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·28. September 2026

Wirtz auf der Bank – Klopp setzt auf Geduld statt Schlagzeilen

Artikelbild:Wirtz auf der Bank – Klopp setzt auf Geduld statt Schlagzeilen

Florian Wirtz, 23 Jahre alt, rund 150 Millionen Euro Ablöse, ein Jahr in Liverpool ohne den erhofften Durchbruch – und beim Heimdebüt seines neuen Bundestrainers sitzt er 65 Minuten auf der Bank. Wer daraus eine Degradierung liest, hat Jürgen Klopp nicht zugehört.

Klopp hat es angekündigt, nicht verschwiegen

Schon am Samstag, einen Tag vor dem 0:1 gegen Griechenland, hatte Klopp auf der Pressekonferenz klargestellt, dass Wirtz nicht beginnen werde. Ihn direkt in die Startelf zu werfen, sei das Schlechteste, was man jetzt tun könne. Der Hintergrund: Wirtz war eigentlich erst für den zweiten Kader gegen Serbien und Griechenland eingeplant und wurde wegen der Verletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz vorzeitig nach Augsburg geholt – nach einer einzigen Trainingseinheit mit der Mannschaft. Dass er dann für den Debütanten Bambasé Conté eingewechselt wurde, war exakt der Plan. Nur ein Plan, der nicht für Schlagzeilen taugt.


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Die Kritik aus England – und Klopps Antwort

Jamie Carragher und Didi Hamann hatten zuletzt laut über einen Verkauf nachgedacht, sollte sich Wirtz‘ Situation an der Anfield Road nicht bessern. Klopp wollte die englische Debatte ausdrücklich nicht kommentieren, weil jedes Wort von ihm hohe Wellen schlagen würde. Dann tat er es doch – auf seine Art. Die fußballerischen Fähigkeiten seien über jeden Zweifel erhaben, und Wirtz sei nach Liverpool gekommen, als die Mannschaft nach dem Tod von Diogo Jota andere Sorgen hatte als Fußball. „Bei uns darf er dann hoffentlich einfach Flo sein“, sagte Klopp.

Das ist kein Freibrief. Es ist eine Diagnose: Ein Spieler, der in Liverpool unter Beobachtung steht wie kaum ein anderer Transfer der Vereinsgeschichte, braucht keinen zweiten Ort, an dem jeder Ballverlust zur Grundsatzfrage wird. Jonathan Tah, sein früherer Leverkusener Kollege, wurde noch deutlicher und nannte die Angriffe auf Wirtz überzogen. Wer sich Wirtz‘ letzte zwei Bundesliga-Jahre anschaut, kann Tah schwer widersprechen.

Serbien und Griechenland als Bühne

Die eigentlichen Wirtz-Spiele kommen erst: am 1. Oktober gegen Serbien in München und am 4. Oktober in Griechenland. Dort soll er nach ausreichend Trainingszeit die Rolle bekommen, die Klopp ihm langfristig zugedacht hat. Die Frage ist nicht, ob Wirtz gut genug für die Startelf ist. Die Frage ist, ob das Umfeld ihm die drei Wochen lässt, die Klopp ihm gibt. In England hat man das nicht getan. Klopp scheint entschlossen, es in Deutschland anders zu machen.

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