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·5. Januar 2026
Wirtz trifft, Liverpool patzt: Dem Kader fehlt die Reife für die Spitze

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·5. Januar 2026

Florian Wirtz erzielt sein zweites Saisontor, doch Liverpool verspielt gegen Fulham in der Nachspielzeit den Sieg. Der Kader zeigt Schwächen in entscheidenden Momenten.
Es gibt Spiele, die erzählen mehr über den Zustand einer Mannschaft als jede Tabelle. Das 2:2 des FC Liverpool beim FC Fulham gehört dazu. Nicht wegen des Ergebnisses, sondern wegen der Art, wie es zustande kam.
Florian Wirtz machte seinen Job. Nach Zuspiel von Conor Bradley ließ er Bernd Leno keine Chance und erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1. Es war sein zweites Saisontor, und es bestätigte, was sich in den vergangenen Wochen abzeichnete: Der deutsche Nationalspieler findet bei Liverpool zunehmend in seine Rolle. Die Präzision im Abschluss, die Ruhe vor dem Tor – das sind keine Zufallsprodukte, sondern Zeichen einer aufsteigenden Formkurve.
Doch was danach passierte, wirft Fragen auf, die weit über Wirtz hinausgehen. Liverpool führte in der siebten Minute der Nachspielzeit durch Cody Gakpos Treffer mit 2:1. Drei Punkte schienen sicher. Dann kam Harrison Reed. Sein Ausgleich zum 2:2 war der Schlusspunkt eines chaotischen Spielendes, das Liverpool teuer zu stehen kommen könnte.
Wirtz saß zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Bank. Trainer Arne Slot hatte ihn in der 76. Minute ausgewechselt – eine Entscheidung, die im Nachhinein hinterfragt werden darf. Nicht weil Wirtz den Ausgleich verhindert hätte, sondern weil seine Präsenz auf dem Platz für Stabilität steht, die Liverpool in den Schlussminuten fehlte.
Liverpool ist Vierter, konnte sich aber nicht von Manchester United absetzen, das seinerseits bei Leeds United Punkte liegen ließ. In einer Saison, in der die Spitzengruppe eng beieinander liegt, wiegen solche vergebenen Chancen schwer. Wer oben mitspielen will, muss Spiele wie dieses gewinnen – nicht weil der Gegner schwach ist, sondern weil die Konkurrenz jeden Fehler bestraft.
Die Nachspielzeit von Craven Cottage offenbarte ein Problem, das Liverpool seit Wochen begleitet: mangelnde Konsequenz in entscheidenden Momenten. Die Qualität im Kader ist unbestritten, Wirtz' Entwicklung ist ein Beleg dafür. Aber Qualität allein reicht nicht. Es braucht die Fähigkeit, Vorsprünge über die Zeit zu bringen, Spiele zu kontrollieren, wenn es darauf ankommt.
Für Wirtz persönlich war der Abend trotzdem ein Schritt nach vorn. Sein Tor zeigte, dass er in der Premier League angekommen ist. Die Frage ist nun, ob Liverpool als Mannschaft den gleichen Reifeprozess durchläuft. Die Antwort darauf wird nicht in einzelnen Treffern liegen, sondern in der Fähigkeit, solche Spiele zu Ende zu bringen.









































