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·4. März 2026

WM 2026: Die FIFA feiert sich – und ignoriert die politischen Probleme

Artikelbild:WM 2026: Die FIFA feiert sich – und ignoriert die politischen Probleme

100 Tage vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada wächst die Kritik an den Gastgebern. Boykottaufrufe und Sicherheitsbedenken überschatten das Turnier.

Hundert Tage vor dem Anpfiff wird das Empire State Building angestrahlt, drei Maskottchen posieren für die Kameras, und die FIFA feiert sich selbst. Ich schaue auf diese Bilder und frage mich: Wer glaubt eigentlich noch an die Unschuld des Fußballs?


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Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada soll die größte aller Zeiten werden. 48 Mannschaften, 104 Spiele, 16 Standorte. Ein Spektakel, das alle bisherigen Dimensionen sprengt. Doch während die Organisatoren ihre Countdown-Party feiern, brodelt es unter der Oberfläche. Das Turnier ist längst Teil politischer Debatten geworden, die mit Boykottaufrufen einhergehen. Die Frage ist nicht mehr, ob diese WM ein Erfolg wird, sondern für wen.

Die USA als Hauptgastgeber stehen wegen der Politik von Präsident Donald Trump in der Kritik. Das ist keine Randnotiz, das ist der Elefant im Raum. Wenn ein Land, das Einreiseverbote verhängt und Grenzmauern baut, gleichzeitig die Welt zum größten Fußballfest einlädt, dann ist das kein Widerspruch, den man mit bunten Lichtern an Wolkenkratzern überstrahlen kann. Die FIFA hat sich diese Konstellation ausgesucht. Sie muss sich jetzt auch daran messen lassen.

Mexiko wiederum wurde zuletzt nach der Tötung des Drogenbosses "El Mencho" von einer Welle der Gewalt erschüttert. Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika soll im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt stattfinden. Ich frage mich, wie die Sicherheitskonzepte aussehen, wenn ein Land mit solchen inneren Konflikten kämpft. Die Organisatoren schweigen dazu lieber und zeigen stattdessen einen niedlichen Jaguar als Maskottchen.

Was mich an dieser WM am meisten irritiert: Die Dimension des Turniers macht es unmöglich, Probleme zu ignorieren. 78 der 104 Spiele finden in den USA statt. Das bedeutet, dass die politische Situation dort nicht nur Kulisse ist, sondern das Turnier prägen wird. Jede Pressekonferenz, jedes Interview, jeder Fanmarsch wird vor dem Hintergrund einer gespaltenen Gesellschaft stattfinden.

Die FIFA hat sich für diese Gastgeber entschieden, weil sie Geld und Infrastruktur bieten. Das ist legitim. Aber dann muss der Weltverband auch die Verantwortung übernehmen, die damit einhergeht. Stattdessen sehe ich Lichtshows und Maskottchen.

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