?
Offiziell gehören Manuel Neuer vom FC Bayern, Oliver Baumann von der TSG 1899 Hoffenheim und Alexander Nübel, bislang vom FC Bayern an den VfB Stuttgart ausgeliehen, zum DFB-Kader. Dazu wurde noch Jonas Urbig vom FC Bayern mitgenommen. Nun zu den heiklen Konstellationen:
Oliver Baumann war über ein Jahr die Nummer eins im deutschen Tor. Kurz vor knapp wurde ihm aber mitgeteilt, dass Manuel Neuer sein Comeback im DFB-Team feiert. Laut Medienberichten unterstützten auch Spieler des FC Bayern die Rückkehr von Neuer – und damit die Degradierung von Baumann.
Alexander Nübel wiederum war einst der Herausforderer von Manuel Neuer beim FC Bayern. Doch es gab Konflikte. Letztendlich warf der FC Bayern Torwart-Trainer Toni Tapalovic raus, um offenbar einen fairen Wettkampf zu gewährleisten. Tapalovic war jedoch nicht irgendein Torwart-Trainer, sondern ein langjähriger Wegbegleiter von Neuer, ein enger Freund und sein Trauzeuge. Letztendlich wurde Nübel nach Stuttgart verliehen und wartete im Grunde bis zuletzt darauf, Neuer beim FC Bayern abzulösen. Da Neuer jedoch nicht in Fußball-Rente geht, muss sich Nübel jetzt einen neuen Verein suchen.
Wiederum heikel für Nübel: Für Neuer wird es das letzte große Turnier für Deutschland sein. Oliver Baumann geht ebenfalls auf die 40 Jahre zu; Nübel könnte also nach der WM die deutsche Nummer eins werden. Doch in diesem Torwart-Quartett gibt es auch noch Jonas Urbig. Er ist beim FC Bayern bereits als Nachfolger von Neuer vorgesehen und wird dann natürlich auch Favorit auf die Nummer eins im deutschen Tor sein. Nübel trainiert also gerade mit seinem alten Rivalen Neuer und seinem neuen Rivalen Urbig.
Wer nun in heller Aufregung versetzt ist, der kann fast schon wieder beruhigt werden. Deutschland setzt eben regelmäßig auf sehr polarisierende Torwart-Konstellationen. In den 1980er-Jahren gab es ein Hass-Duell zwischen Toni Schumacher und Uli Stein, Deutschland wurde aber trotzdem Vize-Weltmeister. Das legendäre Duell zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn endete ebenso sportlich erfolgreich mit dem Finale bei der WM 2002 und Platz drei bei der Heim-WM 2006.
Man sollte also dazu stehen, dass die vier Torhüter Neuer, Baumann, Nübel und Urbig KEIN harmonisches Torwart-Team bilden, aber man kann die Situation trotzdem positiv deuten: Konkurrenz schadet dem Torwart-Geschäft meistens nicht.







































