Vertikalpass
·29. August 2026
Wir brechen ein, wie immer gegen Bayern

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Ein anspruchsvolles und kräftezehrendes 1:1 über den ganzen Platz. Die Taktik ging jetzt zum dritten Mal nacheinander nicht auf gegen Bayern München, 12:3 Tore in den letzten Spielen. Trotzdem hält Sebastian Hoeneß die Vorgehensweise für alternativlos.
Mut, Kraft, Energie: die Mannorientierung wurde fleißig, unnachgiebig und extrem aufwändig gespielt. Der VfB war unangenehm für den Rekordmeister, ohne Zweifel, das bestätigte auch Joshua Kimmich nach dem Spiel. Aber auf für München gute Art und Weise. Der VfB war nicht eklig, unterbrach nicht den Spielfluss, war nicht aggressiv, zog nicht mal ein Foul, spielte nicht auf Zeit, suchte nicht die offene Konfrontation. Sondern wollte auf Augenhöhe agieren, wollte mit eigenen Mitteln zum Erfolg kommen. Das ist aller Ehren wert, nur das kam den Bayern entgegen: Sie konnten alles spielerisch lösen, ihre überlegene individuelle Qualität entschied das Spiel ebenso wie ihre Lauffreude (mehr als 121 Kilometer) und ihre Fähigkeit, alles schneller zu machen als der VfB. Und wenn es nur ein blitzartig ausgeführter Standard ist.
Viel anders spielen kann der VfB nicht. Neu ist zwar Grischa Prömel im Team, der Seniorität, Cleverness, Führung und Widerstandsfähigkeit reinbringen soll. Nur er ist kein Dominik Kohr, kein Robert Andrich, kein Typ wie Jens Jeremies, der einst zum Gegenspieler sagte: „Wenn Du über die Mittellinie gehst, dann Aua!“. Anders als noch im Pokalfinale: Der VfB tat dem FCB nicht weh. Er ist brav und fordert Bayern zwar heraus, aber die Spielweise führt quasi automatisch dazu, dass sich die bayerische Überlegenheit im Verlauf des Spiels durchsetzt. Das war in allen Partien gegen Bayern unter Hoeneß so – außer 2024 bei deren desolaten Auftritt in Stuttgart unter Thomas Tuchel.

Zu billig: Das 1:0 nach einer Ecke, auch weil Maxi Mittelstädt auf der Linie unglücklich ausrutscht (wie Vagnoman vor dem 3:1).
Aber eine Klatsche ist unnötig Über Game-Mangement hatte Sebastian Hoeneß vor der Saison gesprochen. Da wäre noch Luft nach oben, so seine Einschätzung. Dazu gehört wohl, nach dem Ausgleich nicht sofort den Rückstand zu kassieren. Nicht in wenigen Minuten zusammenzubrechen. Nicht am Ende mit einem schlampigen Pass auch noch eine Klatsche zu bekommen. Da hat man gesehen, warum Hoeneß so jemanden wie Bilal El Khannouss zuletzt weniger spielen ließ. Auch hier muss sich der VfB cleverer anstellen, nach dem überragenden Ausgleich durch Josha Vagnoman die Ruhe bewahren, mal auf den Ball treten, die aufkommende Welle im Bayern-Spiel brechen.Und gegen Ende ein 3:1 über die Linie bekommen, das auch weniger ein Downer ist als ein 5:1 mit zwei Toren in den letzten zehn Minuten. So unnötig.
Dass es kein Debakel gab – oder ist ein 1:5 ein Debakel? – hat der VfB Fabian Bredlow zu verdanken. Nicht wenige hielten es für fahrlässig nach der Verletzung von Dennis Seimen nicht mit einem Neuzugang zu reagieren. Bredlow unterstrich seine Qualitäten auf der Linie, blieb ruhig im 1:1, auch bei den fiesen Ecken setzte er sich durch. Ohne ihn wäre ein HSV-Ergebnis zu befürchten gewesen. 7:1 oder 8:1, sind wir ehrlich: das wäre drin gewesen für Bayern München.
Ich habe nichts Zählbares erwartet gegen die übermächtigen Münchener. Aber eine Entwicklung im Spiel gegen den Rekordmeister. So sah es genau gleich aus wie die letzten vier Spiele der vergangenen Saison. Die gute Nachricht: Gegen jeden der anderen 16 Gegner kann der VfB gewinnen („das ist Fakt!“). Das ohne jede Übertreibung feststellen zu können, zeigt die herausragende Entwicklung in den letzten drei Jahren.
Zum Weiterlesen: Die Süddeutsche Zeitung stellt zu Recht fest: “Die Bayern werfen die Ligaunterdrückungsmaschine an“.
Bilder: Alex Grimm/Getty Images







































