WM 1938: K.o. nach nur zwei Spielen | OneFootball

WM 1938: K.o. nach nur zwei Spielen | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: DFB

DFB

·20. Mai 2026

WM 1938: K.o. nach nur zwei Spielen

Artikelbild: WM 1938: K.o. nach nur zwei Spielen

Am 11. Juni beginnt die WM in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute: die zweite WM-Teilnahme 1938 in Frankreich.

Sechs Wochen vor Turnierbeginn erfolgte der politische "Anschluss" Österreichs an Deutschland. Österreich verlor seinen Startplatz bei der WM, die Spieler wurden an Sepp Herbergers Auswahl übergeben. Der Reichstrainer wurde vom Fachamt Fußball im Reichsbund für Leibesübungen, wie der DFB nun hieß, gezwungen, mit sechs Deutschen und fünf Österreichern zu spielen. Damit wurde die allseits bewunderte Breslau-Elf (zehn Siege in Folge) zerstört, das Aus war programmiert.


OneFootball Videos


Die Vorbereitungszeit war zu kurz, die Mentalitäten und die Systeme waren zu unterschiedlich. "Aus zwei guten mach' eine bessere - oh heilige Einfalt", notierte Herberger verzweifelt in sein Tagebuch. Ein Testspiel zwischen beiden Lagern gewannen die Deutschen mit 9:1, und Herberger seufzte: "Die Wiener können nicht kämpfen."

WM-Aus nach 2:0-Führung

Auch die logistischen Bedingungen waren schädlich für einen Erfolg. Aus Geldmangel wurde kein Quartier in Frankreich bezogen, am Tag vor dem Spiel reiste der Kern des Kaders (nur 15 von 22 Spielern) mit dem Zug an und übernachtete in einem Bahnhofshotel. Wie 1934 wurde das ganze Turnier im K.o.-System ausgetragen. Das Achtelfinale gegen die Schweiz endete nach Verlängerung 1:1, der Wiener Johann Pesser flog als erster "Deutscher" bei einer WM vom Platz und sofort aus dem Kader. Er wurde vom Fachamt für zwei Monate suspendiert.

Fünf Tage später wurde das Wiederholungsspiel nach 2:0-Führung noch 2:4 verloren - sehr zur Schadenfreude des Pariser Publikums. Zwei Jahre später kamen die Deutschen wieder - mit Panzern. Der Kriegsausbruch verhinderte, dass die WM 1942 - wie ursprünglich geplant - in Deutschland stattfand. Auch 1946 wurde noch pausiert, und als es 1950 weiterging mit der WM, gehörte der DFB noch nicht der FIFA an. 

WM-Stenogramm

Wer schoss die deutschen Tore?

GauchelHahnemann und der Schweizer Lörtscher (Eigentor)

Wie viel Spieler wurden eingesetzt?

17 - aber nur fünf absolvierten beide Partien.

Fakten:

Zum bisher einzigen Mal verspielte Deutschland bei einer WM eine Zwei-Tore-Führung (2:4 nach 2:0 im zweiten Spiel).

Weniger WM-Spiele absolvierte eine deutsche Auswahl nie als 1938 (zwei).

Kurioses:

Die Spieler bekamen zwei Mark Tagesspesen, solange sie in Deutschland waren, und drei bei Grenzübertritt nach Frankreich.

Zitat:

"Glauben Sie mir, es war eine furchtbare Schlacht, es war kein Spiel mehr. Eine deutsche Mannschaft hätte das Spiel gewonnen, eine österreichische auch. Aber eine deutsch-österreichische konnte nicht siegen." (Sepp Herberger)

Wer wurde Weltmeister?

Impressum des Publishers ansehen