Miasanrot
·25. Juni 2026
WM 2026: Die Achse des FC Bayern wird zum Problem für das DFB-Team – ein Kommentar

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·25. Juni 2026

Der FC Bayern stellt mal wieder eine große Achse im DFB-Team. Doch ausgerechnet die kommt bei der WM 2026 nicht in Schwung. Ein Kommentar.
Manche Meinungen im Fußball verselbständigen sich hin und wieder als Volksweisheit. Eine davon geht so: Wenn Deutschland eine erfolgreiche Fußball-WM spielen möchte, dann brauchen sie einen starken Block vom FC Bayern München.
Begründet wird das unter anderem mit den drei Weltmeistertiteln 1974, 1990 und 2014. Ob es einen kausalen Zusammenhang gibt, sei mal dahingestellt. Es dürfte aber außer Frage stehen, dass es für die deutsche Nationalmannschaft eine gute Sache ist, wenn beim erfolgreichsten Klub der Bundesliga viele DFB-Kicker in der Stammelf stehen.
Wobei eine Einschränkung erlaubt sein muss: Die Sache wäre noch besser, wenn das in erfolgreichen Zeiten des FCB der Fall ist. Schaut man auf die abgelaufene Saison, dann gibt es da keine zwei Meinungen. Erfolgreich sind sie unter Vincent Kompany wieder, die Bayern. Nur im DFB-Team will dieser Vibe noch nicht ganz ankommen – und das liegt eben auch an der Münchner Achse.
Denn man merkt schon sehr, dass nur wenige der deutschen Nationalspieler im Bayern-Team die tragenden Säulen sind. Auf Joshua Kimmich trifft das ohne Zweifel zu. Eigentlich auch auf Aleksandar Pavlović. Und vor seiner schweren Verletzung war das bei Jamal Musiala sicher auch so.
Dann aber wird es dünn. Jonathan Tah hat eine sehr starke Saison gespielt, profitiert auf dem Platz aber enorm von einem Weltklasse-Innenverteidiger: Dayot Upamecano. Die Offensive wird mittlerweile von Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz getragen.
Aber bereits beim Aufzählen der deutschen Leistungsträger wird deutlich: Mit Top-Leistung klappt es derzeit nicht ganz so. Pavlović war bereits im Saisonendspurt außer Form, bestätigt den Negativtrend nun bei der WM. Musiala ist ebenfalls formsuchend. Bei beiden ein verständlicher Prozess. Beide sind sehr jung und einer hatte eine Horrorverletzung mit einigen Rückschlägen auf dem Weg zurück.
Tah wirkt in der Nationalmannschaft unsicherer als neben Upamecano und Kimmich ist mit dem Ball zwar gewohnt stark, spielt aber auf einer Position, die seine Defensivschwächen stark hervorhebt. Was gemeinsam mit der Entscheidung, Manuel Neuer nochmal mitzunehmen, auch zu Julian Nagelsmann führt.
Es wäre unsinnig, nach einer schwächeren Leistung im dritten Gruppenspiel und zwei ordentlichen bis guten Auftritten zuvor direkt jeden Stein umzudrehen. Aber die Debatten sind nicht neu und Nagelsmann hat es sowohl bei Kimmich als auch bei Neuer nicht geschafft, rechtzeitig für Ruhe zu sorgen. Sei es durch sportliche Probleme (Kimmich) oder kommunikatives Schwimmen (Neuer).
Kimmich ließ er im Spätsommer 2025 sogar nochmal im Mittelfeld auflaufen. Es war eine kleine Rolle rückwärts. Doch die machte er wenig später gleich wieder rückgängig, weil ihm die Alternativen auf den defensiven Außenbahnen nicht gefielen. Dass er mit Kimmich und Pavlović aber das Fundament des bayerischen Ballbesitzspiels auseinanderreißt, darf weiterhin kritisch beäugt werden. Die dadurch entstehenden Probleme im Ballvortrag kann auch der taktische Kniff des einrückenden Rechtsverteidigers nicht ausreichend kaschieren.
Ja, den Deutschen fehlt ein Josip Stanišić. Was würde Nagelsmann wohl für einen soliden Rechtsverteidiger geben? Aber den einzigen unumstrittenen Weltklasse-Mittelfeldspieler rechts hinten aufzubieten, wo er defensiv enorem Probleme hat, hat schon eine gewisse Eigenheit. Ebenso wie die Frage, ob es wirklich notwendig war, Neuer zu nominieren.
Bisher konnte der einstige Welttorhüter sich nicht auszeichnen. Weder im Aufbauspiel noch in den klassischen Torwartaufgaben hatte er nennenswerte Highlights. Stattdessen folgten nun Unsicherheiten gegen Ecuador und ein klarer Patzer, der mit einem Gegentor bestraft wurde. Man könnte argumentieren, dass Neuer in der abgelaufenen Saison nicht mal mehr der beste Torhüter beim FC Bayern war.
Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Geschichte entwickelt, aber Nagelsmann hat diese Büchse der Pandora geöffnet und muss jetzt damit leben, dass das ganze Land diese Debatte bis zum Sechzehntelfinale wieder aufrollen wird. Vollkommen zu Recht.
Deutschland hat durchaus ein Bayern-Problem. Denn wenn dieses Turnier tatsächlich erfolgreich werden soll, dann brauchen sie die Spieler vom FC Bayern in Topverfassung, um den restlichen Spielern ausreichend Halt und Sicherheit geben zu können.
Natürlich sind auch Florian Wirtz, Kai Havertz, Antonio Rüdiger, Leroy Sané oder Deniz Undav gute bis hervorragende Fußballer, die bei guten bis sehr guten Klubs unter Vertrag stehen. Aber es ist die Achse des FC Bayern, die zusammen tagtäglich trainiert und einer Nationalmannschaft in Kombination mit der enormen Qualität der Einzelspieler Stabilität verleihen können sollte.
Bisher muss man festhalten, dass ausgerechnet die FCB-Spieler hinter diesen Erwartungen zurückbleiben. Und es wäre zu einfach, sich dahinter zu verstecken, dass auch andere Spieler ihre Form suchen. Die Erwartungshaltung an sie ist eine andere.







































