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·22. September 2026
Wirtz zu Bayern? Was hinter dem Januar-Gerücht steckt

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Zwölf Pflichtspiele ohne Tor, für Klub und Nationalmannschaft. Ein Assist in fünf Einsätzen dieser Saison. Und ein Preisschild von bis zu 150 Millionen Euro, das Liverpool vor 15 Monaten an einen 22-Jährigen gehängt hat. Wer dachte, das Wirtz-Kapitel in England sei nur eine Frage der Eingewöhnung, bekommt jetzt die Gegenrechnung präsentiert.
Mehrere englische Quellen berichten seit Freitag, Liverpool rechne im Januar mit Angeboten für Florian Wirtz – vor allem aus der Bundesliga, vor allem aus München. Der Klub wolle den Deutschen nicht abgeben, weder fest noch per Leihe, sei aber nicht mehr grundsätzlich gegen Gespräche. Der Nachsatz macht den Unterschied zur Sommerlage: Vor einem Jahr gab es keine Gespräche. Jetzt gibt es Konditionen.
Bevor die Geschichte zum Selbstläufer wird, lohnt der Blick auf die Absender. Football Insider beruft sich auf klubnahe Quellen für die Erwartung von Angeboten. Die spanische AS bestätigt die Richtung. Die Aussage, Wirtz selbst „wolle“ nach Deutschland zurück, stammt bislang von zwei Ex-Scouts – Mick Brown, früher bei Manchester United, und Bryan King, früher bei Everton. Beide sagen im Kern dasselbe: Wenn ein Angebot komme, sei Bayern der logische Ort, weil Wirtz dort in ein System zurückkehre, das er kennt.
Von Wirtz gibt es kein Wort. Von Bayern gibt es kein Wort. Von Liverpool gibt es nur das Dementi einer Verkaufsabsicht. Das Gerücht lebt also von zwei Dingen: der Form des Spielers und der Erinnerung an einen Sommer, in dem Bayern das Rennen um ihn verloren hat.
Andoni Iraola, seit dieser Saison Trainer in Liverpool, setzt Wirtz weiter in die Startelf. Der Trainer will ihn halten. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist die Rolle: In Leverkusen bekam Wirtz den Ball zwischen den Linien, mit Rücken zum Tor, mit zwei Anspielstationen und der Lizenz, die Mitte zu suchen. Liverpool spielt breiter, schneller, vertikaler – und Wirtz findet in diesem Raster den Punkt nicht, an dem er das Spiel anhält. Seine besseren Auftritte kamen in Europa, wo das Tempo niedriger und der Raum zwischen den Linien größer ist.
Bayern hat genau diesen Raum. Zwischen Kane und der Doppelsechs klafft seit dem Abgang von Thomas Müller eine Lücke, die Musiala allein nicht füllt, wenn er verletzt ist – und Musiala ist oft verletzt. Wirtz auf der Zehn, Musiala auf der Acht, Olise rechts: Das ist die Elf, die Max Eberl im Mai 2025 im Kopf hatte, als er in Leverkusen vorsprach.
Was bleibt, ist der Sommer 2027. Bis dahin hat Wirtz eine ganze Saison, um Iraola zu überzeugen, und Liverpool eine ganze Saison, um seinen Marktwert zu retten. Ab kommender Woche hat er zudem einen Trainer, der ihn kennt, ohne ihn je trainiert zu haben: Jürgen Klopp hat Wirtz für seinen ersten Nations-League-Kader nominiert. Vier Spiele, um zu zeigen, dass der Spieler noch da ist. Danach entscheidet nicht Bayern, ob Wirtz heimkommt. Danach entscheidet Wirtz, ob er überhaupt weg will – und diese Aussage hat er bislang niemandem gegeben.















